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Die Erfüllung des Fluchs

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1 Die Erfüllung des Fluchs am Fr März 27, 2009 5:15 pm

Samira

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Admin
Cole muss zu seinem großen Bedauern feststellen, dass er Mephistopheles nicht überzeugen kann, Smilla mitzunehmen. Vielleicht wäre es ihm ja gelungen, wenn er noch etwas mehr Zeit gehabt hätte, aber Professor Panter beendet den Unterricht und Cole bleibt nichts anderes übrig, als das Klassenzimmer zu verlassen. Kurz bevor er durch die Tür tritt, schaut er noch mal zurück und sieht, wie Mephistopheles Caym irgendwas ins Ohr flüstert. Was die beiden Dämonen da zu tuscheln haben, bekommt Cole nicht mit, aber es interessiert ihn auch nicht besonders. Er hat ganz andere Probleme, schließlich fängt jetzt die Freizeit an und die Kutsche seines Vaters wartet vermutlich bereits vor dem Tor. Cole geht in den Schlafsaal, wo er seine Schultasche ablegt und sich reisefertig macht. Er vertauscht die Schuluniform gegen eine schwarze Hose und ein hellblaues Seidenhemd und zieht sich eine dunkelblaue Samtjacke darüber, auf deren Brusttasche das Wappen von Newcastle upon Tyne eingestickt ist. Nachdem er sich im Spiegel vom korrekten Sitz seiner Kleidung überzeugt hat, verlässt er den Schlafsaal und auch den Gemeinschaftsraum, ohne auf Smilla zu warten. Mit etwas Glück überlegt sie es sich ja noch und bleibt doch lieber hier. Cole geht zum Tor, wo tatsächlich die Kutsche bereits auf ihn wartet. Der Kutscher öffnet ihm die Tür und Cole steigt ein und setzt sich auf das gemütliche Polster. „Wir warten noch fünf Minuten, falls Miss Sly bis dahin nicht hier ist, fahren wir ab“, ordnet er an und schaut auf die Uhr, um die fünf Minuten auch ganz bestimmt nicht zu überziehen.

Smilla geht nach dem Unterricht sofort in den Schlafsaal, um sich für die Freizeit umzuziehen. Ein Abendkleid, wie es vom Schulball noch herumhängt, wäre für ein solches Wochenende overdressed, aber Jeans und Turnschuhe müssen es in diesen Kreisen auch nicht sein. Sie wählt ein Kostüm, das ihre Mutter ihr mal geschenkt hat, das sie aber noch nie anhatte. Es besteht aus einem relativ kurzen Rock und einem tailliert geschnittenen Jäckchen aus dunkelgrünem Stoff. Dazu trägt sie eine dezente, weiße Bluse, schwarze Lackschuhe und etwas Silberschmuck. Mit Slytherinfarben und elegantem Understatement liegt man nie falsch. Sie packt noch rasch ein Täschchen mit dem Nötigsten und eilt vors Schultor, wo die Kutsche bereits wartet. Smilla lässt sich vom Kutscher die Tür aufhalten und nimmt neben Cole Platz. "Na, dann wollen wir mal", sagt sie und überspielt, dass sie doch etwas aufgeregt ist. Man ist ja nicht alle Tage zu Gast bei Familie von-und-zu. In so einem Schloss zu wohnen, ist doch nochmal eine andere Sache, als auf einer Plantage.

Cole will gerade dem Kutscher den Befehl zum Abfahren geben, als Smilla doch noch auftaucht und sich neben in setzt. Er kommentiert ihre Bemerkung gar nicht, sondern unterzieht sie nur einer genauen Musterung. Ihr Rock ist ziemlich kurz, was sie sich allerdings durchaus leisten kann, und überhaupt ist an ihrer Kleidung leider nichts auszusetzen. Er befiehlt dem Kutscher loszufahren und schon breiten die geflügelten Pferde die Schwingen aus und ziehen die Kutsche in den Himmel. Die Reise nach Newcastle upon Tyne dauert so natürlich nicht lange, und als die Kutsche sanft auf der Auffahrt zum Schloss aufsetzt, kann Smilla einen ersten Blick auf das prunkvolle Schloss werfen, ein strahlend weißes Gebäude mit prächtigen Säulen und einer breiten Treppe. Der Teich vor dem Schloss bevölkert wundervolle Koi-Karpfen und seltene Wasservögel, die gemütlich darauf herumdümpeln. Die Kutsche bleibt vor der Treppe stehen und ein Diener öffnet die Kutschentür. Coles Eltern stehen bereits da, um den Besuch zu begrüßen und er überlässt es seinem Vater, Smilla in Empfang zu nehmen.

Edward steht mit seiner Frau am Fuße der Schlosstreppe und erwartet die Kutsche, mit der Smilla und Cole anreisen. Als sie schließlich hält und ein Diener die Kutschtür geöffnet hat, tritt Edward heran und streckt Smilla lächelnd die Hand entgegen, um ihr aus der Kutsche zu helfen. „Herzlich willkommen in Newcastle upon Tyne, Smilla“, sagt er herzlich zu ihr. „Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Reise. Ihre Eltern sind noch nicht eingetroffen, aber wir erwarten auch sie in Kürze. Ich schlage vor, Cole zeigt Ihnen schon einmal Ihr Zimmer und dann treffen wir uns im Salon für eine kleine Erfrischung.“ Er wendet sich Cole zu, der gerade aus der Kutsche steigt, und begrüßt auch ihn. „Guten Tag, Cole. Schön dich zu sehen. Bringst du Smilla dann gleich in dein Zimmer? Dir habe ich das Gästezimmer direkt gegenüber zurechtmachen lassen. Wenn sich Smilla ein wenig frisch gemacht hat, bringst du sie bitte in den Salon.“

Nachdem Edward den Gast aus Schottland begrüßt hat, reicht auch Lady Elisabeth Smilla die Hand. „Auch ich heiße Sie herzlich willkommen, Miss Sly“, sagt sie freundlich aber ein wenig steif. Sie lässt ihre Blicke über das Mädchen schweifen und schließlich stiehlt sich sogar ein Lächeln auf ihr Gesicht, das man beinahe als wohlwollend bezeichnen könnte. „Ich hoffe, dass Sie sich hier wohlfühlen werden.“ Sie lächelt jetzt freundlich. „Bitte entschuldigen Sie mich, ich muss noch mit der Köchin das Abendessen besprechen. Sie sind bei Cole und meinem Mann ja in besten Händen.“ Sie wendet sich Cole zu und begrüßt auch ihn. „Guten Tag, Cole. Ich bin froh, dich zu sehen.“ Sie lächelt ihn warm an. „Wir sehen uns gleich im Salon wieder, dann haben wir mehr Zeit füreinander.“

Cole verdreht heimlich die Augen, als seine Eltern Smilla willkommen heißen. Er erwidert höflich ihre Begrüßungen und presst die Lippen zusammen, als sein Vater ihn auffordert, Smilla zu seinem Zimmer zu bringen. Schlimm genug, aber muss er unbedingt auch noch das Zimmer genau gegenüber zugeteilt bekommen? Hätte es dann nicht wenigstens das Gästezimmer sein können, das so weit wie möglich von seinem Zimmer entfernt ist? Nachdem der Höflichkeit Genüge getan ist, sagt er zu Smilla: „Dann komm mal mit.“ Er führt sie zu seinem Zimmer und öffnet die Tür für sie. „Hier ist es. Richte dich erst mal ein, ich hol dich dann später ab und bring dich in den Salon.“ Ohne weiteres Wort verlässt er das Zimmer und geht hinüber in das Gästezimmer, das sehr viel kleiner als sein eigenes ist und auch nicht so hell. Missmutig lässt er sich auf das Bett fallen und starrt zur Decke. Wie soll er dieses Wochenende nur überleben?

Smilla hat sich während der Fahrt fest vorgenommen, sich auf keinen Fall beeindruckt von Coles Zuhause zu zeigen (Angebern muss man nicht noch Munition liefern), doch als sie es erblickt, muss sie sich schon sehr zusammenreißen. Beinahe wäre ihr doch ein "Oh" und "Ah" entfahren, beim Anblick dieses strahlend weißen Palastes! Ein Diener öffnet die Tür der Kutsche und Coles Vater steht persönlich bereit, um Smilla beim Aussteigen behilflich zu sein. Graziös entsteigt sie dem Gefährt, nickt dem Diener kurz höflich zu und strahlt ihren Gastgeber an. "Ich freue mich sehr, Sie wiederzusehen, Mister Carter!" sagt sie mit ehrlicher Freude. Dann lernt sie auch Coles Mutter kennen und grüßt sie ehrerbietig: "Guten Tag, Lady Elisabeth!" Zum Glück wirkt die adlige Dame nicht sehr steif, sondern eher herzlich. Smilla beginnt sich zu fragen, woher Cole seine fiese Ader hat, wenn doch beide Eltern so nett sind. Besonders mit seinem sympathischen Vater hat er doch gar keine Ähnlichkeit. Smilla wird einmal den Gärtner oder Chauffeur der Lady näher unter die Lupe nehmen müssen... Cole, von wem auch immer er abstammt, geleitet Smilla missmutig, aber mit förmlicher Höflichkeit zu seinem - ihrem! - Zimmer. Auch hier zeigt sie sich völlig unbeeindruckt und schaut dieses Luxusgemach so gleichgültig an, als hätte sie nie in etwas anderem gewohnt. Erst als Cole sich entfernt hat, lässt sie sich mit einem kleinen Jubelschrei rückwärts auf das breite Bett fallen. Echt der Wahnsinn! Ihr Wochenenddomizil ist wie aus einem Groschenroman ausgeschnitten! So lässt es sich aushalten.

Cole bleibt eine ganze Weile auf dem Bett liegen und starrt zur Decke. Er hat überhaupt keine Lust, Smilla abzuholen und in den Salon zu bringen. Wie die sich hier aufführt, ganz als würde sie hierher gehören. Kommt daher wie eine Prinzessin, dass sogar seine Mutter anscheinend vergessen hat, dass sie eine Schottin des verhassten Clans vor sich hat. Er wird wohl im Salon ein paar entsprechende Bemerkungen fallen lassen müssen, um die Ordnung wiederherzustellen! Cole bleibt so lange es nur irgend geht auf dem Bett liegen. Erst als es wirklich höchste Zeit wird, in den Salon aufzubrechen, rafft er sich auf und öffnet die Tür des Gästezimmers. Leise tritt er an die Tür seines Zimmers heran und platzt dann einfach hinein. Und da liegt Smilla doch tatsächlich gemütlich auf seinem Bett! Cole beobachtet sie von oben herab und sagt steif: „Wenn du dann den Unterschied zwischen Strohsack und Federdaunen lang genug genossen hast, es wird Zeit, in den Salon zu gehen.“ Cole wartet, bis Smilla sich erhoben hat und geleitet sie dann zum Salon. Wie es sich gehört, lässt er sie vorgehen und meldet dann seiner Mutter: „Du hast ja vorhin schon kurz das Vergnügen mit Smilla Sly vom Clan der MacCruels gemacht. Bestimmt freust du dich schon darauf, ihre nähere Bekanntschaft zu machen.“ Seine Stimme lässt keinen Zweifel daran, dass seiner Meinung nach kein Anlass zur Freude besteht.

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2 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Fr März 27, 2009 5:21 pm

Samira

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Lady Elisabeth erwartet im Salon Cole und Miss Sly, während Edward vor dem Tor auf die Ankunft von Smillas Eltern wartet. Die Kutsche dürfte jeden Augenblick eintreffen. Cole taucht auch wenige Augenblicke später in Begleitung von Miss Sly auf und nennt noch einmal ihren vollständigen Namen. Elisabeth versteift sich, als das Mädchen vorhin vor ihr stand, eine durchaus vornehme und anmutige Erscheinung, hatte sie völlig verdrängt, dass dies ein Spross der MacCruels ist. Sie blickt ihren Sohn vielsagend an sagt: „Danke, Cole.“ Dann mustert sie Smilla deutlich kühler als zuvor. Edward hat das wirklich ganz geschickt gemacht, als er die junge Dame nur Smilla nannte und ausschließlich ihre Vorzüge betonte. Er hat eindeutig einen Narren an diesem Mädchen gefressen und Elisabeth wird wohl alle Hände damit zu tun haben, dafür zu sorgen, dass sie sich nicht so wohl hier fühlt, dass sie am Ende gar nicht mehr gehen möchte. Natürlich darf sie sich Edward gegenüber nichts anmerken lassen. „Bitte nehmen Sie Platz, Miss MacCruel, der Tee wird gleich serviert“, sagt sie höflich aber kühl und ein Diener rückt ihr den Stuhl zurecht.

Als Cole Smilla aus ihrem (seinem) Zimmer abholt und einen dummen Spruch über Federdaunen und Strohsäcke macht, grinst sie ihn frech an und erwidert: "Ist mir schon klar, dass du auf keinem Strohsack schläft. Das Stroh wurde ja verbraucht, um deinen Kopf zu füllen." Auf dem Weg zum Salon schaltet sie natürlich wieder um, von rotzfrecher Göre auf vornehme, junge Dame. Die Gastgeberin kümmert sich mit formvollendeter Höflichkeit um sie, aber sie wirkt doch etwas unterkühlt. Smillas erster Eindruck von ihr war besser als er zweite. Coles Vater ist so viel herzlicher als die Mutter. Aber so sind nun mal die Engländer und speziell ihre Adligen. Auf Coles Vater trifft ja beides zum Glück nicht zu. Smilla lässt sich die Laune nicht verderben und denkt sich, dass die Lady bestimmt auch noch auftaut, wenn sie sich selbst nur freundlich und offen ihr gegenüber verhält. Mit einem unbekümmerten Lächeln antwortet sie: "Einfach nur Miss Sly oder Smilla, bitte!" Dann nimmt sie am Tisch Platz und zwinkert dem Diener zu, der ihr so zuvorkommend dabei hilft. Sie spitzt die Ohren. Irgendwelche Geräusche von der Eingangstür her fesseln ihre Aufmerksamkeit. Die Kutsche mit Smillas Eltern ist soeben angekommen.

