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Das Rollenspiel

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51 Re: Das Rollenspiel am Mo Dez 22, 2008 1:03 am

Jona kann in Lux’ Blicken lesen wie in einem offenen Buch. Ihre Augen sind enorm ausdrucksvoll und ihr Misstrauen ist überdeutlich darin zu sehen. Aber er sieht noch etwas darin. Eine Spur Hoffnung? Eindeutiger ist ihre unausgesprochene Warnung, dass sie nicht vergessen hat, dass er sich jahrhundertelang gegen seinen Vater gestellt hat. Jonas Augen verengen sich. Sie hat ja gar keine Ahnung. Zu erfahren, dass der eigene Vater den Tod der Mutter verschuldet hat, würde wohl niemand einfach so verkraften können. Zumindest niemand mit einem Herz.

Jona wendet sich wieder von Lux ab. Er findet es zwar sehr lästig, dass sie ihn ständig unter Beobachtung hält, aber sein Vater vertraut ihm und ist offensichtlich sehr glücklich. Auch wirft er Jona stolze Blicke zu, die Jona mit einem offenen Lächeln beantwortet. Es wird Lux nicht gelingen, einen Keil zwischen Zanrelot und seinen Sohn zu schieben. Und als Zanrelot alle zu Tisch ruft, um ihre Rückkehr nach Lübeck zu feiern, wird völlig klar, wer ihm am nächsten steht, denn es ist Jonas Name, den er zuerst nennt. Und Lux kommt erst an dritter und letzter Stelle. Jona grinst Lux schadenfroh an und setzt sich dann seinem Vater gegenüber an den Tisch.

Jona genehmigt sich eine ordentliche Portion grünes Elixier und greift danach zu einem Glas Sekt. Er genießt die stärkende Wirkung des Elixiers und die entspannende des Sektes. Während er an seinem Glas nippt, denkt er über die Frage seines Vaters nach Zukunftsplänen nach. Schließlich meint er: „Man sollte den Lübeckern zeigen, dass die ruhigen Zeiten vorbei sind. Wie wäre es, wenn wir Lübeck als erstes mal den Strom abstellen? Das gäbe doch ein schönes Chaos. Keine Ampeln, die Straßen- und U-Bahnen bleiben stehen, die Telekommunikation bricht zusammen, das wäre doch ziemlich erheiternd.“

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52 Re: Das Rollenspiel am Mo Dez 22, 2008 1:25 am

Matreus freut sich über Zanrelots anerkennendes Nicken, als er dafür sorgt, dass die Zanreloten keine Seifenblasen mehr durch die Gegend schweben lassen. Überhaupt ist Zanrelot sehr gut gelaunt, und wenn es dem Meister gut geht, geht es auch Matreus gut.

Matreus stürzt sich wieder mit Feuereifer in die Arbeit, bis Zanrelot alle zu sich ruft und erst einmal feiern möchte. Das lässt sich Matreus nicht zweimal sagen, sie sind jetzt schon den ganzen Tag auf den Beinen und inzwischen ist sogar bereits die Nacht hereingebrochen. Er setzt sich Lux gegenüber an den Tisch und spürt jetzt doch deutliche Erschöpfungsanzeichen. Es gibt grünes Elixier und Sekt und Matreus greift tüchtig zu. Vielleicht sogar ein bisschen zu tüchtig, denn nach dem dritten Glas Sekt wird sein Blick ein bisschen glasig. Er hat eben zu lange in Verbannung gelebt und hat einen großen Nachholbedarf.

Aber trotz des leicht alkoholisierten Zustands bekommt Matreus Zanrelots Frage nach Zukunftsplänen mit. Jona macht den Vorschlag, den Strom auszustellen und Matreus kichert bei der Vorstellung, welches Chaos dann ausbrechen wird. „Da wird es aber jede Menge Blechschäden geben, wenn die Ampeln ausfallen“, meint er grinsend. Er nimmt noch einen Schluck grünes Elixier. „Wir könnten doch auch das Trinkwasser einfärben. Wie wäre es mit grün?“, schlägt er vor. „Die Lübecker werden sich schön ekeln, wenn sie das sehen.“

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53 Re: Das Rollenspiel am Mo Dez 22, 2008 1:29 am

Kyriel arbeitet jetzt seit drei Monaten bei der Familie Sörensen. Heute war ein ziemlich anstrengender Tag, denn Julia Sörensen hatte heute eine kreative Phase, in der sie massenweise Papier verbrauchte, von dem ein Großteil in der Nähe des Papierkorbes landete. Ihre Treffsicherheit ist ungefähr genauso perfekt wie ihre Pünktlichkeit, weswegen Kyriel immer wieder die herumliegenden Papierknäule einsammeln und den Papierkorb entleeren musste. Auch hinter Sascha Sörensen musste Kyriel heute mehr oder minder rund um die Uhr herräumen, denn er stürzte sich mit Feuereifer auf eine Reihe neuer Produkte, die er unbedingt alle ausprobieren musste und danach achtlos irgendwohin warf. Kyriel stört sich nicht an dem etwas chaotischen Ehepaar, denn ihr mangelndes Organisationstalent machen sie allemal mit ihrer Freundlichkeit wett.

Kyriel hat sich schon oft gewundert, dass die Kinder der Sörensens nicht halb so chaotisch wie ihre Eltern sind. Sie wirken erstaunlich reif für ihr Alter, wenn man mal von den üblichen Streitereien absieht, und sind ungewöhnlich selbstständig. Es sind angenehme Kinder und Kyriel hat sie schnell in ihr Herz geschlossen. Auch Leonie, über die ihre Eltern nur lächeln, weil sie immer mit ihrem unsichtbaren Freund Kasimir spricht. Warum sollte ein junges Mädchen keinen unsichtbaren Freund haben, wenn er ihr gut tut? Und wenn Kyriel es nicht besser wüsste, könnte sie glatt denken, es gäbe Kasimir wirklich, denn bei den Lebensmittelmengen, die durch Leos Hände gehen, müsste man sie eigentlich durch die Gegend rollen können.

