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Rollenspielforum für Harry Potter und 4 gegen Z


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RS der 4 gegen Z-Community

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1001 Re: RS der 4 gegen Z-Community am So Jul 05, 2009 12:09 am

Zanrelot nickt nachdenklich, als Jona die Worte wiederholt: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tun sie noch heute Böses." Jetzt, wo er sich so schwach fühlt, erscheinen ihm die uralten, tröstlichen Worte aus den Märchen plötzlich in einem anderen Licht. "Und wenn sie nicht gestorben sind...", murmelt er, "- und wenn doch? Komisch, dass einem das normalerweise nie auffällt! Da steht nie eindeutig, dass sie wirklich noch leben und Böses tun. Sie könnten genausogut tot sein. Das Happy End interpretieren wir wohl nur automatisch hinein, weil wir es so haben wollen. Oder weil wir es uns als Kinder gar nicht anders vorstellen konnten." Jetzt aber, als jahrhundertealter und vielfach vom Leben enttäuschter Erwachsener und in diesem Zustand, sieht die Sache anders aus. Natürlich weiß Zanrelot, dass er nicht gleich sterben wird, sondern dass man sich von Magieverlust wieder erholt. Doch der Gedanke an die eigene, mögliche Sterblichkeit (selbst als "Unsterblicher") liegt in einem solchen machtlosen Augenblick einfach näher.

Er versucht die trüben Gedanken abzuschütteln und sich ganz auf sein Glück zu konzentrieren: Jona ist hier bei ihm, und sie reden ganz ungezwungen miteinander über alltägliche und auch über tiefergehende Dinge, wie Vater und Sohn eben. Wie lange ist etwas so "Normales" nicht möglich gewesen!

Zanrelot lächelt wieder. "Ach, Jona", sagt er, halb scherzhaft, halb seufzend, "jetzt liegt dein alter Vater hier so nutzlos rum, wie ein alter Sack. Das ist ja echt kein Zustand. Ich sollte mich zu einem magischen Ritual aufraffen, das die Schwäche bannt und anschließend neue Magie invoziert, - nur bin ich leider schon zu ersterem zu schlapp, und in umgekehrter Reihenfolge geht es leider nicht. Ich wünschte, du wärst all die Zeit hiergewesen und könntest das - oder ich hätte mich in all der Zeit mal überwunden, es Matreus beizubringen. Nun muss ich halt warten, dass die Kraft von allein zurückkehrt und so lange kannst du mir ja ein Märchen erzählen." Letzteres war ein Witz, aber wenn er es sich recht überlegt, wäre das gar nicht übel. Wie unendlich lange ist es her, dass seine Mutter so etwas getan hat, als er noch sehr klein war und sie noch lebte. Und wer hätte hinterher noch einem Bastard Geschichten erzählen sollen, oder dem Herrscher der Finsternis? Der erfindet sich seine eigenen Geschichten und versucht sie auch gleich in die Tat umzusetzen.

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1002 Re: RS der 4 gegen Z-Community am So Jul 05, 2009 12:10 am

Amon zwingt sich, beharrlich weiterzuarbeiten, ohne weiter über den Inhalt der Bücher nachzudenken. Sonst lässt er sich am Ende nur wieder ablenken und zum Schmökern hinreißen. Ziemlich emotionslos kartiert er also "Das magische System der 18. ägyptischen Dynastie", "Caput Draconis, Cauda Draconis und die Verschiebung der Tierkreiszeichen", "Tränke, Tinkturen und Elixiere", "Quintessenz, Summum Bonum und der Stein der Weisen", "Die henochische Sprache", "Die 10 Sephiroth am Baum des Lebens und ihre 22 Pfade", "Pentagramm versus Hexagramm: Elementare und planetare Kräfte bannen und invozieren", "Magische Einweihungswege", "Fauler Zauber und fiese Flüche", "Das Who is Who der Dämonen", "Heilige und unheilige Rituale", "Lexikon der magischen Symbole" - Hilfe, ist das dick! Amon denkt nun doch ein wenig über all diese Titel nach und ihm wird etwas mulmig bei dem Gedanken, dass er das wohl alles noch lernen muss und noch viel mehr, wo ihm das Katalogisieren ja schon reicht! Erstmals dämmert ihm, dass das Dämonenleben nicht nur ein Zuckerschlecken ist und dass auch in der Magie kein Meister vom Himmel fällt. Wobei die Vorstellung eines vom Himmel direkt bis in die Unterwelt plumpsenden Zanrelot doch recht unterhaltsam ist... Amon lässt den Stift sinken und grinst vor sich hin.