Das Ehepaar Sly steigt aus und sieht sich um. Sie sind korrekt, aber nicht besonders vornehm gekleidet. Sie sind eben ganz normale Bürgerliche, die brav und unerkannt unter ihren Muggelnachbarn leben. Die weißen Schafe der Familien Sly und MacCruel, so gar nicht spleenig wie der Rest der Sippe. Etwas unsicher sehen sie sich um, im Angesicht dieser prunkvollen Residenz.

Edward tritt herzlich lächelnd auf Smillas Eltern zu. „Guten Tag, mein Name ist Edward Carter. Sie müssen Mrs. und Mr. Sly sein.“ Er begrüßt beide mit einem warmen Händedruck und versichert: „Ich freue mich sehr, Sie kennenzulernen. Herzlich willkommen auf Schloss Newcastle, ich hoffe, dass Sie sich wohlfühlen werden und einen schönen Aufenthalt haben werden. Bitte folgen Sie mir, ich werde Ihnen gleich Ihr Zimmer zeigen. Um das Gepäck müssen Sie sich nicht kümmern, es wird Ihnen aufs Zimmer gebracht.“ Edward geleitet die Slys zu ihrem Zimmer und sagt freundlich: „Sie wollen sich bestimmt ein wenig frisch machen. In einer halben Stunde hole ich Sie dann zum Tee ab, wenn es Ihnen recht ist. Ihre Tochter Smilla ist auch schon eingetroffen, Sie werden sie dann im Salon treffen.“ Edward entfernt sich und kehrt eine halbe Stunde später zurück. Er geleitet Smillas Eltern zum Salon und stellt sie erst seiner Frau vor. „Elisabeth, darf ich dir die Slys vorstellen?“ Lady Elisabeth mustert die Slys von Kopf bis Fuß. Es sind einfache Leute, aber zumindest sind sie korrekt gekleidet. Höflich begrüßt sie die Gäste. „Guten Tag, Mrs. und Mr. Sly. Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen.“ Edward erwartet nicht mehr von seiner Frau als diese wenigen Worte und übernimmt wieder. Er führt die Slys zu Cole und stellt sie auch ihm vor. Danach deutet er freundlich auf die Plätze. „Nehmen Sie doch bitte Platz, der Tee wird sofort serviert.“ Er wendet sich Cole zu. „Du wirst selbstverständlich Smillas Tischherr sein, würdest du sie also bitte zum Tisch geleiten?“

Cole geht gar nicht erst auf Smillas freche Bemerkung wegen des Strohs ein, mit dem angeblich sein Kopf gefüllt ist, sonst regt er sich nur auf und ihre Anwesenheit wird dann nur noch schlimmer für ihn. Und dann tut die hier auch noch so vornehm. Wenn seine Mutter wüsste, was Smilla ihm gerade an den Kopf geworfen hat, würde sie diese Schottin im hohen Bogen aus dem Schloss werfen lassen – direkt bis nach Schottland! Als Coles Vater mit den Slys hereinkommt, mustert er sie unauffällig. Auf den ersten Blick sehen die einfach nur sehr normal aus. Er begrüßt sie kühl aber höflich, aber als sein Vater ihn zu Smillas Tischherrn bestimmt, verdreht er heimlich die Augen. Auch das noch. Cole reicht Smilla den Arm und geleitet sie zum Tisch, wo ein Diener ihr den Stuhl zurechtrückt. Cole setzt sich neben sie, lässt sich Tee einschenken und ein Stück Kuchen reichen. Langsam beginnt er zu essen und zu trinken, solange sein Mund voll ist, muss er wenigstens nicht Konversation mit Smilla oder ihren Eltern machen.

Die Slys verlieren ein wenig ihre Scheu, als der Hausherr sie herzlich begrüßt. "Sehr angenehm", erwidert Smillas Vater, "das ist meine Frau, Sinistra Sly, und ich bin Sylvester. Herzlichen Dank für Ihre Einladung! Wir freuen uns sehr auf dieses Wochenende." Auf dem Weg zu ihrem Zimmer sehen die Slys sich mit unverhohlener Bewunderung im Schloss um. So etwas haben sie bisher höchstens im Zuge ihrer Arbeit als Historiker gesehen, aber niemals bewohnt. "Schön haben Sie es hier", sagt Sinistra, was natürlich die Untertreibung des Jahrhunderts ist, aber was soll sie schon sagen? Sie ist ja schon froh, dass es ihr nicht ganz die Sprache verschlägt. Nachdem sie es sich in ihrem luxuriösen Zimmer häuslich eingerichtet haben, werden sie in den Salon geleitet und Lady Elisabeth vorgestellt. Mit großer Herzlichkeit, aber etwas zu überschwänglich, ergreift Sinistra die Hand der adligen Dame und schüttelt sie. "Sie sind also Coles Mutter, wie schön, Sie kennenzulernen!" Dann fällt ihr Blick auf ihre Tochter, die von dem jungen Mann zum Tisch geführt wird. Sie stürzt auf sie los und schließt sie in ihre Arme. "Smilla-Mäuschen, da bist du ja! Wie geht es dir? Gut siehst du aus!" Sylvester klopft seiner Tochter kumpelhaft auf die Schulter. Dann setzen sich auch die Slys zu Tisch. Smilla strahlt beide an und beginnt dann zu essen. Sinistra ist begeistert von dem leckeren Kuchen und fragt die Dame des Hauses: "Ui, haben Sie den selbst gebacken?"

Edward lächelt die Slys freundlich an, die offenbar mit dem Prunk hier ein wenig überfordert sind. Er erinnert sich noch gut daran, welchen Eindruck das Schloss bei seinem ersten Besuch auf ihn machte. Zwar verfügte er über großen Reichtum, aber dieser Prunk war ihm fremd, ebenso wie das gestelzte und steife Getue, das diese vornehmen Adligen immer an den Tag legen. Inzwischen hat Edward sein Benehmen ein wenig seiner Umgebung angepasst, aber nach wie vor sind ihm Leute wie die Slys lieber, als diejenigen, die über Bürgerliche die Nase rümpfen oder ihnen das Gefühl geben, weniger wert zu sein. Das war auch einer der Gründe, warum er Elisabeth geheiratet hat. Er steckte sich das Ziel, ihr dieses adlige Getue abzugewöhnen und ihr beizubringen, Menschen nur nach dem zu beurteilen, was ihren Charakter ausmacht. Ihre Schönheit lockte ihn natürlich auch, das muss er offen zugeben, aber eigentlich ist er in diese Ehe ein wenig hineingestolpert. Bereut hat er es nie, nur, dass er so lange zugelassen hat, dass Elisabeth die Erziehung ihres gemeinsamen Sohnes Cole ganz nach ihrem Sinne in die Hand nahm, war ein großer Fehler. Nun, wenn alles nach seinen Plänen verläuft, kann er an diesem Wochenende mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Slys gefallen ihm jedenfalls und er sagt herzlich zu ihnen: „Wenden Sie sich nur jederzeit an mich, wenn Sie irgendetwas brauchen.“

Lady Elisabeth versteift sich, als Mrs. Sly ihre Hand ergreift und kräftig schüttelt. Sie mustert die Schottin kühl und zieht behutsam aber deutlich ihre Hand aus dem Griff von Mrs. Sly. Elisabeth wirft Edward einen wütenden Blick zu, das ist alles nur seine Schuld. Aber die Slys, besonders Mrs. Sly, macht sich noch weiterer gesellschaftlicher Unmöglichkeiten schuldig. Sie eilen auf ihre Tochter zu, nennen sie vor allen Leuten Smilla-Mäuschen und der Vater klopft ihr auch noch auf die Schulter. Elisabeth hat Mühe, nicht in Ohnmacht zu fallen. Diese Familie ist einfach schrecklich. In diesem Moment fragt Mrs. Sly danach, ob Elisabeth den Kuchen selbst gebacken habe und Elisabeth fächelt sich mit ihrem Taschentuch Luft zu, da sie das Gefühl hat, jeden Moment in Ohnmacht zu fallen. Deutlich pikiert mustert sie Mrs. Sly und sagt steif: „Nein, Mrs. Sly, für die Dienste in der Küche haben wir selbstverständlich Personal. Wir haben einen Koch eingestellt, der sich auch in der Konditorei bestens auskennt. Elisabeth bleibt, solange es die Höflichkeit gebietet, und entschuldigt sich dann. „Das Abendessen beginnt bald, bleiben Sie ruhig hier im Salon, bis es soweit ist“, sagt sie noch und eilt dann davon und in ihr Zimmer. Wie soll sie es ertragen, dass diese unmöglichen Menschen hier in ihrem Schloss herumlaufen? Sie hofft nur, dass dieses Wochenende schnell vorübergeht.


Cole konzentriert sich so gut es geht darauf, seinen Kuchen zu essen und seinen Tee zu trinken. Zu seinem Leidwesen bekommt er trotzdem das überaus peinliche Verhalten von Smillas Eltern mit und verdreht heimlich die Augen. Er hat größtes Mitgefühl mit seiner Mutter, die offenbar am Rande einer Ohnmacht steht und er wünscht, er könnte es ihr gleichtun und einfach den Salon verlassen. Aber ihm ist völlig klar, dass sein Vater das nicht zulassen würde, schließlich ist er Smillas Tischherr. Das Schicksal hat sich eindeutig gegen ihn verschworen!

Sinistra Sly schaut Lady Elisabeth mit mütterlicher Besorgnis nach, als sie sich eilig entfernt. Sie war zuletzt sehr blass, schien unter Atemnot zu leiden und sich insgesamt gar nicht gut zu fühlen. Solche adeligen Damen sollen ja oft von recht zarter Konstitution sein. Teilnahmsvoll fragt Sinistra den netten Mr Carter: "Ist Ihre arme Frau krank? Geht es ihr nur heute nicht gut, oder ist das ein dauerhafter Zustand? Wenn sie immer so blass ist, kann ich ihr täglich ein paar Stunden Gartenarbeit empfehlen, das wirkt Wunder." Sie überlegt kurz, dann strahlt sie den Hausherrn an und schlägt vor: "Soll ich zu ihr gehen und ein bisschen mit ihr reden? So ein Gespräch von Frau zu Frau tut doch meist sehr gut." Smilla fühlt sich unwohl. Im Gegensatz zu ihren Eltern, die sich stets nur in sehr kleinbürgerlichen Kreisen (und bevorzugt auch noch unter Muggeln) aufgehalten haben, kennt sie auch die andere Welt: die ihrer spleenigen Verwandtschaft, wo es auch Reiche und Adelige gab. Diese Leute sitzen heute in Askaban und St. Mungo, aber Smilla kann sich noch gut an dieses andere Leben und die dort geltenden Regeln erinnern. Sie hat feine Antennen dafür, dass hier zwei Welten aufeinanderprallen und das nicht gut gehen kann. Arme Mummy, die ahnungslos von einem Fettnäpfchen ins andere tappt! Daddy scheint auch nichts zu merken, er grinst sie fröhlich an. Sie zwinkert ihm zu und lächelt, aber wohlfühlt sie sich nicht in ihrer Haut.