Inzwischen ist es fast Schlafenszeit und Kyriel sitzt im Schneidersitz auf ihrem Bett, die Augen geschlossen und die Handflächen leicht gegeneinandergedrückt. Sie atmet tief und gleichmäßig und fühlt, wie Ruhe und Frieden sie durchfließen und ihr neue Energie schenken. Ihre Entspannungsübungen bringen ihr einen ruhigen und tiefen Schlaf und sorgen dafür, dass sie am Morgen gut ausgeruht und leistungsfähig erwacht. Sie ist sehr zufrieden mit ihrem Leben und möchte nichts daran ändern. Doch heute stört sie etwas in ihrer Konzentration. Es ist so etwas wie eine Vorahnung, die ihr einen Schauer über den Rücken laufen lässt und ein ungutes Gefühl bei ihr hinterlässt. Kyriel schilt sich selbst, was sollte in einer so idyllischen Umgebung schon passieren? Trotzdem dauert es heute länger, bis sie eingeschlafen ist und durch ihre Träume geistert etwas, das sie nicht so recht erfassen kann und sie beunruhigt.

Kyriel träumt von grünen Strahlen, die durch die Dunkelheit schießen und alles in ein schauriges Licht tauchen. Sie hört Gelächter, es klingt drohend. Im grünlichen Licht tauchen für Bruchteile von Sekunden Gesichter auf und verschwinden gleich wieder, bevor sie sich ein konkretes Bild davon machen kann. Kyriel wälzt sich auf die andere Seite und träumt weiter. Etwas, das aussieht wie ein gigantisches grünes Auge. Ein grüner Balken, der auf einer Skala nach oben wandert. Wieder dieses Lachen. Kyriel fährt hoch und weiß im ersten Moment nicht, ob sie das Lachen nur geträumt hat oder ob sie es tatsächlich gehört hat. Sie lauscht in die Dunkelheit, aber es ist nichts zu hören. Das Lachen gab es offensichtlich nur in ihrem Traum, dieser Traum gehörte wohl zu der Sorte, die besonders realistisch ausfallen. Einigermaßen beruhigt legt sie sich wieder hin und schläft weiter. Vermutlich wird sie sich am nächsten Morgen gar nicht mehr an ihre merkwürdigen Träume erinnern können.

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54 Re: Das Rollenspiel am Fr Dez 26, 2008 10:37 pm



Zanrelot geht es wirklich ganz außergewöhnlich gut. Die Rückkehr ins Leben und in seine Heimat... Hier zu sitzen, im Kreise seiner lieben Bösen... Ihre genialen Pläne zu hören und sich deren Durchführung auszumalen... Na ja, und auch der Sekt tut das Seine. Kann man Alkohol auf nüchterneren Magen trinken, als wenn man viele Monate lang tiefgekühlt war? Die neugewonnene Lebenskraft, der Machtrausch und die Zukunftspläne steigen ihm zu Kopf. Er könnte ausnahmweise die ganze Welt umarmen. Na ja, die Unterwelt. Man muss es nicht gleich übertreiben. So hochprozentig ist der Sekt auch wieder nicht, dass Zanrelot Lust verspüren würde, Wächter zu knuddeln! Und überhaupt, knuddeln, das lässt er schon aus Gesundheitsgründen besser sein.

"Jona! Matreus! Eure Pläne sind genial!" ruft er begeistert aus und erhebt sein Glas erst in die Richtung des einen, dann des anderen. "Strom abstellen! Jjjjaaa! Wir werfen sie ins finstere Mittelalter zurück! Selbst auf die Gefahr hin, dass in solchen Situationen außergewöhnlich viele Menschenkinder entstehen, wie man sagt. Die paar kleinen Giftkröten mehr, ist mir das Vergnügen wert. Und dann das grüne Leitungswasser, hihihi! Das wird ein Schreck für die Lübecker! Grüner Sekt für alle! Äh, ich meine, grünes Wasser..."

Er stellt leicht verwundert fest, dass er sich irgendwann während seiner Ansprache vom Sitz erhoben hat und setzt sich wieder hin, während er ein paar Mal leise hickst. "Madreuss", murmelt er etwas undeutlich, "du biss ssuerst dran, mit dem grünen Wasser. Denn wenn der Schdrom erss weg iss, sieht man ja die schöne Farbe nich mehr. Un dann Jona middem Schdromausfall. Finssderniss für die Lübegger! Jawoll!"

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55 Re: Das Rollenspiel am Fr Dez 26, 2008 11:06 pm



Auch Lux hat das Glas erhoben und einen Schluck Sekt auf das neue Leben in der Unterwelt getrunken. Sie ist nicht weniger selig als die anderen. Doch erstens verträgt sie den Sekt besser als jemand, der zwischenzeitlich aus dem Leben gerissen war, und zweitens möchte sie einen klaren Kopf bewahren. Sie übertreibt es also nicht, hält sich stattdessen lieber an das grüne Elixier und beobachtet, was um sie herum vorgeht. Vielleicht ist das wichtiger, als große Pläne zu schmieden. Das überlässt sie momentan gern den Söhnen des Meisters, und ihre Ideen sind wirklich nicht schlecht.

Matreus kichert ausgelassen. Lux hat den Eindruck, dass er etwas angeheitert ist, aber vielleicht ist es doch nur die allgemeine Hochstimmung, die sie alle erfasst hat. Bei Zanrelot aber ist sie sich sehr sicher, dass er zuviel des Guten hatte. Noch geschwächt von dem erlittenen Zustand, treibt er ziemlich hilflos auf den Wellen des Alkoholrauschs dahin. Einerseits gönnt Lux es ihm so sehr, dass er endlich einmal ganz gelöst und geradezu glücklich wirkt. Doch auf der anderen Seite sieht sie, wie verwundbar er in diesem Zustand ist. Schlimme Bilder drängen sich ihrer Vorstellungskraft auf: ihr Meister, so arglos und verletzlich wie jetzt, den Menschen, vielleicht gar den Wächtern ausgeliefert... oder, schlimmer noch, einem Verräter seines Vertrauens...? Wie geht es überhaupt Jona? Der ist bemerkenswert nüchtern geblieben. Asche auf ihr Haupt, wenn sie ihm Unrecht tut! Aber sie wird diese Bilder nicht los...

Es kann nicht schaden, so nüchtern zu bleiben wie er. Lux schiebt das Sektglas weit von sich und nimmt noch einen großen Schluck von dem stärkenden, grünen Elixier. "Meister, mein Meister", sagt sie leise und liebevoll und hält ihm auch die Karaffe mit dem Zaubertrank hin, "nehmt noch etwas davon! Es verleiht Euch mehr Macht als das andere Zeug."

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56 Re: Das Rollenspiel am Sa Dez 27, 2008 12:04 am

Matreus freut sich über das Lob seines Meisters und erhebt glücklich sein Glas, als Zanrelot ihm zuprostet. Natürlich nimmt er auch noch einen ordentlichen Schluck aus seinem Glas und schenkt sich sogar noch etwas nach. Es ist ein so wundervoller Tag, der einfach gebührend gefeiert werden muss.