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1003 Re: RS der 4 gegen Z-Community am So Jul 05, 2009 6:47 pm

Jona schweigt, als sein Vater darüber nachsinnt, ob die Figuren in den Märchen tatsächlich noch heute Böses tun, da sie genauso gut auch tot sein könnten. Er sieht den geschwächten Zustand seines Vaters dafür verantwortlich, dass er sich über fiktive Figuren überhaupt solche Gedanken macht. Erfundene Figuren leben schließlich weiter, solange ihre Geschichte weitererzählt wird. Nur zum Thema Happy End äußert er sich: „Als Kind vertraut man darauf, dass immer alles gut ausgeht. Schließlich wird man beschützt und umsorgt. Dieses Vertrauen verliert man erst, wenn etwas passiert, das einem die grausame Realität vor Augen führt“, sagt er leise. „Das nennt man wohl Erwachsenwerden.“

Jona verkneift sich mühsam das Grinsen, als sich sein Vater als alten Sack bezeichnet. Beim besten Willen kann Jona ihm nicht widersprechen, aber auslachen muss er ihn nun auch wieder nicht, das wäre reichlich respektlos. Es gäbe zwar ein Ritual, um die Schwäche zu bannen und neue Magie aufzubauen, aber dazu ist Zanrelot nicht kräftig genug und Jona und Matreus fehlen die Fähigkeiten dazu. Jona, weil er so lange Zeit nicht hier war und Matreus, weil Zanrelot sich nicht dazu aufraffen konnte, es ihm beizubringen. Jona spürt die leichte Spitze in diesen Worten, seine Abwesenheit betreffend, erwidert allerdings nichts, um alles zu vermeiden, was seinen Vater weitere Kraft kosten könnte. Es stimmt, er war viele, viele Jahre nicht hier. Aber er hätte mehr Vertrauen in Matreus haben sollen, statt ihn all die Jahre nur als niederen Diener anzusehen. Jona nimmt sich vor, das Thema aufzugreifen, wenn sein Vater ihn in magischen Belangen zu unterrichten beginnt. Es gibt wohl keinen Grund, dass er sie nicht zusammen unterrichtet.

Jona zieht überrascht die Augenbraue hoch, als sein Vater vorschlägt, dass er ihm ein Märchen erzählen soll, bis er seine Kraft wiedererlangt hat. Die Märchen aus seiner Kindheit hat er längst vergessen, zumindest würde er keines davon wiedergeben können, ohne mindestens die Hälfte zu vergessen. „Ein Märchen also“, sagt er ein wenig verlegen grinsend. „Lass mal überlegen.“ Jona grübelt ein paar Augenblicke und fängt dann einfach mal an, in der Hoffnung, dass ihm beim Erzählen noch was einfällt.

„Es war einmal ein mächtiger Magier, der zwei Jungen bei sich aufnahm, die außer ihm niemanden mehr hatten. Er brachte ihnen allerhand bei und die beiden, die wie Brüder zusammen aufwuchsen, fühlten sich wohl bei dem Magier. Doch eines Tages erfuhr der eine Junge, dass der Magier etwas sehr Schlimmes getan hat und beschloss, ihn und seinen Ziehbruder zu verlassen. Viele, viele Jahre vergingen, in denen der Junge alles versuchte, um den großen Magier zu bekämpfen. Sein Hass war so groß, dass er völlig in den Gedanken verrannt war und nichts anderes mehr sah. Es sah schon ganz so aus, als würde diese Feindschaft bis zum Ende aller Tage weitergehen, doch da verschlug es den Jungen, aus dem inzwischen ein erwachsener Mann geworden war, zu dem Magier. Er wurde gefangen genommen und zu einer Zeitreise gezwungen, die ihm die Augen für die Wahrheit öffnete. Es war nicht eine große Schuld, die der Magier auf sich geladen hatte, sondern vielmehr eine Verkettung sehr schrecklicher Umstände und der junge Mann beschloss, wieder bei dem Magier zu bleiben. Doch wer nun glaubt, an dieser Stelle gäbe es schon ein Happy End, der hat sich geirrt. Denn auch, wenn der junge Mann seinen Fehler eingesehen hat, so hatte der Magier doch Pläne, die der junge Mann nicht gutheißen konnte. Er wollte die Menschheit beherrschen und ihnen alles nehmen, woran sie Freude hatten. Und da der junge Mann so viele Jahre in dieser Welt gelebt hatte, konnte er den Gedanken daran nicht ertragen, dass diese Welt irgendwann nicht mehr in dieser Form existieren sollte. So war der junge Mann hin und her gerissen zwischen der Zuneigung zu dem Magier und seinem eigenen Gewissen. Und wenn es ihn nicht zerrissen hat, dann grübelt er noch heute.“