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3 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Fr März 27, 2009 5:24 pm

Samira

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Edward schaut seiner Frau stirnrunzelnd hinterher, als sie geradezu fluchtartig den Salon verlässt. Mrs. Sly hat sich zwar nicht ganz so verhalten, wie es in Adelskreisen üblich ist, aber sie ist ja auch keine Adlige. Er ärgert sich heimlich über die Intoleranz seiner Frau, lässt sich davon aber nichts anmerken. Als Mrs. Sly ihn besorgt fragt, ob Elisabeth krank sei, lächelt er sie beruhigend an. „Nein, machen Sie sich nur keine Sorgen, es ist nur eine kurze Unpässlichkeit. Bis zum Abendessen geht es ihr sicher wieder gut.“ Über Mrs. Slys Vorschlag, Elisabeth solle täglich ein paar Stunden Gartenarbeit machen, lächelt er mühsam beherrscht, beinahe hätte er laut losgelacht. Allein die Vorstellung, wie Elisabeth mit gerümpfter Nase vor einem Beet steht und sich weigert, die groben Arbeitshandschuhe anzuziehen, ist einfach zu komisch. „Ich kann es ihr ja mal vorschlagen“, meint er schmunzelnd, wobei er natürlich nicht vorhat, es wirklich zu tun. Mrs. Sly scheint sich wirklich große Sorgen um Elisabeth zu machen, denn sie fragt, ob sie zu ihr gehen soll, um ein bisschen mit ihr zu plaudern. Edward kann sich lebhaft vorstellen, was seine Frau davon halten würde und er schüttelt lächelnd den Kopf. „Sie hat sich bestimmt ein wenig hingelegt. Lassen wir sie einfach ein wenig ruhen. Aber es ist sehr freundlich von Ihnen, sich solche Gedanken um meine Frau zu machen.“ Er lächelt sie besonders herzlich an und schaut dann zu Smilla, die zwar gerade ihren Vater anlächelt, aber es ist deutlich zu sehen, dass ihr das Ganze ziemlich peinlich ist. Edward unterhält sich nach dem Tee lebhaft mit seinen Gästen. Er berichtet von den letzten Ferien, die Smilla in Amerika verbracht hatte, und streicht heraus, was für einen guten Eindruck sie dort bei ihm hinterlassen hat. Er macht auch keinen Hehl daraus, wie sympathisch sie ihm ist und seine Worte dürften jedes Elternherz höher schlagen lassen. So verfliegt die Zeit im Nu, und als Edward schließlich auf die Uhr schaut, ist es bereits Zeit für das Abendessen. „Oh, verzeihen Sie bitte, nun habe ich Ihnen den ganzen Nachmittag mit meinen Erzählungen gestohlen. Ich hoffe, Sie können mir verzeihen, aber ich fühle mich eben so wohl in Ihrer Gesellschaft, dass ich völlig die Zeit vergessen habe.“ Edward gibt einem Diener den Auftrag, seine Frau zu holen und einem anderen, das Abendessen servieren zu lassen. Dass der Tisch bereits im Esszimmer gedeckt ist, daran hat er keine Zweifel. Auf das Personal konnte er sich noch immer verlassen. „Bitte folgen Sie mir doch ins Esszimmer, Sie haben bestimmt inzwischen Appetit auf etwas Kräftigeres als ein Stück Kuchen. Cole, du geleitest selbstverständlich Smilla zu Tisch. Mrs. Sly, darf ich Ihnen meinen Arm reichen? Ihr Einverständnis selbstverständlich vorausgesetzt, Mr. Sly.“

Lady Elisabeth hat ihre Nerven nach einem kurzen Nachmittagsschläfchen wieder unter Kontrolle. Als der Diener ihr Bescheid sagt, dass das Abendessen fertig ist, zieht sie sich ein Abendkleid an, das ein wenig schlichter ist als das, was sie üblicherweise trägt. Ihr Mann soll ihr nicht vorwerfen können, dass sie den schottischen Gästen das Gefühl gibt, in Lumpen gekleidet zu sein, auch wenn es ihrer Meinung nach beinahe der Wahrheit entspricht. Wenigstens hat die Tochter einen besseren Geschmack, was ihre Garderobe angeht. Lady Elisabeth betritt als Erste das Esszimmer. Sie begutachtet den gedeckten Tisch, auf den die Diener gerade die Platten mit verschiedenen Sorgen Fleisch, Geflügel, Gemüse, Salate und Beilagen stellen. Es soll ihnen niemand nachsagen können, sie seien schlechte Gastgeber. Zufrieden nickt sie und lässt sogar ein paar Flaschen Champagner bereitstellen. Die Gäste werden sicher gleich eintreffen und irgendwie wird sie diesen Abend auch noch überstehen. Und sie hat sich fest vorgenommen, sich von Mrs. Sly nicht mehr aus der Fassung bringen zu lassen.

Cole hört sich gelangweilt die Erzählungen seines Vaters an. Wie er Smilla über den grünen Klee lobt, das passt doch auf keine Kuhhaut! Im Gegensatz zu seinem Vater vergeht ihm die Zeit jedenfalls viel zu langsam und er ist erleichtert, als es schließlich Zeit fürs Abendessen ist. Danach wird er sich so schnell wie möglich zurückziehen, im Gästezimmer ist er ja dann endlich für einige Stunden von Smillas Anblick verschont. Aber bis dahin dauert es leider noch eine Weile und, wie bereits befürchtet, besteht sein Vater darauf, dass er Smilla zu Tisch führt. Er selbst reicht Smillas Mutter den Arm und Cole reißt sich zusammen und reicht Smilla den seinen. „Darf ich bitten?“, fragt er betont höflich und führt sie dann zum Speisesaal. Cole wünscht seiner Mutter, die bereits anwesend ist, einen guten Abend, führt Smilla zu ihrem Platz und setzt sich dann neben sie. Er lässt sich von den Dienern ein Stück Filetsteak und Bratkartoffeln vorlegen und beginnt zu essen, als alle am Tisch sitzen. Verstohlen schaut er zur Uhr und am liebsten würde er die Zeiger ein bisschen anschubsen, damit die Zeit schneller vergeht.

Als der freundliche Gastgeber meint, er habe ihnen mit seinen Erzählungen den Nachmittag gestohlen, widersprechen die Slys heftig. Sie haben den Nachmittag sehr genossen. All diese aufregenden Begebenheiten aus einer für sie fremden Welt! Und was er über ihre Tochter gesagt hat, erfüllt sie sichtlich mit Stolz und Freude. Inzwischen ist es schon Zeit fürs Abendessen. "In Ihrer Gesellschaft vergeht die Zeit wie im Flug, Mr Carter!" sagt Sinistra lächelnd. Als der vornehme Herr ihr dann auch noch seinen Arm reicht, wird sie knallrot wie eine Tomate und strahlt. Ihr Ehemann schmunzelt und fragt: "Ich muss das jetzt zuhause aber nicht auch immer so machen?" Sinistra lacht, aber eigentlich würde es ihr gar nicht schlecht gefallen. Im Esszimmer warten bereits Lady Elisabeth und ein wahres Schlaraffenland voller Köstlichkeiten. "Erwarten Sie noch mehr Besuch?" entfährt es Mrs Sly prompt. Sie setzt sich und, statt auf die Diener zu warten, greift sie sich eine Fleischgabel und langt beherzt zu. Ihrem Mann häuft sie gleich auch ordentlich was auf den Teller. Seit dem All-Inclusive-Büffet auf Mallorca hatten sie schließlich nicht mehr die Gelegenheit, nach dem Motto "all you can eat" zu speisen. Smilla sitzt ungewöhnlich schweigsam neben Cole und fühlt sich äußerst unbehaglich. Ihr Blick wandert zwischen ihm und ihren peinlichen Eltern hin und her, und zu Lady Elisabeth schaut sie lieber erst gar nicht hin. Über all dem ist ihr der Appetit vergangen und sie lässt sich von den Dienern nur wenig von den Köstlichkeiten vorlegen. Sie sieht den Champagner. Ihre Eltern sind an so etwas Feines und überhaupt an Alkohol nicht so gut gewöhnt. Ein furchtbarer Gedanke schießt ihr durch den Kopf: "Hoffentlich betrinken sich meine Eltern nicht noch, sie sind ja nüchtern schon peinlich genug!" Für sie als kleine Tränkebrauerin ist es ohnehin eine äußerst würdelose Vorstellung, wehrlos unter dem Einfluss irgendeines Tranks oder Getränkes zu stehen und sich daneben zu benehmen.

Edward findet die Slys sehr sympathisch. Ihnen fehlt es zwar ein wenig an gesellschaftlichem Schliff, aber gerade ihre ungezwungene und lebhafte Art gefällt ihm. Deshalb ermuntert er sie noch: „Greifen Sie ruhig zu, es freut mich, dass es Ihnen so gut schmeckt.“ Edward bemerkt, wie peinlich Smilla das Verhalten ihrer Eltern ist, und zwinkert ihr aufmunternd zu. „Smilla, Sie haben eine Diät bestimmt nicht nötig, Essen Sie ruhig.“ Er lächelt und meint: „Sonst müssen Sie am Ende noch nachts in die Küche schleichen, weil Sie vor Hunger nicht schlafen können.“

Lady Elisabeth ist, im Gegensatz zu ihrem Mann, alles andere als begeistert von den schottischen Besuchern. Da beweist es sich wieder einmal, dass in Schottland nur Barbaren leben! Ihr wird beinahe übel, als sie die Berge von Essen auf den Tellern sieht und auf die Bemerkung, ob sie noch mehr Besuch erwarten, verzieht sie nur das Gesicht zu einer Grimasse, die hoffentlich zumindest halbwegs wie ein Lächeln aussieht. Sie findet es absolut unerträglich, und nachdem sie ihren Teller halb geleert hat, lässt sie ihn abräumen und entschuldigt sich: „Ich fürchte, ich bekomme eine Migräne. Bitte verzeihen Sie, dass ich mich schon so früh zurückziehe. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und eine gute Nacht.“ Elisabeth verlässt so schnell, wie es gerade noch schicklich ist, den Speisesaal und zieht sich in ihr Zimmer zurück, wo sie sich mit einem tiefen Seufzer in ihrem Sessel niederlässt.

Edward wünscht seiner Frau eine gute Nacht, als sie geht. Er ist sogar erleichtert, dass sie sich so rasch zurückgezogen hat, das kommt ihm heute durchaus entgegen. Nach dem Essen kündigt er an: „Und jetzt wollen wir auf Ihren Besuch und ein wunderschönes Wochenende anstoßen.“ Edward steht auf und geht zu den Gläsern hinüber, und während einer der Diener die erste Flasche mit einem Knall öffnet. Er steht direkt zwischen den Gästen und Edward, so sieht niemand, dass er in zwei der Gläser ein paar Tropfen aus einem Fläschchen hineinträufelt. Er sorgt dafür, dass diese beiden Gläser bei Smilla und Cole landen, und erhebt dann das Glas. „Auf das Wohl unserer Gäste, Familie Sly“, sagt er und prostet allen zu.


Cole verdreht die Augen über das unmögliche Verhalten von Smillas Eltern. Und sein Vater ermuntert die auch noch! Wenigstens ist es Smilla schön peinlich, das kann man deutlich sehen. Übertrieben freundlich flüstert er ihr spöttisch zu: „Du musst dich nicht weiter verstellen, lass deinem schottischen Wesen ruhig freien Lauf.“ Nach dem Essen wird Champagner serviert und Cole nimmt sein Glas nur widerwillig zur Hand. Wer will schon auf diese Schotten trinken? Aber die Höflichkeit gebietet es, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und so erhebt auch er das Glas auf die Gäste. Rasch trinkt er einen ordentlichen Schluck des Champagners, die entspannende Wirkung lässt ihn den Abend vielleicht etwas leichter ertragen.

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4 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Fr März 27, 2009 5:26 pm

Samira

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Smilla kichert erleichtert, als Mr Carter sie auf seine typische, freundliche und humorvolle Weise zum Essen ermuntert. Sie greift nun doch tüchtig zu, denn es sieht alles sehr lecker aus. Auf Coles Bemerkung, sie solle ihrem schottischen Wesen ruhig freien Lauf lassen, entgegnet sie mit einem gekonnt bedrohlichen Sly-Blick: "Wenn ich DAS irgendwann tue, Cole, dann bring dich besser vorher in Sicherheit!" Mr Sly ist ganz ins Essen vertieft, aber seine Frau schaut teilnahmsvoll der Lady hinterher, die sich wegen Migräne entfernt. "Sie ist wohl wirklich ein sehr zartes Wesen", sagt sie zu Edward, "vielleicht muss sie einfach mal raus. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, sie hat es hier wunderschön. Aber manchmal braucht man einfach eine Luftveränderung, um zu Kräften zu kommen. Was halten Sie davon, wenn Ihre liebe Frau mal für ein paar Wochen zu uns kommt? Ich würde sie schon aufpäppeln, mit deftiger, schottischer Hausmannskost. Wir zwei Frauen könnten uns den ganzen Tag unterhalten, zwischendurch kochen oder stricken oder den Vorgarten umgraben, das würde ihr sicher sehr gut tun." Als Edward Carter Champagner serviert, freut sich besonders Mr Sly. Er trinkt gern mal ein gutes Tröpfchen jeglicher Art. Für Mrs Sly zählt eher das Besondere, Edle an diesem Getränk. Es rundet das märchenhafte Ambiente ihres Ferienortes ab. Smilla findet es aufregend, dass sie das Gleiche trinken darf, wie die Erwachsenen. Mrs Sly prostet dem netten Gastgeber zu: "Slainthe mhath!" "Das heißt hier 'cheers', Liebes", verbessert ihr Mann sie nachsichtig. Mit so was wie Kneipensprüchen kennt er sich besser aus als sie. "Oh, ja! Cheers! Auf die liebe Familie Newcastle upon Tyne!" "Cheers!" schließen sich Mr Sly und Smilla an und erheben ihr Glas. Leise sagt Smilla dann noch in Richtung Cole: "Slainthe mhath! Das heißt übrigens 'gute Gesundheit', das kannst du gebrauchen, vor allem im Oberstübchen." Sie lächelt liebenswürdig zu ihren reizenden Worten. Smilla beobachtet, wie Cole den Champagner hinunterstürzt. So macht man das also in adligen Kreisen mit diesem edlen Zeug? Komisch, aber solche Leute sind halt spleenig. Die spinnen, die Engländer! Egal, man soll sich den Sitten des Gastlandes anpassen, also kippt Smilla ihren Champagner auch auf Ex runter. Es dauert nur wenige Augenblicke, bis ihr wohlig warm im Magen und interessanterweise auch im Kopf wird. Ihr ist etwas schwummerig, aber das ist durchaus angenehm. Sie hat auf einmal blendend gute Laune und ist völlig entspannt. Ist doch so was von egal, ob ihre Eltern sich daneben benehmen! Das muss man alles ganz locker sehen. Sie grinst breit vor sich hin, mit leicht glasig-abwesendem Blick. So viel zur beinahe ersten Erfahrung mit Alkohol, aber da ist noch etwas... Diese Hitze breitet sich von Bauch und Kopf in den ganzen Körper aus und wird immer stärker. Seltsamerweise brennt sie am heißesten in ihrem Unterleib.