Zanrelot malt sich bereits aus, wie die Lübecker ohne Strom ins Mittelalter zurückversetzt werden und nimmt sogar in Kauf, dass dadurch einige Kinder gezeugt werden. Matreus hickst leise. „Das hat doch sogar einen Vorteil. Ein paar Lübecker mehr, die man ärgern kann“, sagt er und trinkt noch etwas Sekt.

Matreus hat Mühe, Zanrelots Anweisungen zu verstehen, die dieser in mittlerweile ziemlich alkoholisiertem Zustand nur noch undeutlich hervorbringt, er schafft es aber doch irgendwie, mitzubekommen, was er nun tun soll. Er schwankt leicht und grinst Zanrelot an. „Alles klar, Paps, grünes Wasser, wird sofort erledigt“, nuschelt er, leert noch schnell ein Sektglas und stellt es weg. Er hält einen der Zanreloten auf und befiehlt: „Grüne Farbe, aber fix!“ Der Zanrelot eilt davon und kommt kurz darauf mit dem Gewünschten zurück. Er winkt noch kurz in die Runde und läuft los. Sein erster Versuch, sich in die Oberwelt zu befördern, geht allerdings ziemlich daneben und er läuft gegen die nächste Wand. „Ups“, sagt er, reibt sich den Kopf und kichert. Der zweite Anlauf klappt besser und Matreus verschwindet in einer grünen Wolke.

In der Lübecker Wasserversorgung macht Matreus sich wenig später an den großen Wasserbecken zu schaffen. Er lässt die Farbe hineintropfen und singt leise: „Es grünt so grün wenn Zanrelot es will.“ Er verstöpselt das Fläschchen wieder und verlässt mit einem zufriedenen Grinsen den Ort des Geschehens. Wenig später ist er zurück in der Zentrale und verkündet: „Alles erledigt, Vater. Morgen werden die Lübecker eine grüne Überraschung erleben.“

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57 Re: Das Rollenspiel am Sa Dez 27, 2008 12:33 am

Jona lächelt seinem Vater zu, als er seine Idee mit dem Stromausfall gutheißt. Allerdings kann er nicht verstehen, dass Zanrelot eine so simple Idee wie grünes Wasser ebenso lobt. Es muss mit dem Sekt zu tun haben. Vielleicht auch zum Teil damit, dass Zanrelot eine gewisse Dankbarkeit dafür empfindet, dass Matreus einen nicht geringen Anteil zu seiner Rettung beigetragen hat. Nun, Jona muss zugeben, dass er darüber auch nicht undankbar ist, aber er muss es ja nicht gleich so herausposaunen wie sein Vater.

Jona ist entsetzt, wie sehr Zanrelot sich gehen lässt. Er trinkt viel zu viel Sekt und die Folgen des Alkohols sind schnell unübersehbar. Genau wie bei Matreus, der erst einmal gegen die Wand läuft, bevor er es schafft, in die Oberwelt zu gelangen. Jona zieht missbilligend die Augenbraue hoch und schiebt sein eigenes Sektglas ein Stück von sich. Er spürt Blicke auf sich und bemerkt, dass Lux ihn beobachtet – wieder einmal. Er erwidert ihren Blick nur kurz und bleibt ansonsten reglos. Es ist ihm egal, ob sie ihm vertraut oder nicht und was sie über ihn denkt. Der einzige Mensch, dessen Urteil ihm etwas bedeutet, ist sein Vater. Jona blickt zu ihm hinüber und lächelt ihn erneut an, während Lux sein Glas wegschiebt und ihm grünes Elixier aufnötigt. Wie gern würde er ihr nun klarmachen, dass sie keinerlei Recht hat, Zanrelot etwas zu verbieten oder ihn zu bevormunden, aber leider hat sie recht, dass der Sekt ihm nicht gut tut. Nur dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass Jona sie nur schweigend beobachtet.

Wenig später trifft Matreus wieder ein und erklärt, dass die Lübecker am nächsten Morgen eine grüne Überraschung erleben werden. Jona wendet sich seinem Vater zu. „Wenn die Lübecker diesen ersten Schock verdaut haben, werde ich meinen Teil erledigen und ihnen den Strom abstellen. Ein Zeichen von dir genügt, Vater, und ich werde loseilen.“

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58 Re: Das Rollenspiel am Sa Dez 27, 2008 11:02 pm



Zanrelot, der sich sonst nicht gern etwas sagen lässt, sondern lieber selbst Befehle erteilt, fügt sich brav, als Lux ihm den Sekt ausredet und das grüne Elixier hinschiebt. Er ergreift es und nimmt einige große Schlucke. Nun fühlt er sich gestärkt und wieder etwas klarer im Kopf, aber immer noch sehr müde. Es war ja auch ein ereignisreicher Tag, nach einer halben Ewigkeit in einem nicht gerade gesunden Zustand.

Erschöpft lässt Zanrelot den Kopf auf seine Arme sinken, behält aber seine lieben Bösen im Auge. Matreus, eifrig wie immer, bricht sofort auf, um die Mission "Grünes Wasser" in die Wege zu leiten. Zwar rennt er dabei erstmal gegen die Wand, aber wer könnte das besser nachfühlen als Sturkopf Zanrelot?

Als Matreus endlich erfolgreich verschwunden ist, wandert Zanrelots Blick zu Jona. Und der lächelt ihm zu! Das ist seligmachender als aller Sekt der Welt! Der verlorene Sohn, nach knapp einem halben Jahrtausend endlich bei ihm! Endlich erwidert er seine Lie.., äh, machtpolitischen Überlegungen.

Die Zeit vergeht wie im Flug, bis Matreus zurückkehrt und meldet, dass er seine Mission erfüllt hat. Sehr zufrieden lächelt Zanrelot ihm zu. "Ich freue mich darauf, ihre Gesichter zu sehen", sagt er schadenfroh, "wenigstens am Bildschirm." Als Jona verspricht, auf sein Zeichen hin sofort zur nächsten Missetat aufzubrechen, sieht er ihn dankbar an und erwidert: "Deine Zeit wird sehr bald kommen, mein Sohn. Aber erst lass uns noch genießen, was sie für Augen machen, wenn sie erwachen."