Jona schweigt nachdenklich, die Worte, die sich in seinem Kopf gebildet haben, drückten genau das aus, was er selbst fühlt. Kann es wirklich eine glückliche Zukunft für Vater und Sohn geben? Oder wird einer von ihnen an der Situation zerbrechen, wie sie nun einmal ist? Jona schließt seufzend kurz die Augen. „Tut mir leid, Vater, aber ich fürchte, ich eigne mich nicht besonders zum Märchenerzähler.“

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1004 Re: RS der 4 gegen Z-Community am So Jul 05, 2009 8:13 pm

Matreus schwitzt vor Anstrengung. Die Wiederinstandsetzung des Computers ist eine lange und arbeitsreiche Prozedur. Es geht nur schleppend voran. Gerade ist er damit fertig, die Internetverbindung wiederherzustellen. Als er sie testet, ist er sehr erleichtert. Alles funktioniert wieder. Sofort macht er sich daran, alle wichtigen Programme herunterzuladen, die beim Absturz verloren gegangen waren. „So, fünf aktive Downloads, das dauert jetzt eine Weile. Dann kann ich wenigstens mal eine Pause machen.“, sagt er zu sich selbst.

Auf dem Monitor ist immer noch die Bibliothek zu sehen. Matreus beobachtet Amon eine Weile bei der Kategorisierung der Bücher. Doch nach einer Weile lässt der Junge den Stift sinken und grinst vor sich hin. Matreus schüttelt seufzend den Kopf. „Dieser Junge...“ Doch im Moment hat er keine Lust, hinüber zu gehen und ihn für seine Trödelei zu schelten. Matreus ist der Meinung, dass Amon schon selbst sehen wird, was er davon hat, wenn er in ein paar Stunden immer noch dort sitzen wird. Er wird den Raum jedenfalls erst wieder verlassen, wenn seine Arbeit ordnungsgemäß erledigt ist.

Matreus denkt inzwischen über ganz andere Dinge nach. Er macht sich Gedanken um Zanrelot. Der Meister ist sehr geschwächt und kann momentan ganz sicher nicht die Unterwelt beherrschen, wo er nicht einmal die Kraft hat, seinen eigenen Körper zu kontrollieren. Doch eine Unterwelt ohne Herrscher gab es noch nie. Matreus denkt lange darüber nach, wer nun Zanrelots Stellvertreter ist. Eigentlich wäre Jona der Nächste in der Rangfolge, doch der ist momentan auch eher unpässlich. Den Kindern könnte man so eine wichtige, verantwortungsvolle Aufgabe ganz sicher noch nicht anvertrauen. Also bleibt nur er. Und eigentlich ist es doch auch selbstverständlich, dass der mit der größten Erfahrung dieses Amt vorübergehend übernimmt.

Matreus steht langsam auf. „Warum eigentlich nicht? Das wollte ich schon immer mal machen.“ Einmal der Herrscher der Finsternis zu sein, das hatte sich Matreus schon immer gewünscht. Und nun war die Gelegenheit dazu da. Er begann zu grinsen. „Oh ja, ich werde ein sehr guter Herrscher sein.“

Matreus sieht sich in der Zentrale um. „Ein wenig kahl wirkt das alles hier“, stellt er nachdenklich fest. Doch den Gedanken, ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen, verwirft er kopfschüttelnd wieder. Das würde nur Ärger bedeuten. Dann blickt er zum Computer. Seine Miene erhellt sich. „Ja, genau. Das werde ich als Erstes tun!“ Matreus wollte schon lange einen zweiten Stuhl am Computerterminal anbringen und überhaupt die Zentrale mit mehreren Sitzmöglichkeiten ausstatten. Zanrelot hatte das bisher nie gestattet. Doch nun, wo Matreus ihn vertritt, soll sich das ändern. Matreus sieht es schon direkt vor sich. Nie wieder wird er stundenlang in der Zentrale herumstehen müssen, während es sich der Meister auf dem Stuhl bequem macht. Der Gedanke gefällt ihm sehr gut.