Cole schnaubt nur spöttisch, als Smilla ihm rät, sich vorher in Sicherheit zu bringen, falls sie ihrem schottischen Wesen freien Lauf lässt. „Huu, jetzt habe ich aber Angst“, verhöhnt er sie und lässt sie kurzerhand links liegen. Der Champagner kommt ihm da gerade recht, und er kümmert sich kein Stück darum, ob es schicklich ist, sein Glas in einem Zug zu leeren oder nicht. Schon gar nicht, als Smilla ihm erklärt, was dieses schottische Kauderwelsch für einen Trinkspruch darstellt und dass er die gute Gesundheit für sein Oberstübchen brauchen könnte. „Er zischt ihr nur zu: „Kein Wunder, dass ihr Schotten euch so was wünscht, denn niemand kann es besser brauchen als ihr!“ Wie gut es tut, die Wut mit einem so edlen Tropfen hinunterspülen zu können! Leider kann er Smilla nicht zurechtweisen, als sie ihr Glas ebenfalls auf Ex leert, er ist ja schließlich mit schlechtem Beispiel vorangegangen. Er schaut sie von der Seite an, und als er ihren glasigen Blick und das geradezu selige Grinsen in ihrem Gesicht sieht, muss er kichern. Verwirrt unterbricht er sich, er fühlt sich sehr eigenartig. So leicht, beinahe schwebend. Er hätte den Champagner wohl besser doch nicht so rasch herunterstürzen sollen. Ach was, warum eigentlich nicht? Das Gefühl ist eigentlich ganz angenehm und sogar Smillas Anwesenheit ist plötzlich erträglich geworden. Cole genießt das leicht beschwipste Gefühl. Er hat schon Erfahrung mit Champagner gemacht und kennt es bereits, aber heute fühlt es sich irgendwie anders an. Ob es daran liegt, dass er so schnell getrunken hat? Aber ein Glas ist doch nicht so viel, als dass es einen so großen Unterschied machen könnte. Außerdem fühlt er die Wirkung nicht nur in seinem Kopf, sondern in seinem gesamten Körper! Ihm ist, als würde er unter Strom stehen, sein Herz schlägt schneller und seine Atmung beschleunigt sich leicht. Er rutscht unruhig auf seinem Stuhl herum und spürt, wie ihm das Blut noch in ganz andere Bereiche als in seinen Kopf fließt. Cole versteht nicht, warum sein Körper so reagiert. Natürlich gab es das früher schon, er ist ja ein ganz gesunder junger Mann, aber nie bei Tisch und schon gar nicht in Gesellschaft einer Schottin. Und dann auch noch DIESER Schottin! Cole muss zusehen, dass er schleunigst hier wegkommt, bevor noch irgendjemandem auffällt, womit er sich gerade herumplagt. Cole sagt mit leicht gepresster Stimme zu seinem Vater: „Bitte entschuldige mich, ich würde mich gerne zurückziehen. Ich habe die letzte Nacht nicht gut geschlafen und muss unbedingt ein wenig Schlaf nachholen. Gute Nacht allerseits.“ Er wartet gar nicht, bis sein Vater ihm erlaubt aufzustehen, sondern schiebt gleich den Stuhl zurück, erhebt sich und dreht sofort den Anwesenden den Rücken zu. So rasch es das gute Benehmen zulässt, eilt er auf die Tür zu und verschwindet auf dem schnellsten Weg im Gästezimmer.

Edward lächelt Smilla zu, als sie nun doch tüchtig zugreift. Dass sie und Cole einander wieder angiften, beobachtet er mit gemischten Gefühlen. Ob das Aphrodisiakum bei einer so tiefen Feindschaft überhaupt Wirkung zeigen kann? Nun, einen Versuch ist es in jedem Fall wert. Edward wendet seine Aufmerksamkeit wieder Smillas Eltern zu, insbesondere Mrs. Sly, die sich in den Kopf gesetzt hat, Elisabeth etwas Gutes zu tun. Er muss sich das Lachen verkneifen, als Mrs. Sly vorschlägt, Elisabeth solle sie in Schottland besuchen, den ganzen Tag mit ihr reden, gute schottische Hausmannskost genießen, kochen, stricken und den Garten umgraben. Er schafft es gerade so, seine Erheiterung hinter einem herzlichen Lächeln zu verstecken. „Ich danke Ihnen für diese überaus freundliche Einladung. Vielleicht ergibt es sich ja tatsächlich einmal, dass meine Frau Sie in Schottland besucht. Und vielleicht begleite ich sie sogar, ich würde mir gerne einmal ihre Heimat ansehen. Aber dann soll niemand arbeiten müssen, es wäre mir ein Vergnügen, mit Ihnen eine Rundreise zu unternehmen, um mir die Sehenswürdigkeiten anzusehen.“ Als der Champagner serviert wird, benutzt Mrs. Sly einen schottischen Trinkspruch und wird von ihrem Mann berichtigt, der ihr erklärt, dass man in England „Cheers“ sagt. Edward erhebt das Glas, als sich alle dem Cheers anschließen und versucht sich seinerseits an dem schottischen Trinkspruch. „Slainthe mhath“, sagt er liebenswürdig, auch wenn es nicht ganz so schottisch klingt wie bei seinen Gästen. Lachend meint er: „Ich glaube, das muss ich noch ein wenig üben.“ Edward beobachtet verstohlen, wie Cole sein Glas Champagner deutlich genervt hinunterstürzt und Smilla es ihm gleichtut. Er versteckt sein zufriedenes Lächeln, indem er selbst noch einmal an seinem Glas nippt, und behält die beiden im Auge. Schon bald erkennt er, dass die Tropen zu wirken beginnen. Smilla lächelt mit leicht glasigem Blick vor sich hin und Cole rutscht unruhig auf seinem Stuhl herum. Als Cole sich plötzlich entschuldigt und sich betont eilig wegdreht, ruft er ihm nur hinterher: „Natürlich, Cole. Gute Nacht.“ Er wendet sich an seine Gäste. „Es ist schon sehr spät geworden, vielleicht sollten wir uns alle zur Ruhe begeben, damit wir für den morgigen Tag gut ausgeruht sind.“ Edward sorgt dafür, dass Smillas Eltern wohlbehalten ihr Zimmer erreichen und ermuntert sie, jederzeit zu klingeln, falls sie etwas wünschen. Dann bringt er noch Smilla zu ihrem Zimmer und wünscht auch ihr eine gute Nacht und zieht sich zurück. Allerdings nicht zu weit, denn er möchte doch wissen, ob sein Plan auch aufgeht.

Smilla betrachtet Cole und aus irgendeinem Grund fällt ihr auf, dass er recht niedlich ist. Obwohl er so ein Idiot ist! Aber auch Idioten können niedlich sein, siehe Gilderoy. Bevor sie ihn sich noch genauer aus dieser neuen Perspektive ansehen kann, springt er leider auf und verlässt eilig den Raum. Ihr ist es sehr recht, als Mr Carter allen Gute Nacht sagt und sie zu ihren Schlafgemächern geleitet. Sie ist zwar kein bisschen müde, wäre jetzt aber doch lieber allein. Oder nicht wirklich "allein"? Wenn sie sich nur erklären könnte, was in ihr vorgeht. Irgendeine Sehnsucht zieht mächtig an ihr, wenn sie nur wüsste, wonach. Sie verabschiedet sich für die Nacht von ihren Eltern, die müde und zufrieden schlafen gehen, und vom Gastgeber. Smilla putzt sich die Zähne und zieht ihr Nachthemd an. Nun liegt sie auf ihrem Bett, eigentlich Coles Bett, und ihr wird schnell klar, dass sie nicht einschlafen wird. Sie wälzt sich unruhig hin und her und bohrt ihre Nase in die Bettwäsche. Ihr Geruchssinn ist seltsam verfeinert, wie der eines Hundes, und sie glaubt, Cole zu riechen, obwohl das Bettzeug frisch gewaschen ist. Der Geruch ist nicht unangenehm, ganz im Gegenteil. Die Hitze in Smillas Unterkörper brennt immer stärker und nun kitzelt es da auch noch so komisch. Vermutlich muss sie mal pinkeln. Sie steht auf, tritt aus dem Zimmer auf den Gang und sucht das Klo. Sie findet es nach kurzer Zeit, erleichtert sich - und verspürt dennoch keine Erleichterung. Leicht verwirrt sucht sie den Rückweg zu ihrem Zimmer. Vor einer Tür bleibt sie schnuppernd stehen. Da ist er wieder, der Duft aus ihrer Bettwäsche. Hier muss es wohl sein. Sie öffnet die Tür. Ups, das war doch die falsche! Auf dem Bett liegt Cole. "Hi", haucht Smilla und bleibt auf der Schwelle stehen. Das Mondlicht fällt auf ihr dünnes Nachthemd und macht es fast durchscheinend.

Als Cole im Gästezimmer angekommen ist, reißt er sich förmlich die Kleidung vom Leib, er kann das einengende Gefühl keine Sekunde länger ertragen. Aber anstatt Erleichterung zu empfinden, wird sein Zustand eher noch schlimmer. Unruhig läuft er auf und ab und beschließt schließlich, eine kalte Dusche zu nehmen. Er greift nach seinem Bademantel und geht ins Bad, wo er das Wasser tatsächlich auf ganz kalt stellt. Als das eisige Wasser auf seine Haut trifft, stöhnt er unwillkürlich auf. Sein ganzer Körper bebt, aber er bleibt tapfer darunter stehen, bis er den Eindruck hat, sich wieder unter Kontrolle zu haben. Er zieht den Bademantel wieder an und geht zurück ins Gästezimmer. Cole legt den Bademantel ab und greift nach seinem Pyjama. Aber kaum berührt der Satin seine Haut, wirft er das Ding mit einem Fluch wieder fort. Die Wirkung der Dusche hält ja wirklich nicht lange an. Missmutig wirft er sich aufs Bett und wälzt sich ruhelos darin herum, nur bedeckt von einer leichten Decke, die ihm eigentlich auch schon viel zu viel ist. Wie gerne würde er sich jetzt Erleichterung verschaffen, aber Cole weiß ganz genau, dass seine Mutter davon hören würde, die Zimmermädchen würden ihr jede noch so kleine Spur gnadenlos stecken. Was sie davon hält, hat Cole zu Beginn seiner Pubertät bereits erfahren dürfen, und er hat keine Lust darauf, sich diese Standpauke noch einmal anzutun. „So etwas tut man nicht in unseren Kreisen“, imitiert er sie sarkastisch und wälzt sich wieder auf die andere Seite. Cole öffnet die Augen, als er einen Lichtstrahl wahrnimmt. Die Gestalt, die er da sieht, kann nicht wahrhaftig vor ihm stehen, sie muss aus seiner Fantasie geboren sein. Niemals würde Smilla zu ihm kommen und „hi“ hauchen. Aber sie sieht schon sehr real aus, und ihr Körper, den er dank des Mondlichtes und der Dünne des Stoffs ihres Nachthemds nur zu deutlich erkennen kann, entlockt ihm einen sehnsüchtigen Seufzer. Cole ist völlig davon überzeugt, dass er sich Smilla nur einbildet. Vermutlich hat er vorhin nur die Tür nicht richtig geschlossen und das Mondlicht gaukelt ihm etwas vor. Kurz entschlossen steht er auf, wobei er keinen Gedanken daran verschwendet, dass er gänzlich unbekleidet ist. Er nähert sich der Smilla-Gestalt, die sich einfach nicht in Luft auflösen will, und als er direkt vor ihr steht, streckt er zögernd die Hand nach ihrer Wange aus und streicht behutsam darüber. Coles Hand zittert leicht, als er sie wieder sinken lässt. Er versinkt in Smillas Anblick, in ihren schimmernden, schwarzen Augen, dem roten Mund, der so danach lockt, geküsst zu werden, die Rundungen unter ihrem Nachthemd, die danach schreien, erforscht zu werden. Cole versteht nicht, wieso er diese Gedanken auf einmal hat, das da ist schließlich Smilla, die ihn nicht leiden kann und die er genauso wenig mag. Trotzdem klingt seine klingt ganz rau, als er zu ihr sagt: „Du hast dich wohl im Zimmer geirrt, warte, ich zeige dir den Weg.“ Er greift nach ihrer Hand und führt sie hinüber, wo er die Tür öffnet und sie eintreten lässt. Cole schafft es nicht, Smillas Hand wieder loszulassen. Aber er kann doch nicht einfach mit reingehen? Schließlich ist er mehr als unschicklich bekleidet, nämlich gar nicht. Ein Geräusch auf dem Gang lässt ihn zusammenfahren, jetzt ist keine Zeit mehr, darüber nachzudenken, ob es schicklich ist, dass sie zusammen in einem Zimmer sind. Rasch schlüpft er hinter Smilla in sein Zimmer und schließt die Tür, Smillas Hand noch immer in seiner. Coles Blicke wandern erneut über Smillas Körper, und ohne wirklich zu merken, was er tut, zieht er sie näher an sich heran. Er kann nicht anders, er muss sie einfach berühren. Er muss wissen, wie ihr Haar sich anfühlt, ihre zarte Haut, und er möchte noch viel mehr von ihr sehen. Ganz langsam zieht er ihr das Nachthemd aus und seine Augen glühen geradezu, als er sie über ihren Körper wandern lässt. Er sieht in ihr nicht mehr Smilla, die verhasste Schottin, sondern Smilla, das begehrenswerte Mädchen. Und es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass er sie begehrt, das ist offensichtlich.