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59 Re: Das Rollenspiel am So Dez 28, 2008 12:08 am



Leonie erwacht langsam. Sie zieht sich die Decke bis zu den Ohren und reckt und streckt sich darunter noch eine Runde gemütlich. Ihr linker Fuß stößt dabei auf Widerstand. "Kasimir, mach dich nicht so breit!" murmelt sie schlaftrunken. Von dem Wadz kommt nur ein undeutliches Knurren und Murren zurück. Viel lauter aber knurrt sein Magen! "Kasimir, du musst dich schon entscheiden", rät Leo gähnend, "ob du liegenbleiben oder frühstücken willst." Denn so weit, dass sie ihm samstags ein Tablett mit Nougatbrötchen ans Bett bringt, wird es sicher nicht kommen!

Als Leo sich schließlich bis ins Bad geschleppt hat, ist Kasimir noch lange nicht aus den Federn gekommen. Doch als sie in der Küche sitzt, taucht er sehr bald auf. "Okay, ich schmier dir Nougatbrötchen", bietet Leo an, "wenn du mir in der Zwischenzeit ein Glas Wasser holst."

Als sie einen Haufen Brötchen für den ewig hungrigen Kasimir geschmiert hat, blickt sie auf und sieht das gewünschte Glas Wasser vor sich stehen. Und nicht nur das. Es ist grün! "Oh, wie schön", freut sich sich, "wusste gar nicht, dass Mama Waldmeistersirup gekauft hat. Danke, Kasimir, was für ein Service!" Durstig stürzt sie die grüne Flüssigkeit hinunter. Hm, keine so tolle Qualität: sieht zwar lustig aus, schmeckt aber eigentlich bloß wie normales Leitungswasser.

Leo schaut auf die Uhr. Das Wochenende hat gerade erst angefangen, ihre Geschwister werden so schnell noch nicht aus den Federn kommen - die haben ja auch keinen hungrigen Wadz zu versorgen! - und Leo hat nichts weiter vor. Klingt nach einem sehr entspannten Tag. Genau die Sorte Tag, die man mit einem ausgiebigen Schaumbad beginnen sollte. Leo marschiert ins Bad und dreht den Hahn auf. Während das Badewasser einläuft, geht sie zurück in ihr Zimmer, um sich frische Wäsche zurechtzulegen. Als sie wieder ins Bad kommt, stellt sie fest, dass schon jemand Badezusatz ins Wasser getan hat. Wie nett von Mama oder Sascha! Oder Kasimir? Egal, scheint jedenfalls Kiefernnadelnbad zu sein, der intensiv grünen Farbe nach. Sehr entspannend! Komisch, schäumt gar nicht. Muss wohl eins von diesen Ölbadern sein, die Julia verwendet: "für die reifere, trockene Haut". Nun, die hat Leo zwar noch nicht, aber auch noch keine Pickel wie die anderen drei. Genüsslich taucht sie in das warme, grüne Wasser ein und schließt verträumt die Augen. Sie sendet einen stillen Dank an denjenigen, wer auch immer es sei, der ihr so schönes, grünes Wasser eingelassen hat.

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60 Re: Das Rollenspiel am So Dez 28, 2008 12:43 am


Karo wird von dem Geräusch laufenden Wassers wach. Oh Mann, das ist bestimmt Leo, die badet ja so gern am frühen Morgen. Das nervt! Überhaupt nervt die ganze Welt oft tierisch, wenn man so tief in der Pubertät steckt wie Karo. Die kleine Schwester nervt; die Eltern nerven sowieso; Otti nervt mit seinen nachpubertären Lebensweisheiten; und am allerheftigsten nervt natürlich Pinkas, obwohl er ja andererseits sooo süß ist!

"Leeeooo!" schreit Karo und stopft sich die Finger in die Ohren. Das laufende Wasser hört sie trotzdem. Na gut, nimmt sie halt die Finger wieder raus, bringt ja eh nix. Mist! Karo sinkt in den Halbschlaf zurück und in ein Mittelding aus echtem Traum und Tagtraum: Laut gurgelnd strömt das Wasser der Trave in die Unterwelt. Unaufhaltsam dringt es in jeden Winkel des unterirdischen Reiches ein, um seine Bewohner ein für allemal zu vernichten. Sehr gut! Bloß Leo nervt, die rumjammert, das könne man doch nicht machen. Leo! Karo ist echt wütend auf sie. Wegen dem Wasser, weil sie es aufhalten will,... nein, weil sie es nicht aufhält! Weil sie es laufen lässt! Grässlich laut, am frühen Samstagmorgen! Hellwach springt Karo aus den Federn und flucht.

Extra laut stampfend, sucht sie die Küche auf. Warum sollen andere es besser haben als sie und schlafen können? Sie fischt ein Glas aus dem Schrank und dreht den Wasserhahn auf. Iiih, was ist das denn? Das Wasser ist ja grün! Na toll, der nächste Lebensmittelskandal! Karo kippt das Wasser weg, schnappt sich eine Flasche Cola und setzt sie direkt an den Mund. "Kyriel!" kreischt sie, denn ihre Eltern sind um die Zeit eh nicht wach, die Haushälterin aber schon. "Kyriel, guck mal, das Chemiewerk ist leck!"

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61 Re: Das Rollenspiel am So Dez 28, 2008 1:47 am

Kyriel steht, wie jeden Morgen, um sechs Uhr auf. Auch wenn am Wochenende die Familie Sörensen länger schläft als in der Woche, zu tun gibt es immer genug und Kyriel erledigt in den frühen Morgenstunden gerne ungestört die eine oder andere Aufgabe. Heute hat sie sich mit Flickarbeiten hingesetzt, sie schafft allerdings nicht allzu viel davon, denn Leonie steht erstaunlich früh auf und verschwindet erst einmal in der Küche, bevor sie sich ein Bad einlässt. Das hätte Kyriel noch nicht von ihrer Arbeit abgehalten, aber durch das Badewasser wird auch Karo geweckt, die sich lautstark darüber beschwert. Kyriel seufzt, Karo hat mal wieder ihre morgenmuffelige Phase.