Matreus ruft sofort einige Zanreloten herbei. Er bemüht sich, möglichst genaue Anweisungen zu geben. „Schafft mir alle Stühle her, die ihr in den Abstellkammern findet. Achtet nur darauf, dass sie möglichst grün oder schwarz sind.“ Er sieht den Zanreloten lächelnd nach. Erwartungsvoll und ungeduldig blickt er auf die Tür. Er kann es kaum erwarten, die Zentrale einigermaßen wohnlich einzurichten.

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1005 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mi Jul 08, 2009 12:26 am

Zlatko und Zdenko sind gerade dabei, Reagenzgläser zu säubern, als sie, zusammen mit ein paar Kollegen, in die Zentrale beordert werden. Matreus erteilt ihnen den ungewöhnlichen Befehl, alle grünen und schwarzen Stühle anzuschleppen, die sie in den Abstellkammern auftreiben können. Das Grüppchen teilt sich auf und durchsucht die Unterwelt nach dem Gesuchten. Wie immer, ziehen Zlatko und Zdenko gemeinsam los.

"Was will Matreus mit so vielen Kühlen?" grübelt Zlatko. "Er möchte sicher eine große Smartie feiern", meint Zdenko, "mit vielen erlesenen Kästen." "Oh ja!" ruft Zlatko begeistert aus, "die bringen dann sicher viele kostbare, bunt eingewickelte Getränke!" "M-hm", schwärmt Zdenko, "es wird sicher toll, mit vielen Kästen und Getränken fröhlich zu reihern."

Bald haben sie und die anderen Zanreloten eine ganze Anzahl Stühle aufgetrieben und in die Zentrale geschleppt. Respektvoll schweigend, stehen sie abwartend da und hoffen, dass Matreus mit ihrer Arbeit zufrieden ist.

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1006 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mi Jul 08, 2009 12:27 am

Matreus schreitet ungeduldig in der Zentrale auf und ab. Er sieht die Stühle schon direkt vor sich. Erfreut stellt er fest, wie schnell die Zanreloten ihre Arbeit verrichtet haben. Sie kommen bereits zurück und haben tatsächlich einige Stühle gefunden und herangeschleppt.

Prüfend umrundet er die Stühle ein paar Mal. Ein zufriedenes Lächeln erfüllt sein Gesicht. Die Stühle sind in einem sehr guten Zustand und werden wunderbar zum Rest der Einrichtung passen. Matreus hält kurz inne. „Der Rest der Einrichtung“, murmelt er.

Er sieht sich kurz in der Zentrale um. Dann nickt er den Zanreloten zu. „Das mit den Stühlen habt ihr sehr gut hinbekommen. Seht mal nach, ob ihr noch ein paar kleinere Tische auftreiben könnt. Am Besten in schwarz, ja, genau. Also: schwarte, kleine Tische. Los, los.“

Während die Zanreloten sich wieder an die Arbeit machen, beginnt Matreus, die Stühle liebevoll in der Zentrale zu verteilen. Er sieht es schon direkt vor sich: kleine Sitzgruppen, gemütliche Ecken, um auch mal zu entspannen und auch Plätze zum Arbeiten hat er vorgesehen. Die Zanreloten haben so viele Stühle herbeigeschafft, dass Matreus Mühe hat, sie alle unterzubringen. Er besieht kurz alles und legt dann den Kopf leicht schief. „Hm, naja, ein wenig eng könnte es werden, wenn erst die Tische dazukommen. Aber ein paar Gassen dazwischen sollten ja eigentlich genügen.“

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1007 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mi Jul 08, 2009 12:37 am

Zanrelot nickt nachdenklich zu Jonas Worten über Kindheit und Erwachsenwerden. Er blickt auf seine eigene Vergangenheit und vergleicht sie mit dem Gesagten. Wenn Kindheit bedeutet, beschüzt und umsorgt zu sein, und Erwachsenwerden, die grausame Realität kennenzulernen und das Vertrauen zu verlieren, dann war er selbst nur sehr, sehr kurz ein Kind, wenn überhaupt.