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5 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Fr März 27, 2009 5:30 pm

Samira

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Wie in Trance steht Smilla immer noch in der Türöffnung und beobachtet, wie Cole sich aus dem Bett erhebt und auf sie zu kommt. Er ist vollkommen unbekleidet, doch sie kann nicht behaupten, dass es sie stört. Er sieht wirklich gut aus, perfekt wie eine griechische Adonisstatue. He, das hier ist kein Gott, das ist Cole, der Idiot! Aber rein äußerlich ... Es knistert regelrecht, als seine Hand sanft ihre Wange berührt. Smilla fühlt sich wie elektrisiert, doch auf wesentlich angenehmere Art, als von der Panter. Widerstandslos lässt sie sich von Cole an die Hand nehmen und zu ihrem Zimmer führen. Das Geräusch auf dem Gang kriegt sie nicht einmal mit. Hier steht sie nun in ihrem Schlafzimmer, nur mit einem dünnen Nachthemd bekleidet, allein mit einem vollkommen nackten und erregten Cole. Normalerweise fände sie diese Situation zum Schreien und Weglaufen. Doch was für sie sonst ein Albtraum wäre, erscheint ihr in diesem Moment wie ein Traum, aus dem man gar nicht mehr aufwachen möchte. Sie verspürt auch nicht den Drang, sich zu wehren, als er ihr das Nachthemd abstreift. Es kitzelt fast unerträglich, als der Stoff über ihre Haut gleitet. Unwillkürlich stöhnt sie lustvoll auf. Sie rekelt sich wie eine Katze vor Cole und schließt genussvoll die Augen, als seine Hände ihren Körper erforschen. Ihre Haut drängt sich näher an seine.

Cole verliert beinahe den Verstand, als Smilla aufstöhnt und sich rekelnd gegen ihn drängt. Er kann gar nicht anders, als seine Hände über ihren Körper gleiten zu lassen. Ihre zarte Haut fühlt sich so gut an, und als er sein Gesicht in ihrem Haar vergräbt, duftet es besser, als alles, was er bisher gerochen hat. Und ihre Lippen leuchten ihm so verführerisch entgegen, er muss sie einfach kosten. Cole hat noch nie ein Mädchen geküsst, aber Smillas Lippen fühlen sich so angenehm weich und warm unter seinen an, dass er seine anfängliche Unsicherheit und Scheu schnell verliert. Er lässt sich von seinen Empfindungen leiten und kostet den süßen Geschmack ihres Mundes leidenschaftlich aus. Als er sich nach unendlich währenden Momenten wieder aus dem Kuss löst, sind seine Beine ganz weich. Langsam bewegt Cole sich auf das Bett zu und zieht Smilla mit sich. Er legt sich neben sie und überlässt auch hier seinen Instinkten die Leitung. Er hätte nie gedacht, wie gut sich ein Mädchen, dieses Mädchen anfühlt, und will immer noch mehr. Ein tiefes Sehnen erfüllt ihn, während er ihren Körper bis ins kleinste Detail erkundet. Alles in ihm drängt sich einer Erlösung entgegen, einer Erfüllung, die er im Moment nur erahnen kann. Aber auch hier funktionieren seine Instinkte tadellos und ganz von selbst findet sein Körper seinen Weg.

Smilla erschauert wohlig, als Coles Lippen und Zunge anfangen, ihren Mund zu erforschen. Sie ist zwar keine Jungfrau mehr, aber so einen richtigen Zungenkuss hat sie bisher noch nicht erlebt. Eigentlich hatte sie immer die Vorstellung, das müsse eklig sein. Wer hätte gedacht, dass ein Junge - und ausgerechnet Cole! - so gut schmecken könnte? Ehe sie es sich versieht, hat ihre eigene Zunge sehr bereitwillig regelrecht mit Coles verknotet. Es zieht Smillas aufs Bett. Cole zieht sie... Ihre eigene Sehnsucht zieht sie... Gern lässt sie sich führen. Sie spürt das prickelnd weiche Bettzeug unter sich und Cole über sich. Schwer und warm liegt sein Körper auf ihrem. Smillas Hände umklammern ihn und möchten ihn noch näher heranziehen, obwohl es schon kaum noch näher geht. Ihre Nägel krallen sich leicht in seinen Rücken. Ihre Schenkel öffnen den Weg für ihn. Nun sind sie sich tatsächlich noch näher... So nahe, wie zwei Menschen sich nur sein können. Smilla stöhnt lustvoll auf. Es ist fast ein Schrei. In ihr scheint alles zu explodieren, heiß und grell.

Edward späht heimlich um die Ecke und beobachtet die Zimmertüren von Smilla und Cole. Es dauert nicht lang, und Cole verlässt sein Zimmer in Richtung Bad, er wirkt sehr angespannt und sucht wohl Erleichterung in einer kalten Dusche. Wenig später kehrt er zurück und verschwindet wieder im Gästezimmer. Eine Weile lang passiert nichts und Edward befürchtet schon, dass gar nichts passieren würde, doch dann öffnet sich Smillas Zimmertür und sie schleicht sich über den Gang zu Cole. Der taucht dann auch gleich splitterfasernackt in der Tür auf, ergreift Smillas Hand und … führt sie zurück zu ihrem Zimmer. Du liebe Güte, er wird sie doch wohl nicht tatsächlich abweisen? Kurz entschlossen packt er eine Vase und zieht sie über den Boden und das Geräusch sorgt tatsächlich dafür, dass Cole mit Smilla in einem Zimmer verschwindet. Edward lächelt zufrieden, bis jetzt klappt doch alles tadellos. Leise schleicht er näher und späht durch das Schlüsselloch, und was er da sieht, lässt ihn noch zufriedener aussehen. Die beiden können tatsächlich die Hände nicht voneinander lassen und sind gerade in einem sehr innigen Kuss vertieft. Es wird höchste Zeit, Elisabeth zu rufen. Rasch entfernt er sich und eilt in ihr Zimmer, aber bevor er eintritt, setzt er ein missbilligendes und empörtes Gesicht auf. Sie muss ja nicht wissen, dass er über das, was da gerade passiert, in Wirklichkeit hocherfreut ist. Elisabeth hat natürlich weder eine Migräne noch ist sie müde, sondern sie sitzt in ihrem Sessel und liest ein Buch. Als Edward hereinkommt, senkt sie das Buch und blickt Edward fragend an. Es ist offensichtlich, dass ihn etwas empört. „Was gibt es?“, fragt sie ein wenig abweisend, da sie davon ausgeht, dass Edward sie wegen ihres frühen Verschwindens tadeln will. Edward hält sich gar nicht groß mit irgendwelchen Erklärungen auf, sondern packt Elisabeth am Handgelenk. „Ich muss dir was zeigen, das glaubst du nicht!“, ruft er aus und zerrt sie buchstäblich hinter sich her und zu Coles Zimmer, das Smilla zur Verfügung gestellt wurde. Er schaut noch einmal kurz durchs Schlüsselloch, sieht, dass die beiden darin gerade sehr intensiv miteinander beschäftigt sind, und lässt dann seine durchs Schlüsselloch schauen. Er muss sich ein Grinsen verkneifen, als sie entsetzt nach Luft schnappt, sich wieder aufrichtet und Edward völlig fassungslos ansieht. Er schüttelt den Kopf und sagt gespielt entrüstet: „Unser Sohn kompromittiert unseren schottischen Gast, und das unter unserem Dach! Und das, wo auch noch ihre Eltern anwesend sind!“ Elisabeth stöhnt gequält auf. „Er wird die Konsequenzen tragen müssen etwas anderes kommt gar nicht infrage“, sagt sie erschüttert und Edward fällt es noch schwerer, sich seine Zufriedenheit nicht ansehen zu lassen. „Ich bin ganz deiner Meinung“, sagt er nur.

Cole hätte nie geglaubt, dass es solche Empfindungen gibt. Er spürt Smillas Nägel in seinem Rücken und selbst der leichte Schmerz, der dadurch entsteht, jagt ihm wohlige Schauer durch den Körper. Der gemeinsame Rhythmus lässt ihn alles andere um sich herum vergessen und trägt ihn empor in nie geahnte Höhen. Sämtliche Dimensionen scheinen sich zu verschieben und lassen ihn Smillas und seinen eigenen Körper noch intensiver wahrnehmen. Cole spürt, wie er auf etwas zutreibt, etwas ganz Großes und Besonderes, und als er Smilla halb stöhnen und halb schreien hört, stimmt er mit ein und wird selbst fortgerissen in schwindelnde Höhen, wie eine Feuerwerksrakete, die in Abertausende von Sternen zerplatzt, die langsam auf die Erde heruntertrudeln.

Edward späht noch einmal durchs Schlüsselloch und bekommt mit, dass Smilla und Cole mittlerweile auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität angekommen sind, was auch die Laute verraten, die beide ausstoßen. „Es wird Zeit, unseren Sohn mit dem zu konfrontieren, was er da gerade getan hat“, sagt er zu Elisabeth und öffnet rasch die Tür. „Cole, wie konntest du nur! Du hast unseren Gast kompromittiert, ich hoffe, du bist dir über die Konsequenzen im Klaren!“ Elisabeth betritt hinter ihrem Mann das Zimmer. Sie sieht ihren Sohn unglücklich an, sagt aber mit fester und bestimmter Stimme: „Du wirst das Mädchen selbstverständlich heiraten! Das sind wir ihr und ihren Eltern schuldig!“

Cole findet erst gar nicht in die Wirklichkeit zurück. Er ist noch völlig überwältigt von dem eben Erlebten und ist sich gar nicht bewusst, dass er hier mit Smilla in einem Bett liegt. Erst als die Tür aufgeht und er die Stimme seines Vaters hört, wird er in die Realität zurückgeholt. Er packt hektisch die Decke und wirft sie über Smilla und sich selbst, dann starrt er entsetzt seinen Vater an, der von Kompromittierung spricht und von den Konsequenzen, denen er sich bewusst sein soll. Das kann doch nicht sein Ernst sein? Doch wie ernst die Angelegenheit wirklich ist, wird Cole klar, als seine Mutter ihm unmissverständlich sagt, dass er ‚das Mädchen’ heiraten soll, das seien sie ihr und ihren Eltern schuldig. Cole würde am liebsten in einem riesigen Loch verschwinden und nicht unbekleidet neben einer Smilla in einem Bett, unter einer Decke liegen, die genauso wenig anhat wie er selbst. Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Sie konnten sich doch nie leiden, und doch waren sie sich gerade so nah, wie es näher nicht mehr geht. Cole sieht Smilla verwirrt von der Seite an und wendet sich dann seinen Eltern zu. „Ich kann Smilla nicht heiraten! Wir können uns überhaupt nicht ausstehen und außerdem ist Smilla keine Adlige, für die es darauf ankäme, ob ich sie kompromittiert habe oder nicht. Wir haben irgendwie … warum weiß ich selbst nicht … aber das ist doch noch lange kein Grund, dass ich sie gleich HEIRATE! Eine SCHOTTIN! Außerdem bin ich sicher, dass Smilla damit auch überhaupt nicht einverstanden ist! Cole sieht Smilla Hilfe suchend von der Seite an. „Smilla, bitte sage meinen Eltern, dass du mich auf gar keinen Fall heiraten wirst!“

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6 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Fr März 27, 2009 5:31 pm

Samira

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Gerade schwebte Smilla noch im siebten, nein, siebenhundertsiebenundsiebzigsten, Himmel - da erleidet sie einen solchen Schock, dass sie ungebremst zurück auf die Erde knallt und mit einem Schlag nüchtern ist. Als Cole die Decke über sie beide wirft, verkriecht sie sich darunter, dass nur noch ihr Haarschopf herausguckt. Gibt es eine Möglichkeit, nie wieder aufzutauchen? Es muss doch einen Zauber geben ... Nein, es gibt keinen. Stattdessen gibt es eine heftige Diskussion zwischen Cole und seinen Eltern. Natürlich will Smilla Cole genauso wenig heiraten, wie er sie. Aber seine Worte wecken ihren angeborenen Trotz. Wie, bloß weil sie nicht adlig ist, darf man sie kompromittieren? Sie weiß zwar nicht mal genau, was "kompromittieren" ist, aber auf keinen Fall darf Cole das einfach mit ihr machen, ohne sie zu fragen! Als Cole sie bittet, seinen Eltern zu sagen, dass sie ihn auf gar keinen Fall heiraten wird, zischt sie ihn an: "So nicht, mein Lieber!" Laut sagt sie: "Selbstverständlich lasse ich mich nicht kompromittieren."