Wenig später steht auch Karo auf und stampft durch das Haus. Spätestens jetzt dürfte die Nacht für alle Bewohner zu Ende sein. Oder allerspätestens, als Karo lautstark nach Kyriel ruft und behauptet, das Chemiewerk sei leck. Kyriel legt das Flickzeug beiseite und geht in die Küche. Karo sitzt da mit einer Flasche Cola in der Hand und Kyriel tadelt sie gutmütig: „Du solltest erst einmal etwas essen, bevor du deinen Magen mit so viel Zucker und Koffein belastest.“ Sie stellt Karo gleich eine Schüssel, Cornflakes und Milch hin, greift nach dem leeren Teller, auf dem noch Nugatcremereste kleben, und trägt ihn zur Spüle. „Was meinst du denn damit, das Chemiewerk sei leck?“, fragt Kyriel und dreht das Wasser auf, um den Teller abzuspülen. Sie starrt auf das grüne Wasser, das aus dem Hahn läuft und murmelt: „Ich sehe schon.“

Kyriel schnuppert an dem Wasser, kann aber nichts riechen. Sie hält den Teller in den Strahl, aber außer, dass die Nugatcreme abgespült wird, passiert nichts. Jetzt wagt sie es, den kleinen Finger mit dem Wasser zu benetzen, aber auch das hat keine negativen Folgen. Einigermaßen beruhigt meint sie: „Ätzend ist das Wasser schon mal nicht, aber trinken würde ich es auch nicht gerade. Ich glaube, ich rufe gleich mal beim Chemiewerk an. Dann erfahren wir ja, was hier los ist.“

Kyriel greift nach dem Telefon und ruft die Auskunft an. Schon bald ist die Verbindung zum Chemiewerk hergestellt und erfährt, dass es keine Panne oder sonstige ungewöhnliche Vorkommnisse gab. Kyriel bedankt sich und legt auf. „Mit dem Chemiewerk hat das grüne Wasser schon mal nichts zu tun. Aber was kann es denn sonst sein?“ Sie füllt ein Glas damit und schaut sich das Wasser gegen das Licht an. Die Farbe weckt ein ungutes Gefühl in ihr. Erinnerungsfetzen ihres nächtlichen Traums, den sie beim Aufwachen eigentlich schon vergessen hatte, schießen ihr durch den Kopf und sie stellt das Glas wieder weg. „Merkwürdig“, murmelt sie nachdenklich.

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62 Re: Das Rollenspiel am So Dez 28, 2008 3:47 am

Pinkas zieht sich stöhnend die Decke über den Kopf, als ein lautes Getrampel ihn aus dem Schlaf reißt. Da ist schon Wochenende und man kann trotzdem nicht auspennen, nur weil irgendjemand zu glauben scheint, dass niemand weiterschlafen darf, wenn er oder sie selbst wach ist. Wohl am ehesten sie. Und sehr wahrscheinlich ist es Karo, die hier wieder mal einen für sie typischen Auftritt hinlegt. Pinkas’ Vermutung wird bestätigt, als er Karo nach Kyriel rufen hört. Was schreit sie da? Das Chemiewerk ist leck?

Pinkas springt aus dem Bett, schlüpft in die Klamotten und eilt in die Küche, aus der Karos Rufe kamen. Als er dort ankommt und Karo sieht, vergisst er glatt seinen Ärger über das frühe Wecken, fährt er sich kurz durch die Haare und grinst sie kurz an, bevor er Kyriel beobachtet, die gerade ein Glas Wasser gegen das Licht hält. Es ist ganz grün. Pinkas tritt näher und verzieht das Gesicht, als er das Wasser sieht. „Was ist das denn?“, fragt er und sieht abwechselnd Karo und Kyriel fragend an.

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63 Re: Das Rollenspiel am So Dez 28, 2008 4:07 am

Otti träumt gerade von Larissa, als er durch lautes Gestampfe unsanft aus ihren Armen gerissen wird. Er dreht sich um, in der Hoffnung, weiterschlafen zu können, aber Karos Ruf, dass das Chemiewerk leck sei, treibt ihn auf die Füße. Er greift sich seine Klamotten und zieht sich auf dem Weg nach unten an, als er in der Küche ankommt, stopft er sich gerade das Hemd in die Hose. Mit wenigen Blicken hat er die Sachlage erkannt, das Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt, ist grün und niemand weiß, warum.

Otti nähert sich dem Glas und untersucht es selbst. Geruchsneutral ist es und hat keine ätzende Wirkung. Er stellt das Glas wieder weg und geht hinaus, um die anderen Wasserhähne zu kontrollieren. Als er das Bad öffnet, sieht er Leo im Wasser liegen, das genauso grün ist, wie das in dem Glas war. Er springt sofort wieder hinaus und ruft: „Tut mir leid! Ich habe nichts gesehen!“ Das war zwar gelogen, aber bestimmt fühlt Leo sich so besser.

Otti geht weiter und jeder Wasserhahn, den er kontrolliert, enthält nur dasselbe grüne Wasser. Er kehrt in die Küche zurück und sagt: „Es muss mit der Wasserversorgung zusammenhängen.“ Kurz entschlossen greift er zum Telefon und ruft die Wasserversorgungsgesellschaft von Lübeck an. Dort erfährt er, dass sie die Sache mit dem grünen Wasser inzwischen entdeckt haben, sich aber nicht erklären können, wie es dazu kam. Wenigstens erfährt er, dass eine Schnellanalyse des Wassers ergeben hat, dass es gesundheitlich völlig unbedenklich ist. Otti bedankt sich, legt auf und informiert alle darüber, was er gerade erfahren hat. „Wir können das Wasser also benutzen, aber trotzdem wäre es gut zu wissen, warum es diese Farbe hat.“ Leise murmelt er: „Wenn wir nicht genau wüssten … dann könnte man glatt glauben …“

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64 Re: Das Rollenspiel am Mo Dez 29, 2008 12:24 am



Leo erschrickt, als Otti plötzlich die Badezimmertür öffnet. Zum Glück ist er schnell wieder weg und hat nichts gesehen. Beim Baden dürfte ihr nämlich nicht mal Kasimir zugucken. Früher war er immer bei ihr, auch im Bad, aber irgendwie mochte sie das eines Tages nicht mehr so gern.

Für diese Uhrzeit an einem Samstagmorgen ist ganz schön viel Tumult im Haus. Leo wird neugierig, was das alles zu bedeuten hat. Sie verlässt die Wanne eiliger als sonst und macht sich nicht einmal die Mühe, sich abzutrocknen. Sie schlüpft nur rasch in Bademantel und Hausschuhe und steuert auf die Küche zu, von wo sie aufgeregte Stimmen hört.

"Moin", sagt sie beim Eintreten, doch niemand scheint sie zu bemerken. Alle starren auf ein Glas Wasser mit Waldmeistersirup und diskutieren. Nicht einmal Kasimir beachtet Leo. Der ist allerdings mehr mit Kühlschrankplündern als mit dem Wasser beschäftigt. Ein Glück für ihn, dass die anderen ihn nicht sehen können und im Moment auch nicht zur offenen Kühlschranktür schauen.