Cole starrt Smilla einige Sekunden lang fassungslos an, als sie laut verkündet, sie lasse sich nicht kompromittieren. Schließlich schnaubt er spöttisch und erklärt: „Dafür ist es jetzt wohl zu spät, der Schaden ist bereits angerichtet. Mir scheint, du hast gar keine Ahnung, was das Wort überhaupt bedeutet. Aber das ist ja kein Wunder, woher soll eine Schottin darüber auch etwas wissen. Und überhaupt, seit wann ist es in unserer Zeit üblich, dass man ein Mädchen gleich heiraten muss, mit dem man was hatte? Das interessiert doch deinen zukünftigen schottischen Barbaren garantiert kein Stück, ob er der Erste, Zweite, Dritte oder Hundertste ist. Du musst ihm die Anzahl ja nicht grad auf die Nase binden“ Cole windet sich unbehaglich unter der Decke, er ist Smilla viel zu nah, sie berühren einander sogar noch, und das eben Erlebte klingt noch immer in seinem Körper nach. Ihre Nähe löst schon wieder diese Sehnsucht aus, die dann zu dieser Situation führte, in der er jetzt steckt und aus der er sich unbedingt rauswinden muss. Und er muss Smilla dazu bringen, dass sie die ersehnten Worte ausspricht, nämlich dass sie ihn nicht heiraten wird. Er versucht, ein wenig von Smilla wegzurutschen, aber da die Decke nicht allzu breit ist, kann er sich nicht weit von ihr entfernen, ohne seine Blöße preiszugeben, also bleibt er zähneknirschend, wo er ist. Cole lenkt sich damit ab, dass er versucht, Smilla die Schuld an allem in die Schuhe zu schieben. Er funkelt sie von der Seite an und sagt vorwurfsvoll: „Außerdem warst ja wohl du diejenige, die plötzlich im durchsichtigen Nachthemd in meiner Zimmertür stand! Wenn hier jemand irgendwen kompromittiert hat, dann ja wohl eher du mich. Aber keine Sorge, ich bestehe nicht auf Genugtuung, du kannst das Ganze getrost einfach vergessen.“ Cole verschränkt störrisch die Arme und verkündet: „Ich denke gar nicht daran, dich zu heiraten!“

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7 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Do Apr 02, 2009 1:37 pm



Smilla funkelt Cole böse an, als er den ganzen Müll über "schottische Barbaren" von sich gibt. Das ist doch echt die Höhe, wie der über ihre Landsleute und vor allem über ihre eigene Person denkt! "Hey, aber zum Fi..." Beinahe hätte sie ein sehr hässliches Wort gesagt, doch Lady Elisabeths Anwesenheit ließ sie es gerade noch verschlucken. "Also, DAZU war ich dir gut genug, ja? Nur die Folgen möchte der feine Herr nicht gerne tragen. Mann, bist du ein mieser Feigling!" Sie ereifert sich weiter: "Ach und jetzt bin ich an allem schuld, bloß weil ich im Nachthemd an deiner Tür stand? Denkst du vielleicht, ich WOLLTE zu dir? Ich hab mich verlaufen, dü Blödmann, und wer hat es schamlos ausgenutzt? Du! Du hast dich verhalten wie ein typischer Mann, ts. Dann steh jetzt aber auch dazu wie ein Mann!"

Als Cole verkündet, er denke nicht daran, sie zu heiraten, sagt Smilla gehässig: "Es ist mir auch egal, ob du dran denkst, Hauptsache, du tust es. Von mir aus kannst du dabei an sonstwas denken, tu dir bloß keinen Zwang an!" Sie streckt ihm die Zunge heraus.

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8 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Do Apr 02, 2009 4:15 pm

Cole schaut Smilla entrüstet an, als ihr beinahe ein sehr unfeines Wort entschlüpft. Aber sie bremst sich gerade noch und umschreibt das Wort dann mit DAZU. Das ist auch nicht besser, denn natürlich weiß jeder, was damit gemeint ist und so wie sie es ausdrückt, wird sein Verhalten in ein sehr schlechtes Licht gerückt.

Dass Smilla ihn als miesen Feigling hinstellt, der nicht die Verantwortung für sein Tun tragen will, trifft Cole ebenfalls tief. Dann behauptet Smilla auch noch, sie habe sich nur verlaufen und er habe es ausgenutzt. Cole starrt sie fassungslos an. Hat er sich wirklich so getäuscht und sie wollte nichts anderes, als nach dem Weg fragen? Er bemüht sich, an die Situation zu erinnern, aber seine Erinnerung ist getrübt von all den intensiven Empfindungen, die ihn kontrollierten. Er könnte beim besten Willen nicht mit Sicherheit behaupten, dass Smilla lügt, also schweigt er lieber, um seine Situation nicht noch mehr zu verschlimmern. Wenn das überhaupt möglich ist.

Doch, ist es, denn nachdem Cole entschlossen verkündet hat, er würde nicht daran denken, Smilla zu heiraten, entgegnet sie störrisch, er müsse ja nicht dran denken, Hauptsache er tut es. Sie streckt ihm sogar noch die Zunge raus und Cole ist völlig sprach- und fassungslos. Das kann doch nicht wirklich passieren. Er kann doch nicht tatsächlich gezwungen werden, Smilla zu heiraten! Kraftlos sinken seine Arme aus der Verschränkung und er blickt Smilla und seine Eltern völlig entsetzt an. Ihm muss unbedingt etwas einfallen, damit er aus der Nummer wieder rauskommt.

Cole kann noch so viel grübeln, er selbst kann nichts tun, um diese Hochzeit abzuwenden. Die Rettung muss von jemand anderem ausgehen. Auf seine Eltern kann er nicht zählen, die haben schon unmissverständlich erklärt, dass sie darauf bestehen. Smilla bläst in dasselbe Horn, aus reinem Trotz, also auch hier Fehlanzeige. Bleiben noch Smillas Eltern. Warum hat er da nicht gleich dran gedacht? Cole atmet tief durch und erklärt: „In Ordnung, wenn ihr alle darauf besteht, muss ich Smilla wohl heiraten. Aber es gibt da noch jemanden, der einwilligen muss, nämlich Smillas Eltern. Sie ist minderjährig, also müssen sie das entscheiden. Ich kann mir vorstellen, dass sie nicht begeistert sind, wenn Smilla so früh eine Ehe eingehen soll.“ Cole sieht schon wieder viel hoffnungsvoller aus.

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9 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Do Apr 02, 2009 4:41 pm

Edward hatte schon damit gerechnet, dass Cole versuchen würde, sich gegen die angeordnete Hochzeit zu sträuben. Er hat auch befürchtet, dass Smilla sich genauso dagegen wehren würde, aber Cole hat mit seinen beleidigenden Worten erreicht, dass sie sich in ihrem Stolz verletzt fühlt und jetzt erst recht und aus Prinzip darauf besteht, dass er zu seinen Taten steht wie ein Mann. Edward hat Mühe, seine Zufriedenheit zu verbergen, genau so hatte er es sich vorgestellt und heimlich erhofft.

Schließlich sieht Cole ein, dass er keine andere Wahl hat, und gibt endlich nach. Allerdings hat er recht mit seinem Einwand, dass Smilla minderjährig ist und deshalb das letzte Wort haben. Edward hatte diese Komplikation nicht erwartet und das Gesicht von Cole verrät ihm deutlich, dass er davon ausgeht, dass Smillas Eltern die Einwilligung nicht geben werden.

Edward nickt schließlich. „Natürlich werden wir Smillas Eltern fragen müssen. Wir sollten das am besten sofort tun.“ Edward ruft einen der Diener heran und gibt ihm den Auftrag, die Slys zu wecken und herzubringen. Der Diener entfernt sich und Edward bleibt erbarmungslos im Zimmer stehen. Wenn Smillas Eltern ihre Tochter zusammen mit Cole in einem Bett sehen, wird das ihre Entscheidung vielleicht ein wenig mitbeeinflussen.

Edward wartet, bis der Diener mit den Slys zurückkehrt und erklärt ihnen dann, was vorgefallen ist. „Es tut mir sehr leid, dass es dazu unter unserem Dach kam und es ist selbstverständlich für uns, dass Cole die Verantwortung übernimmt und Smilla heiratet. Ihre Tochter hat bereits ihr Einverständnis gegeben, aber da sie minderjährig ist, liegt die letzte Entscheidung natürlich bei Ihnen.“ Edward gibt endlich den Blick auf das Bett frei und wartet ein wenig nervös auf ihre Reaktion.

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10 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Mo Apr 27, 2009 11:52 am

Verschlafen tappen die Slys, beide noch im Pyjama, dem Diener hinterher, der sie mitten in der Nacht aus dem Bett geholt hat. Was mag denn nur passiert sein? Mr Sly fallen auf dem Weg die Augen fast wieder zu, doch als er dann ins Zimmer tritt und die pikante Situation vor sich sieht, reißt er sie weit auf. "Smilla!" ruft er empört aus, um nach einer kurzen Pause verwirrt hinzuzufügen: "Aber... du bist doch noch ein Kind..." Neulich kam sie noch mit aufgeschürften Knien zu ihm und nun sowas!

Mrs Sly war schon immer die Wortreichere von beiden, aber diesmal fehlen ihr die Worte. Erst als Mr Carter die Situation erklärt und von der Sache mit der Hochzeit spricht, findet sie die Sprache wieder, - dafür aber gründlich. Nachdem sie bisher sehr besorgt geguckt hat, fängt sie nun an zu strahlen und verkündet: "Aber natürlich haben die beiden jungen Leute unser Einverständnis! Nicht wahr, Schatz?" Ihr Mann brummelt etwas Zustimmendes. "Wir wollen doch ihrem Glück nicht im Wege stehen", plappert Mrs Sly weiter, "wissen Sie, das kam jetzt zwar alles etwas plötzlich, aber wenn ich darüber nachdenke, konnte meiner Kleinen ja gar nichts Besseres passieren! Oh, bitte denken Sie jetzt nichts Falsches! Es geht mir nicht um das Geld und das Schloss und das alles. Also, um das Schloss schon irgendwie, aber nicht um das Geld, verstehen Sie? Das ist einfach alles so romantisch, wie im Märchen! Wer würde seiner Tochter nicht den Märchenprinzen wünschen? Und die Hauptsache ist ja, dass die beiden sich lieben. Hach, ist das schön!" Sie geht zum Bett und kneift Smilla liebevoll, aber herzhaft in die Wange: "Da wollte mein Mäuschen doch was vor Mama geheimhalten! Aber ich hab schon geahnt, dass zwischen euch was läuft, so oft wie ihr zusammen hingt." Sie kneift gleich auch mal Cole in die Wange: "Du Schlingel!"

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11 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Mo Apr 27, 2009 1:32 pm

Cole fühlt sich wie auf dem Präsentierteller, als die Slys eintreten und ihn mit ihrer Tochter zusammen im Bett sehen. Smillas Vater sieht auch reichlich geschockt aus und stammelt, sie sei doch noch ein Kind. Leider kann Cole ihm da nicht wirklich zustimmen, denn sie hat sich eben weder wie ein Kind verhalten, noch fühlt sie sich an wie eines. Sonst wäre das, was passiert ist, doch ganz bestimmt gar nicht geschehen. Aber natürlich widerspricht er Smillas Vater nicht, denn es kommt ihm sehr entgegen, dass er sie noch für ein Kind hält.

Leider ist Smillas Mutter ganz anderer Meinung. Cole starrt sie fassungslos an, als sie plötzlich anfängt zu strahlen und ihr Einverständnis gibt. Sie betrachtet es sogar als Glücksfall für ihre Tochter. Romantisch findet sie es, wie im Märchen. Und die glaubt tatsächlich, dass Smilla und Cole sich lieben, und hat angeblich geahnt, dass zwischen ihnen was läuft. Das darf doch nicht wahr sein!

Cole muss dieses Missverständnis unbedingt aufklären. Aber gerade, als er protestieren will, kneift Smillas Mutter ihm in die Wange und nennt ihn einen Schlingel. Er weicht reflexartig zur Seite und stößt dabei an Smillas Körper. Die Berührung jagt einen Schauer durch seinen Körper und weckt erneut diese unselige Sehnsucht in ihm. Verdammt, warum hat sie eine solche Wirkung auf ihn? Er schafft es nicht, wieder von ihr wegzurücken und verflucht sich für die Schwäche seines Willens, der seinen Körper nicht beherrschen kann. Er versucht, Worte für seinen Protest in seinem Kopf zu formen, will allen Anwesenden klarmachen, dass sie nicht heiraten können, weil sie sich gar nicht lieben, aber er bekommt kein Wort heraus. Er kann nur an Smilla denken und wie wundervoll sie sich anfühlt. ‚Nein, nein, nein’, denkt er verzweifelt. Das kann doch nur ein Albtraum sein, aus dem er wieder wach wird. Es muss einfach so sein.

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12 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Di Apr 28, 2009 1:04 pm

Smilla kann sich ein kleines, schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen, als ihre Mutter der Heirat ganz begeistert zustimmt. Das läuft ja wie geschmiert, da wird sich Cole aber schön ärgern! Wenn Mum wüsste, was für Idiot der "Märchenprinz" in Wirklichkeit ist, hihi! Als sie dann aber sagt, die Hauptsache sei, dass sie sich lieben, hat Smilla plötzlich ein mulmiges Gefühl. "Hassen" entspräche wohl eher der Wahrheit. Hilfe, was tut sie hier eigentlich? Sie will jemanden heiraten, den sie gar nicht liebt? Aber jetzt muss sie es durchziehen. Ein Rückzieher wäe mit ihrem Stolz und Trotz nicht vereinbar.