Gerade sagt Otti, man könne das Wasser benutzen, auch wenn man nicht wüsste, warum es diese Farbe hat. Also kein Waldmeistersirup? Und das Badewasser, war das etwa auch ohne Badezusatz grün? Na, hoffentlich ist sie dann überhaupt richtig sauber geworden. Schädlich ist es offenbar ja nicht und sie kann auch nicht behaupten, dass sie sich nach dem Trinken oder Baden schlecht fühlen würde. Wozu also die ganze Aufregung? Sieht doch ganz lustig aus. Leo mag es sowieso bunt.

Otti wirkt aber immer noch beunruhigt. Er sieht das grüne Wasser misstrauisch an und murmelt etwas von "man könnte glatt glauben". Was denn? Warum muss der große, oberschlaue Otti nur so gern in Rätseln sprechen? Er sieht so gedankenverloren aus, als ob er sich an irgendetwas erinnert. Was könnte das sein? Leo kramt in ihrem eigenen Gedächtnis. Bei diesem speziellen Grünton fallen ihr irgendwann Zanrelot und die Farbe seiner Magie ein. "Otti!" sagt sie lachend, "du meinst doch jetzt nicht Z, oder? Den gibt es schon lange nicht mehr." Seit dem Anruf der Hamburger Wächter ist das Leben der vier jungen Lübecker so herrlich unkompliziert geworden. Kein Zanrelot, kein Matreus, kein komischer "neuer" Jona. Irgendwie tun sie ihr zwar sogar leid, nach dem, was die neuen Wächter über ihr Ende erzählt haben. Aber es ist doch sehr angenehm, ohne Angst und den verantwortungsvollen Wächterjob zu leben. Otti soll einfach aufhören, sich und anderen unnötige Sorgen zu machen!

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65 Re: Das Rollenspiel am Mo Dez 29, 2008 12:51 am



Pinkas' Anblick bessert Karos morgenmuffelige Laune auf, jedenfalls für den Augenblick. Er ist einfach zu süß, mit seinen ewig strubbeligen Haaren, und gerade morgens stehen sie besonders schön wild ab. Da hilft es zum Glück auch nichts, dass er sich mit der Hand durch die Haare fährt. Sie schenkt ihm ein breites Grinsen.

Was das grüne Wasser angeht, sind Kyriel und Otti bereits aktiv geworden und haben telefonisch Erkundigungen eigezogen. Otti versichert, es bestehe keine Gefahr, und in wissenschaftlichen Dingen hat er in der Regel recht. Aber er selbst sieht trotzdem nicht wirklich beruhigt aus. Auch Kyriel wirkt irgendwie skeptisch. Karo hat gleichzeitig denselben Gedanken wie Otti, denn auch wenn er es nicht ausspricht: Er denkt an Z! Nur Leo scheint sich gar keine Sorgen zu machen und erinnert sie alle dran, dass Z & Co. nicht mehr sind.

Ja, die Bösewichter gibt es schon lange nicht mehr, und das ist gut so. Karo kann das Mitleid ihrer jüngeren Schwester mit diesen Schuften nicht verstehen. Die haben nur gekriegt, was sie verdient haben. Ja, sogar "Jona", nach dem, was über ihn berichtet wurde! Jona, der echte Jona, ist schon lange tot. Damals war Karo sehr traurig, aber wenn später irgendso ein Jonazombie erschaffen wurde und der wieder weg ist, weint sie ihm bestimmt keine Träne nach. Und erst recht nicht Zanrelot oder Matreus, diesen beiden Übeltätern!

"Unfriede ihrer Asche!" sagt Karo knallhart, "oder ihrem Eis, oder was sonst von denen übrig ist. Jedenfalls hat Leo recht: Die sind erledigt. Das komische grüne Wasser macht mir trotzdem Sorgen. Wenn da mal nicht unsere Politiker wieder einen Umweltskandal vertuschen! Ich trinke das jedenfalls nicht."

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66 Re: Das Rollenspiel am Mo Dez 29, 2008 4:10 pm

Pinkas hat für das ganze Wassergerede kein rechtes Ohr, besonders nicht, wenn Karo ihn so breit angrinst. Ob das Wasser nun rot, gelb blau oder eben grün ist, ist dann doch völlig egal. Erst als Leo Otti auslacht und von Z redet, horcht er auf. Otti glaubt doch wohl nicht wirklich daran, dass Z das Wasser eingefärbt hat? Auch Karo ist überzeugt, dass Z nichts damit zu tun hat und Pinkas nickt zustimmend. „Aus dieser Schneekugel kommen die nie raus. Und es wird ja wohl niemand so blöd sein, und die befreien. Überhaupt, wer vermutet denn schon, dass die Gestalten in der Kugel nicht nur irgendwelche Figürchen sind? Die hocken bestimmt in tausend Jahren noch da drin.“

Karo macht sich wegen des Wassers Sorgen, auch wenn die Analysen keine Gefahr ergeben haben. Sie denkt an die Vertuschung eines Umweltskandals und weigert sich, das Wasser zu trinken. Pinkas zuckt mit den Achseln und nimmt sich auch eine Flasche Cola aus dem Kühlschrank. „Wir haben ja noch genug andere Getränke im Haus“, meint er. „Bis das alle ist, ist das Wasser bestimmt wieder klar.“

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67 Re: Das Rollenspiel am Mo Dez 29, 2008 4:28 pm

Otti schaut zwischen Leo, Karo und Pinkas hin und her, die ihre Meinungen über die Ursache des grünen Wassers diskutieren. Ausnahmsweise sind sich alle einig, dass Z nicht dahinter steckt und Otti beeilt sich zu versichern: „Ja, ihr habt natürlich recht! Es ist einfach nur … Zufall, dass die Farbe so an Zanrelot erinnert. Hat alte Erinnerungen geweckt, das ist alles.“ Otti stellt das benutzte Glas in die Spülmaschine und denkt: ‚Puh, grad noch die Kurve gekriegt. Da hätte ich mich ja fast wieder zum größten Deppen gemacht.’ „Wie wär’s mit Frühstück?“ fragt er gut gelaunt in die Runde. „Ich habe heute nämlich noch was vor.“

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68 Re: Das Rollenspiel am Mo Dez 29, 2008 4:47 pm

Kyriel versteht von der Unterhaltung der vier Kinder herzlich wenig. Da fällt ein Name, Zanrelot oder Z, es geht um eine Schneekugel und Eis und daraus kann sie überhaupt keinen Zusammenhang herstellen. Und was hat das Wasser damit zu tun? Sie schaut missbilligend, als nach Karo auch noch Pinkas am frühen Morgen nach einer Colaflasche greift, und holt eine große Packung Milch aus dem Kühlschrank, um einen Krug Schokoladenmilch fürs Frühstück zu bereiten.

Als Otti nach dem Frühstück fragt, ist Kyriel gerade fertig damit und stellt den Krug auf den Tisch. Sie verteilt rasch die Teller und Tassen auf dem Tisch und holt alles für ein ordentliches Frühstück herbei. „Schon fertig“, sagt sie lächelnd zu Otti und deutet dann auf den Krug mit der Schokoladenmilch. „Ihr solltet lieber die trinken, statt dieses ungesunde Zuckerzeug da“, meint sie und stellt noch Orangensaft auf den Tisch. „Oder das hier, da bekommt ihr wenigstens auch noch ein paar Vitamine ab.“

Während die Kinder sich an den Tisch setzen, werkelt Kyriel noch ein bisschen in der Küche herum. Probehalber dreht sie den Wasserhahn noch einmal auf, aber es läuft noch immer grün heraus. Warum hat sie in der letzten Nacht von dieser Farbe geträumt, auch wenn es kein Wasser, sondern Licht war? Kyriel greift nach einem Lappen und wischt damit über das Becken, um die Wassertropfen aufzuwischen und um gleichzeitig den Traum aus ihrem Kopf zu wischen. Das hat bestimmt gar nichts zu bedeuten.

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69 Re: Das Rollenspiel am Di Dez 30, 2008 4:38 am



Leo wird ein bisschen mulmig zumute. Nicht wegen des Wassers, das doch eigentlich ganz hübsch aussieht. Auch nicht wegen Ottis Gefasel von Z. Aber Karos harte Worte haben Erinnerungen in ihr wachgerufen. Erinnerungen an Jona... Jona war ihr Freund, und was auch immer zwischenzeitlich mit ihm passiert ist, er ist doch immer noch Jona! Ihr Freund Jona, der nun für immer in einer Schneekugel steckt, zu Eis gefroren. In tausend Jahren noch, wie Pinkas vermutet, und Karo redet sehr herzlos über die Eingefrorenen. Leo dagegen stellt sich immer alles sehr bildlich vor, und was sie da in ihrer Fantasie sieht, gefällt ihr gar nicht. So ein Schicksal wünscht man niemandem, nicht einmal dem leibhaftigen Z - und schon gar nicht einem alten Freund wie Jona! Leo schluckt schwer.

Ottis Aufruf zum Frühstück und die guten Sachen, die Kyriel auftischt, kommen da gerade recht. Und Kasimir, der sich mal wieder ungeniert den Bauch vollschlägt, zaubert das fröhliche Grinsen zurück auf Leos Gesicht.

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70 Re: Das Rollenspiel am Di Dez 30, 2008 4:53 am



Hedda Sörensens Geist hat seit längerer Zeit Frieden gefunden. Zanrelot und seine Helfershelfer haben Lübeck verlassen und wurden später sogar von neuen Wächtern engültig besiegt. Sophie-Elise hat es ihr erzählt. Die hat nun auch endlich ihre Ruhe.

Hedda schläft friedlich. Seit langem hat nichts mehr ihre Ruhe gestört. Ab und zu erwacht sie kurz und wirft einen Blick auf die Kinder. Wie groß sie geworden sind! Prächtig entwickeln sie sich, jetzt, wo sie endlich nicht mehr diese schwere Last auf ihren Schultern tragen. Jedesmal nickt Hedda nach wenigen Augenblicken zufrieden wieder ein.

Nur einmal reißt etwas sie unsanft aus ihrem Schlummer. Es ist fast wie der Alarm in alten Zeiten, der sie immer auf den Plan rief, wenn Zanrelot neue Pläne hatte und die Wächter in Gefahr waren. Ein kurzer Gedanke an seltsames, grünes Wasser durchzuckt sie wie ein Blitz. Doch ein Blick auf die Wächter genügt, um sie zu beruhigen: Ihre Nachfahren sitzen wohlbehalten und sorglos am Frühstücktisch. Tante Hedda schläft tief und fest wieder ein. Dieser Reiz hat nicht genügt, sie dauerhaft zu erwecken.

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71 Re: Das Rollenspiel am Mi Dez 31, 2008 8:15 pm

Julia träumt von Urlaub in Afrika. Sascha und sie nehmen an einer Safari teil und sie beobachten eine Elefantenherde, die laut trompetend an ihnen vorbeitrampelt. Einer der Elefanten bricht plötzlich aus der Herde aus und rast direkt auf sie zu und sie schreit panisch auf, nur um sich in ihrem Bett wiederzufinden. Erleichtert stöhnt sie auf und streckt sich, es war nur ein Traum. Nur warum hört sie noch immer das Stampfen der Elefanten?

Julia schaut auf die Uhr und stöhnt noch einmal, diesmal nicht vor Erleichterung. Es ist Samstagmorgen und noch viel zu früh zum Aufstehen, jedenfalls nach ihrem Empfinden. Und ganz bestimmt viel zu früh, um durch das Haus zu stampfen und alle anderen aufzuwecken. Sie dreht sich wieder um, kann aber nicht mehr einschlafen. Irgendetwas ist anders als sonst, es fehlt etwas. Während Julia noch darüber nachgrübelt, was das sein könnte, kuschelt sie sich an Sascha und weckt ihn zärtlich. Warum soll er weiterschlafen können, wenn sie es nicht kann? „Guten Morgen“, sagt sie lächelnd und auf einmal fällt ihr auf, was fehlt. Sonst setzt Kyriel, die immer so früh auf ist, schon den Kaffee auf, aber heute ist da kein Kaffeeduft. „Lass uns mal runter zum Frühstück gehen“, schlägt sie vor und steht auf.