Als Cole versehentlich gegen sie stößt, ergeht es Smilla nicht besser als ihm: Ein wohliger Schauer jagt durch ihren ganzen Körper und fragt nicht danach, ob sie das will oder nicht. Vielleicht liebt sie ihn ja doch? Wenn es einfach DAS ist, was Erwachsene mit "Liebe" meinen? Woher soll man das in diesem Alter wissen? Oh Gott, und in diesem Zustand soll sie den Rest ihres Lebens verbringen?!
pale

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13 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Di Apr 28, 2009 1:34 pm

Edward lächelt über Mrs. Slys Begeisterung über die Hochzeit, dass sie sich so darüber freuen würde, hätte er im Leben nicht erwartet. Elisabeth hingegen hat Mühe zu verbergen, wie grauenvoll sie ihr Geplapper findet und wie sehr sie der Gedanke graust, dass sie schon sehr bald eine Familie sein werden. Schon heute steht für sie fest, dass sie nie einen Fuß in das Haus dieser Frau setzen wird. Am Ende drückt sie ihr noch ein Geschirrtuch in die Hand und erwartet allen Ernstes, dass sie damit abtrocknet.

Edward beobachtet jede Regung seines Sohns und erwartet, nachdem Mrs. Sly ihm in die Wange gekniffen hat, einen lautstarken Protest, aber der bleibt erstaunlicherweise aus. Stattdessen sitzt er wie erstarrt neben Smilla, der er dank seines Ausweichmanövers jetzt so nahe ist, dass sie einander berühren. Und wenn Edward sich nicht völlig täuscht, ringt sein Sohn gerade mit ganz bestimmten Gefühlen. Ein Blick in Smillas Gesicht verrät ihm, dass es ihr ganz ähnlich geht, was Edward mit Zufriedenheit erfüllt. Die Wirkung wird wohl auch noch ein paar Stunden anhalten.

Nachdem alles sich genauso entwickelt hat, wie Edward es sich vorgestellt hat, verkündet er fröhlich: „Dann sollten wir alle versuchen, noch etwas Schlaf zu bekommen, morgen findet schließlich eine Hochzeit statt und wir wollen doch alle dafür gut ausgeruht sein.“ Er wendet sich den Slys zu und sagt: „Ich werde gleich morgen früh den Standesbeamten zu uns bitten, ich denke, die Trauung kann gleich nach dem Frühstück stattfinden.“ Er sieht zu Smilla und Cole hinüber und sagt: „Keine Sorge, ihr bekommt genügend Zeit, um euch dem Anlass entsprechend umzuziehen. Meine Frau wird sich um dich kümmern, Smilla, und ich werde dich einkleiden, Cole.“

Edward lächelt noch einmal in die Runde. „Dann wünsche ich allen noch eine gute restliche Nacht, wir sehen uns dann beim Frühstück.“ Mit diesen Worten knipst er das Licht in Coles Zimmer aus und schließt leise die Tür hinter sich. Wenig später liegt er in seinem eigenen Bett und ein zufriedenes Lächeln liegt auf seinen Lippen, als er kurz darauf einschläft.

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14 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Di Apr 28, 2009 2:27 pm

Cole hatte eigentlich erwartet, dass wenigstens Smilla die Kraft aufbringen würde, von ihm wegzurücken, aber sie denkt gar nicht daran. Hat sie etwa Angst, aus dem Bett zu fallen? Es ist doch breit genug! Aber noch immer bekommt Cole kein Wort heraus und Smilla scheint auch die Sprache verloren zu haben. Und wegrücken klappt auch immer noch nicht. Verdammt!

Da verkündet sein Vater auch schon, dass die Hochzeit morgen nach dem Frühstück stattfinden soll und dass sie vor der Hochzeit noch dem Anlass entsprechend eingekleidet werden. Du liebe Güte, kommt er denn aus der Nummer wirklich nicht mehr raus? Wie soll ihm in so kurzer Zeit noch eine Lösung einfallen, wie er diese Hochzeit verhindern kann? Und wie soll ihm was einfallen, wenn er so dicht neben Smilla liegt?

Cole antwortet nicht, als sein Vater ihm eine gute Nacht wünscht. Er starrt ihm nur fassungslos hinterher, als er hinausgeht, das Licht ausschaltet und die Tür schließt. Und was jetzt? Cole sitzt eine gefühlte halbe Ewigkeit reglos da und versucht zu verarbeiten, was gerade geschehen ist. Dass er nur träumt, glaubt er inzwischen nicht mehr, die Gefühle, die Smilla in ihm auslöst, sind viel zu real. Das Beste wäre, einfach aufzustehen und wieder ins Gästezimmer hinüberzugehen. Aber dann überlegt er es sich anders. Das hier ist schließlich sein Bett und sein Vater hat nicht darauf bestanden, dass er geht. Soll doch Smilla gehen. Endlich schafft er es, sich wieder zu bewegen. Er wickelt die Decke um sich, dreht sich auf die Seite und schließt die Augen. Dass Smilla jetzt ganz unbedeckt daliegt, kümmert ihn gar nicht, schließlich sieht er sie nicht. Er knurrt nur: „Gegenüber ist noch ein Gästebett frei. Ich bleibe hier, ist immerhin mein Bett.“ Nach einigen Sekunden ergänzt er: „Ach ja, und ich erwarte natürlich, dass du morgen im entscheidenden Moment Nein sagst!“

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15 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Di Apr 28, 2009 5:01 pm



Smilla liegt im Dunkeln, nachdem Mr Carter gegangen ist, und hofft vergeblich darauf, aus einem bösen Traum zu erwachen. Morgen früh soll die Hochzeit mit Cole sein? Und sie hat dazu "ja" gesagt? Das kann doch alles gar nicht real passieren!

Doch sie wacht nicht auf. Sie schläft ja nicht einmal ein. Wie auch, wenn die Gedanken in ihrem Kopf Karussell fahren und ihr Cole dann auch noch die Decke wegzieht? Dieser verdammte Egoist! Smilla tritt heftig nach ihm, packt gleichzeitig einen Deckenzipfel und zerrt ihn zu sich herüber. So, nun ist sie wenigstens notdürftig zugedeckt. Bequem ist etwas anderes, aber sie ist es ihrem Trotz schuldig, dieses Zimmer nicht zu verlassen! Und morgen "JA" zu sagen. So! Jetzt erst recht! Mit diesem Gedanken schläft sie irgendwann trotz allem ein, aus purer Erschöpfung.

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16 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Di Apr 28, 2009 6:28 pm

Cole ärgert sich maßlos darüber, dass Smilla weder sein Zimmer verlässt, noch seine Erwartung, dass sie Nein sagen soll, kommentiert. Stattdessen tritt sie nach ihm, dass er vor Schmerz zusammenzuckt und zerrt an der Decke. Am Ende hat sie ihm ein Stück davon entrissen und Cole bleibt nichts anderes übrig, als ihre Haut an seiner zu ertragen. Wie soll man da schlafen können? Dass Smilla dazu in der Lage ist, verärgert ihn zusätzlich. Wie kann sie es wagen, unter diesen Umständen überhaupt ein Auge zuzukriegen?

Cole verflucht alles und jeden, die ganze Welt. Wie konnte das nur passieren? Und, noch schlimmer, wie konnte er es genießen? Allein der Gedanke daran reicht schon aus, um sein Herz schneller schlagen zu lassen. Er schiebt diese Gedanken energisch beiseite, sie helfen ihm aus seiner Misere ganz bestimmt nicht heraus. Vielleicht sollte er einfach abhauen? Doch wie würde er dann dastehen? Wie ein erbärmlicher Feigling. Kommt also auch nicht infrage.

Cole grübelt über weitere Möglichkeiten nach, die Hochzeit noch zu verhindern, aber ihm fällt nichts ein, was geeignet wäre. Frustriert gibt er es auf und wirft einen Blick auf die Uhr. Inzwischen ist es schon fast vier Uhr und in spätestens vier Stunden wird das Frühstück serviert. Cole spürt, wie sich endlich eine bleierne Müdigkeit über ihn legt und schließlich fallen ihm die Augen zu.

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17 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Mi Apr 29, 2009 1:13 pm

Edward erwacht am Morgen mit ausgesprochen guter Laune. Hätte es noch lautstarke Auseinandersetzungen zwischen Smilla und Cole gegeben, hätte er garantiert davon erfahren. Er geht ins Bad, zieht sich an und klingelt nach dem Butler. Als dieser erscheint, gibt Edward ihm den Auftrag: „Bitte sorgen Sie dafür, dass heute alle ihr Frühstück im Bett serviert bekommen. Und schicken Sie sofort nach dem Standesbeamten und dem Ausstatter für Brautmoden.“

Nachdem der Butler sich mit einer Verbeugung entfernt hat, wartet er auf sein Frühstück. Nachdem es ihm serviert wurde, schenkt er seiner Frau eine Tasse Tee ein und stärkt sich für die Feierlichkeiten, die vor ihnen liegen. Als er damit fertig ist, sagt er zu Elisabeth: „Du wirst dich dann ja um Smilla kümmern und ich mich um Cole.“ Elisabeth nickt nur und Edward geht in den Salon, um nachzusehen, ob der Standesbeamte bereits eingetroffen ist. Sobald alles Nötige geklärt ist, sind die Brautleute sicher auch schon mit dem Frühstücken fertig.

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18 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Mi Apr 29, 2009 1:24 pm

Als Cole am Morgen durch ein Klopfen an der Tür geweckt wird, brummelt er nur etwas Unverständliches und kuschelt sich wieder in sein Kissen. Es ist eindeutig viel zu früh, um aufzustehen und er findet es geradezu eine Unverschämtheit, überhaupt gestört zu werden. Er macht es sich richtig bequem und hält ganz plötzlich in der Bewegung inne, als er etwas an seinem Rücken spürt. Und zwar Haut. Sehr weiche Haut. Cole ist schlagartig hellwach und fährt herum, nur um dort Smilla vorzufinden. Er starrt sie fassungslos an und stöhnt: „Oh Mein Gott, es war also doch nicht nur ein böser Traum.“

Cole schafft es gerade noch, die Decke ordentlich über Smilla und sich selbst zu breiten, als der Butler seines Vaters höchstpersönlich mit einem großen Tablett hereinkommt. Er stellt es auf das Bett und erklärt höflich, dass heute alle das Frühstück im Bett einnehmen sollen. Cole entlässt den Butler mit einem Nicken und starrt dann missmutig das Frühstück an. Er zwingt sich dazu, ein Glas Orangensaft zu trinken und schiebt den Rest dann angewidert zu Smilla rüber. Ihm selbst ist der Appetit gründlich vergangen.

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19 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Mo Mai 04, 2009 12:25 pm

Smilla erwacht mit dem Gedanken: "Puh, es war alles nur ein verrückter Traum!" Was man doch manchmal für einen absoluten Unsinn zusammenträumt! Eine Nacht mit Cole verbringen, Cole am Ende gar heiraten, wie kommt ihr Unterbewusstsein denn bloß auf sowas total Abwegiges? Sie schüttelt den Kopf über sich selbst, reckt und streckt sich, dreht dabei auch ihr Genick ein paar mal hin und her, um die Nackenmuskulatur zu lockern - und erstarrt mitten in der Bewegung! Das da neben ihr im Bett ist eindeutig Cole und leider sehr real!"Äh, hi!" ist alles, was ihr einfällt.

Auch das ans Bett gebrachte Frühstück kann sie nicht wirklich aufmuntern. Unter anderen Umständen hätte sie es toll gefunden, mal so fürstlich verwöhnt zu werden. Aber die Aussicht, das ein ganzes Leben lang haben zu können, erscheint ihr überhaupt nicht verlockend. Nicht an Coles Seite! Sie ergreift ein Croissant und kaut sehr lustlos daran herum. Die Bissen wollen gar nicht rutschen, so trocken ist ihr Mund. Ein paar Schlucke O-Saft helfen auch nicht. Und doch würgt sie weiter das Croissant herunter,aus purem Trotz gegen Cole. Der soll nur nicht denken, sie würde sich von ihm den Appetit verderben lassen. Und erst recht wird sie ihm in dieser Hochzeitssache keinen Gefallen tun!

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20 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Mo Mai 04, 2009 9:40 pm

Edward hat bereits alles mit dem Standesbeamten geklärt, die Heiratsurkunden sind vorbereitet, der Juwelier hat seine schönsten Trauringe dabei und eine Kollektion von Brautkleidern für Smilla und festlichen Kleidern und Anzügen für die Gäste sind für die Anprobe bereit. Nun wird es Zeit, die Brautleute zur Anprobe zu geleiten und auf die Zeremonie vorzubereiten. Gut gelaunt geht er zusammen mit Elisabeth zu Coles Zimmer. Höflich klopft er an und tritt dann ein. „Guten Morgen“, sagt er fröhlich. Er wirft einen Blick auf das Frühstückstablett, das kaum berührt ist, und sagt lächelnd: „Ihr seid wohl zu aufgeregt, um viel essen zu können, das ist aber ganz normal an einem so bedeutenden Tag.“

Edward gibt seinem Butler und einer Zofe ein Zeichen, woraufhin diese mit weichen Morgenmänteln hereintreten und diese Smilla und Cole zum Hineinschlüpfen hinhalten. „Cole, du kommst dann mit mir mit und Smilla, um dich wird sich meine Frau kümmern.“ Er lächelt vorfreudig. „Dann lasst uns keine Zeit verlieren, wir haben noch viel vor uns, bevor die Zeremonie beginnen kann.“ Edward legt Cole die Hand auf die Schulter und schiebt ihn sanft aber bestimmt aus dem Zimmer.