Als sie die Küche betritt, sitzen die Kinder bereits am Tisch und Kyriel macht sauber. So weit ein ganz normales Bild. Aber die Kaffeemaschine läuft tatsächlich nicht und Kyriel macht nicht einmal Anstalten, sie anzuschalten. „Guten Morgen“, sagt Julia ein wenig kühl und greift selbst nach der Kaffeekanne. Sie dreht das Wasser ein, lässt die Kanne volllaufen, ohne richtig hinzusehen, und trägt es zur Kaffeemaschine. Erst als sie beginnt, das Wasser einzufüllen, bemerkt sie, dass das Wasser grün ist. „Igitt, was ist das denn?“, ruft sie angewidert aus und schüttet es wieder weg. „Könnte mir mal jemand erklären, was hier los ist?“

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72 Re: Das Rollenspiel am Mi Dez 31, 2008 8:54 pm

Pinkas verzieht das Gesicht, als Kyriel die Schokoladenmilch auf den Tisch stellt. Als ob sie noch Babys wären, die keine Cola vertragen! Er nimmt noch schnell einen Schluck aus der Flasche, bevor er sich an den Tisch setzt und sich auf das Frühstück stürzt.

Julias Morgengruß klingt leicht unterkühlt, als sie in die Küche kommt und nach der Kaffeekanne greift. Pinkas hält kurz mit dem Kauen inne. Ob die Zoff mit Sascha hatte? So wirklich interessiert es ihn aber auch wieder nicht und er kaut weiter, während Julia Kaffeewasser aufsetzen will. Sie braucht eine Weile, um zu bemerken, dass es ganz grün ist und Pinkas grinst, als sie es angewidert wegschüttet und wissen will, was hier los ist. Er zuckt mit den Schultern und antwortet: „Hast du doch gerade gesehen, das Wasser ist grün.“

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73 Re: Das Rollenspiel am Mi Dez 31, 2008 9:08 pm

Otti setzt sich an den Tisch und träumt beim Frühstücken von Larissa. Seit er nicht mehr als Wächter tätig sein muss, hat sich ihre Beziehung deutlich vertieft und sein Leben könnte nicht besser laufen. Und daran kann grünes Wasser ja wohl nichts ändern!

Als Julia Kaffee kochen will und das grüne Wasser bemerkt, will sie natürlich wissen, was los ist. Otti verdreht die Augen, als Pinkas antwortet, das habe sie doch gesehen. Ganz bestimmt ist das nicht die Antwort, die Julia erwartet hat. „Wir haben deswegen schon telefoniert, das Chemiewerk hat keinen Störfall gemeldet und das Wasserwerk sagt, das Wasser sei zwar grün, aber gesundheitlich unbedenklich. Bestimmt ist das nur eine vorübergehende Erscheinung und erledigt sich bald von selbst.“

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74 Re: Das Rollenspiel am Mi Dez 31, 2008 9:14 pm

Kyriel wünscht Julia freundlich einen guten Morgen und wischt die Kaffeekanne sauber, nachdem Julia das grüne Wasser ausgeschüttet hat. Sie überlässt es Pinkas und Otti, ihr alles zu erklären und holt in der Zwischenzeit ein paar Flaschen stilles Mineralwasser aus dem Keller. Sie befüllt damit die Kaffeemaschine und sagt entschuldigend zu Julia: „Es tut mir leid, dass ich noch nicht dazu kam, mich um den Kaffee zu kümmern, aber es ging ein wenig drunter und drüber.“ Sie stellt ihr eine Tasse frisch aufgebrühten Kaffee hin und Julias Laune scheint sich gleich zu bessern. Vorsorglich stellt sie auch für Sascha eine Tasse frischen Kaffee bereit, es kann nicht mehr lange dauern, bis er auch auftaucht

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75 Re: Das Rollenspiel am Do Jan 01, 2009 10:42 pm



Sascha hat ganz schön Mühe, wach zu werden. Natürlich findet er es schön, dass Julia sich an ihn kuschelt und ihn zärtlich weckt. Aber muss sie deshalb gleich aufstehen? Na ja, sie kann nicht wissen, dass er zwar, mit ihr zusammen, relativ zeitig ins Bett gegangen ist, aber nochmal aufgestanden ist, sobald sie eingeschlafen war. Die neueste Erfindung, an der er arbeitet, hat ihn einfach nicht losgelassen: der japanische Wasserenthärter, den er nachzubauen versucht. Einfach in die Wasserleitung einbauen, und das kühle Nass sprudelt fertig entkalkt aus dem Hahn. Calgon-Tabs ade! Na ja, und deshalb war er halt erst nach vier Uhr morgens im Bett und ist jetzt alles andere als ausgeschlafen. Er hat sich aber auch darauf verlassen, dass er am Samstag lange schlafen könnte, und nun das! Lärm im Haus und Julia schon auf den Beinen, obwohl ein Blick auf die Uhr ihm sagt, dass das jetzt echt noch nicht sein müsste!

Also gut, Julia zuliebe steht er dann halt auf, aber es geht alles etwas langsamer als sonst. Wie ein Schlafwandler wankt er ins Bad, braucht dort Stunden, obwohl seine Morgentoilette nicht einmal den Namen "Katzenwäsche" verdient, dann zurück ins Schlafzimmer und das Nächstbeste angezogen (z.B. eine weiße und eine dunkelblaue Socke). Schließlich schlurft Sascha, mit immer noch halbgeschlossenen Augen, in die Küche, wo unnötigerweise die ganze Familie schon versammelt ist. Und hell ist das! Widerlich... Und laut!

Die ganze Diskussion um das Wasser hat Sascha verpasst, so spät, wie er gekommen ist. Dass die paar Spritzer Wasser, mit denen er sich das Gesicht "gewaschen" hat, grün waren, hat er gar nicht erst mitgekriegt. Aber dass eine Tasse Kaffee auf seinem Platz steht, das ist gut. Er steuert, noch ganz benommen und wortlos, darauf zu, doch dann besinnt er sich. Erstmal ein Glas Leitungswasser, um den schalen Geschmack aus dem Mund zu bekommen, sonst schmeckt der Kaffee nicht. Er latscht zur Spüle und füllt sich ein Glas Wasser ab. Und, oh Wunder, diesmal merkt er, dass es gritzegrün ist! Ach du Sch...! Das liegt bestimmt an dem Filter, den er nachts heimlich in die Leitung im Keller eingebaut hat! Hastig kippt er das Glas aus und grinst breit in Richtung seiner Familie. "Schöner Morgen heute, nicht?"

Er inspiziert unauffällig den Kaffee. Na, ein Glück, die braune Farbe des Kaffees scheint die grüne des Wassers zu übertönen. Er muss unbedingt hinunter in den Keller und den Filter ausbauen, bevor irgendjemand den Unfall bemerkt. "Ja, also, Leute, die Sonne scheint, ich bin sicher, ihr wollt alle nach draußen. Ich wünsch euch einen schönen Tag. Hab was unten in der Werkstatt zu tun..."

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