Elisabeth tritt vor Smilla und bemüht sich um Freundlichkeit, auch wenn sie wenig darüber begeistert ist, dass deren Mutter, diese überaus gesprächige Schottin, nun ebenfalls Teil der Familie wird. Aber für sie ist es eine Ehrensache, dass sie Smilla in der Familie willkommen heißen wird, nachdem ihr Sohn die Nacht mit ihr verbracht hat. „Dann folge mir bitte, Smilla“, sagt sie höflich und geht voran zum Bad, in dem bereits die Wanne mit duftendem Schaum gefüllt ist und wo Unterwäsche aus feinster Seide für sie bereitliegt. Elisabeth deutet einladend auf die Badewanne und winkt die Zofe heran. „Ich denke, ein Bad wird dir guttun. Wenn du fertig bist, wird Rose dir behilflich sein und dich dann zur Anprobe bringen.“ Elisabeth nickt Smilla noch einmal zu und entfernt sich dann, während Rose Smilla freundlich anlächelt und sagt: „Bitte sehr, gnädiges Fräulein, das Wasser ist herrlich warm, lassen Sie es nicht kalt werden.“

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21 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Di Mai 05, 2009 1:37 pm


Nur zu gern folgt Smilla der Einladung zu einem Bad. Alles, was sie jetzt von Cole wegbringt, ist ihr willkommen. Er selbst wird ebenfalls fortgeführt. Smilla geht mit Lady Elisabeth - ihrer zukünftigen Schwiegermutter, welch merkwürdiger Gedanke - zu einem luxuriösen Badezimmer, wo bereits das Wasser für sie eingelassen wurde und eine Zofe bereitsteht. Mmmh, das duftet aber gut!

Nun hat die Lady sich entfernt, aber die Zofe steht noch dienstfertig herum. Es ist Smilla etwas unangenehm, sich vor ihr zu entblößen. Nach kurzem Zögern legt sie den Morgenmantel ab, drückt ihn ihr mit einem etwas verlegenen Lächeln in die Hand und steigt so schnell wie möglich in die Fluten, um sich unter dem Schaum zu verbergen.

Hach, tut das gut! Rasch verbreitet sich die wohltuende Wärme, und jede Faser von Smillas Körper entspannt sich. Erst jetzt merkt sie, wie angespannt und verkrampft sie vorher war. Na ja, kein Wunder, bei all dem, was passiert ist. Smilla schließt für eine Weile die Augen und genießt einfach.

Als sie die Augen wieder öffnet, steht Rose immer noch da. Hm, ist man denn in so einem Adelshaus nie für sich allein? Eigentlich ist ihr die Zofe ziemlich lästig, aber sie kann ja nichts dafür, es ist ihr Job. Und wenn sie nun mal da steht, wäre es unhöflich, sie zu ignorieren. Smilla ist es nicht gewohnt, Dienstpersonal so zu behandeln, als wäre es unsichtbar. Für sie ist Rose ein Mensch wie du und ich und verdient etwas Ansprache. "Du, Rose", fragt sie freundlich lächelnd und mit echtem Interesse, "wie ist es denn so, bei den Carters zu arbeiten?"

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22 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Mi Mai 06, 2009 12:17 am

Rose nimmt den Morgenmantel von Miss Smilla entgegen und schaut diskret beiseite, während sie in die Badewanne steigt. Als sie sieht, wie Miss Smilla sich entspannt, lächelt sie und bleibt in gebührendem Abstand stehen, bereit eventuelle Anweisungen sofort zu befolgen. Nach einer Weile öffnet Miss Smilla die Augen und scheint überrascht zu sein, nicht allein zu sein. Rose lächelt wieder freundlich, um ihr die offenbar ungewohnte Situation leichter zu machen.

Rose ist erstaunt, dass Miss Smilla das Wort an sie richtet. Ganz freundlich fragt sie, wie es ist, bei den Carters zu arbeiten und Rose zögert erst mit der Antwort. Sie ist es nicht gewohnt, über ihre Herrschaft zu reden, aber sie will auch nicht unhöflich sein. Schließlich antwortet sie: „Ich arbeite gerne hier. Mr. Carter ist ein wahrer Gentleman, der sich um alle Belange kümmert, egal worum es geht. Er hat das Herz am rechten Fleck. Mylady ist von altem Adel und verhält sich natürlich auch entsprechend. Sie ist ein wenig schwierig, aber sie ist gerecht. Und was den jungen Herrn angeht, über ihn kann ich wenig sagen, da er ja das Jahr über in Hogwarts war und ich ihn auch vorher kaum zu Gesicht bekam. Um ihn kümmerte sich immer der persönliche Butler von Mr. Carter.“ Rose lächelt Smilla gewinnend an. „Ich bin dankbar, dass ich es so gut getroffen habe. Und Sie? Sie müssen auch sehr glücklich sein. Das kam ja so überraschend, dass es eine Hochzeit geben wird.“ Sie seufzt sehnsüchtig. „Es muss schön sein, so verliebt zu sein.“ Dann ruft sie sich zur Ordnung. „Verzeihung, Miss Smilla, ich sollte nicht so vorlaut sein“, sagt sie und senkt den Blick.

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23 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Mi Mai 06, 2009 12:38 pm



Interessiert hört Smilla sich an, was Rose über die herrschaftliche Familie erzählt. Sie nickt zustimmend, als die Rede davon ist, dass Mr Carter das Herz am rechten Fleck hat. Das kann sie bestätigen. Zur Lady sagt sie mal nichts, sie hat auch den Eindruck, dass die Dame etwas schwierig ist, aber sie kennt sie noch nicht gut genug. Aber als die Sprache auf Cole kommt, über den Rose wenig sagen kann, ruft Smilla aus: "Oh, über den könnte ich dir dafür viel erzählen! Wenn du wüsstest, was der in Hogwarts alles..." Sie bricht aber ab, denn sie möchte Rose nicht in Gewissenskonflikte bringen. "Na ja, das kann ich dir ein andermal in Ruhe erzählen."

Rose seufzt nun sehnsüchtig, wie glücklich Smilla doch sein müsse, so verliebt zu sein und zu heiraten. Oh je, was soll sie denn darauf antworten? 'Ich liebe den gar nicht'? Wie würde sich das denn anhören? Als würde sie gerade die Dummheit ihres Lebens begehen? Was sie im Grunde ja auch tut... So etwas zu sagen, wäre in Roses Augen bestimmt sehr undankbar. So eine Zofe, die ständig diesen Glanz um sich hat und nicht daran teilhaben darf, sondern dienen muss, der muss die Aussicht, einen Adelsspross zu heiraten, doch wie das Paradies erscheinen. Für die ist Cole ein Märchenprinz und Smilla die Glückliche, die ihn bekommt, "und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute".

Ein kurzer, hoffnungsvoller Gedanke flackert in Smilla auf: Könnte nicht Rose an ihrer Stelle...? Die wüsste es bestimmt viel mehr zu schätzen und würde viel glücklicher damit. Aber natürlich geht das nicht. Rose lag ja auch nicht letzte Nacht in Coles Bett. Schade. Smilla seufzt bedauernd.

Rose entschuldigt sich plötzlich, sie sei vorlaut gewesen. Daran ist nur Smilla schuld, weil sie nicht gleich geantwortet hat. Nun sieht es so aus, als sei sie sauer auf Rose, weil sie gefragt hat. "Du bist nicht vorlaut!" beeilt sich Smilla zu versichern, "du darfst gern fragen! Ich wusste nur im Moment keine Antwort. Das ist alles noch sehr... neu für mich, weißt du, und aufregend... Ich, ähm, muss meine Gefühle erst mal ordnen. Aber an einem ruhigeren Tag können wir gern darüber reden." Sie lächelt Rose offen an: "Ich rede nämlich gern mit dir. Aber mir fällt grad auf, dass ich ich die ganze Zeit einfach duze und du mich siezt. War keine böse Absicht, du siehst bloß noch so jung aus, da hab ich gar nicht drüber nachgedacht. Wie alt bist du denn? Also, ich bin erst 16, du darfst gern 'du' zu mir sagen! Oder kriegst du dann Ärger? Wenn, dann sage ich besser auch 'Sie' zu dir, das ist ja sonst doof. Hach, ist das alles kompliziert in so einem Adelshaus! Woher soll man wissen, was man hier darf und was alles nicht? Rose, hilfst du mir bitte ein bisschen dabei, das herauszufinden? Es wäre mir eine große Beruhigung, das zu wissen."

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24 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Do Mai 07, 2009 3:29 pm

Rose sieht Miss Smilla überrascht an, als sie meint, sie könne ihr viel über Cole erzählen und was er in Hogwarts alles so tut. Das klingt ja ganz so, als würde der junge Herr sich nicht immer so benehmen, wie man es von ihm erwarten sollte. Dann bricht Miss Smilla aber ab und Rose nickt, als Miss Smilla meint, das könne sie ihr ein andermal in Ruhe erzählen. Das würde Rose wirklich nur zu gerne hören, denn sie ist von Natur aus neugierig. Und ihr leichtes Lächeln dürfte Miss Smilla das auch ziemlich deutlich zeigen.

Als Rose herausrutscht, wie glücklich Miss Smilla sein muss und sich dann dafür entschuldigt, wie vorlaut sie war, versichert Miss Smilla, dass sie nicht vorlaut sei und ruhig fragen dürfe. Rose atmet erleichtert auf, nicht auszudenken, wenn es Lady Elisabeth zu Ohren käme, dass sie sich nicht korrekt verhält. Miss Smilla erklärt, alles wäre noch so neu für sie und aufregend und dass sie deshalb ihre Gefühle erst mal ordnen muss. Rose nickt mitfühlend.

Als Miss Smilla auffällt, dass sie Rose die ganze Zeit duzt, während Rose sie mit Sie anredet, überschüttet Miss Smilla sie geradezu mit Fragen und bittet sie, ihr ein wenig dabei zu helfen, was man in einem Adelshaus darf und was nicht. Rose lächelt strahlend, als sie sich daran macht, die Fragen alle zu beantworten. „Ich bin 19 Jahre alt und natürlich dürfen Sie mich mit du anreden. Ich darf mir das anders herum nicht erlauben, Lady Elisabeth würde das nicht dulden. Bitte sagen Sie nicht Sie zu mir, das würde Lady Elisabeth ebenfalls missfallen. Die Herrschaften sollen sich nicht mit den Bediensteten auf eine Stufe stellen.“ Rose zwinkert ihr zu. „Aber es reicht mir zu wissen, dass Sie so freundlich waren, mir das Du anzubieten. Ich helfe Ihnen gerne, sich hier ein bisschen besser zurechtzufinden. Sie können mich jederzeit alles fragen, was Sie wollen.“ Sie zögert kurz und fügt dann hinzu: „Natürlich geht das nur, wenn ich Ihnen als Zofe zugeteilt werde.“

Rose wird gleich wieder munterer, an einem solch besonderen Tag soll man nicht an Unerfreuliches denken. „Wenn Sie mit dem Bad fertig sind, geht es zur Anprobe. Ich bin schon gespannt, welches Hochzeitskleid Sie tragen werden. Und wenn Sie es möchten, frisiere ich Ihnen gerne die Haare für die Zeremonie. Ich kann so etwas gut“, meint sie eifrig.

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25 Re: Die Erfüllung des Fluchs am Do Mai 14, 2009 1:59 pm



Smilla geht es wirklich deutlich besser, seit Rose bei ihr ist. Das junge Mädchen ist nicht viel älter als sie und genau auf ihrer Wellenlänge. Es ist sehr beruhigend, dass es so jemanden gibt, in dieser vornehmen Gesellschaft, in die es Smilla so plötzlich und für immer verschlagen hat. Alles ist erträglicher, wenn man eine gute Freundin an der Seite hat. Und als solche empfindet sie Rose schon nach diesen paar Minuten vertrauten Gesprächs. "Schade, dass du mich nicht duzen darfst", sagt sie zu Rose, "aber denk dir das Du halt einfach im Kopf dazu, ja? Ich bin es nicht gewöhnt, 'Diener' zu haben und ich will auch gar keine. Aber eine Freundin hätte ich sehr gern. In Hogwarts hatte ich viele Freundinnen und hier ist es ziemlich einsam dagegen." Hogwarts... Ihr fällt auf, dass sie in der Vergangenheitsform davon gesprochen hat. Dabei kehren sie doch bestimmt dorthin zurück. Oder? Ach, bestimmt, sie wären ja nicht das erste junge Ehepaar dort. Aber, um Himmels willen, das Gelächter der Mitschüler will Smilla sich lieber gar nicht erst ausmalen, wenn sie hören, dass sie aufgerechnet mit Cole verheiratet ist! Jeder weiß doch, wie sie zueinander stehen. Smilla schüttelt den Gedanken ab und widmet sich lieber wieder Rose. "Mir als Zofe zugeteilt? Oh ja, das wäre schön! Hoffentlich geht das!"

Das Badewasser wird langsam kühl und Smilla erhebt sich. Plöstzlich ist es gar nicht mehr so schlimm, nackt vor Rose zu stehen, denn sie ist ja keine Fremde mehr, sondern eine Freundin. "Gibst du mir bitte den Bademantel oder ein Handtuch? Und dann gehen wir zur Hochzeitskleideranprobe. Du kommst doch mit, oder? Zu zweit ist das bestimmt lustig. Und die Haare musst du mir auf jeden Fall bitte machen! Ich finde es toll, wenn jemand sowas gut kann. Puh, ist das alles aufregend!"

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