Er verscheucht die Gedanken an seine eigene Realität, um Jonas Märchen zu lauschen. Doch auch dessen Bezüge zur Wirklichkeit sind unübersehbar. Als Jona schließlich meint, er eigne sich nicht zum Märchenerzähler, brummt Zanrelot: "In der Tat, mein Sohn. So endet doch kein richtiges Märchen! Du hast doch wohl nicht die magische Formel vergessen? 'Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tun sie noch heute Böses.' Pass auf, jetzt erzähle ich dir ein Märchen, damit du lernst, wie das geht."

Zanrelot schließt die Augen, atmet tief durch und überlegt. Worauf hat er sich denn bloß wieder eingelassen? Immer noch geschwächt und überhaupt nicht geübt darin, Märchen zu erfinden! Die Geschichten an Jonas Bettkante hatte er sich ja nicht selbst ausgedacht, sondern musste sie nur vorlesen. Sein kreatives Talent geht eher dahin, kleine Horrorgeschichten für nervige Wächterkinder zu erdenken und in die Tat umzusetzen. Aber gut, er hat Jona ein Märchen angekündigt, und er pflegt zu tun, was er gesagt hat.

Wie unter Zwang kehren seine Gedanken wieder zu seiner eigenen Kindheit zurück, als er versucht, etwas zu erzählen. So gerät auch sein Märchen, entgegen seiner ursprünglichen Absicht, sehr realitätsnah. "Es war einmal ein kleiner Magier, der lebte in einer verkehrten Welt. Er konnte in dieser Welt nicht zaubern und er hatte keine Mutter und keinen Vater und keine Freunde. Er durfte nie spielen, wie Kinder es tun. Nichts in dieser Welt war so, wie es sein sollte. Doch eines Tages kam ein großer, schwarzer Magier und nahm ihn zu sich. Er schenkte ihm ein Zuhause und die Magie und sehr viel Wissen und Macht. Und als der kleine Magier ein großer Magier wurde, besaß er eine eigene Welt, wo niemand ihm etwas anhaben konnte und alles nach seinen eigenen Gesetzen verlief. Und er nahm andere kleine Magier zu sich und schenkte ihnen ein Zuhause und Magie. Nun war der Magier nicht mehr klein und schwach und auch nicht mehr allein. Aber eins konnte ihm all seine Macht nicht zurückgeben: die verlorene Kindheit. Darum konnte er die verkehrte Welt, aus der er gekommen war, nie vergessen: Denn sie hatte ihm alles geraubt. Zuletzt auch noch seinen eigenen Sohn! Doch der Magier hat die Hoffnung nie aufgegeben und sein Ziel: sich zurückzuholen, was ihm genommen wurde und die verkehrte Welt da draußen geradezubiegen. Wenn er nicht in ihr spielen durfte, würde er mit ihr spielen! Und dann... Ach nein, ich fürchte, ich tauge auch nicht zum Märchenerzähler, Jona. Ich weiß nicht, wie die Geschichte weitergeht. Ich weiß nur, dass der Sohn schließlich zurückgekehrt ist und dass deshalb alles noch gut werden kann. Ich weiß nicht, wie das Märchen weitergeht, aber ich weiß ganz zuversichtlich, wie sie endet: 'Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tun sie noch heute Böses.' Gemeinsam." Er lächelt verträumt. "Das Kind muss doch am Ende sein Happy End bekommen, nicht wahr?"

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1008 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mi Jul 08, 2009 1:10 am

Die Zanreloten schwärmen eifrig wieder aus, als Matreus kleine Tische verlangt. "Feine Fische", erinnern sich Zlatko und Zdenko unterwegs immer wieder gegenseitig an den Auftrag, damit sie ihn nicht vergessen und am Ende das Falsche bringen. Sie malen sich die neue Einrichtung der Zentrale schon lebhaft aus: "Ein Raum voller Kühle und feiner Fische. Was für ein schöner Raum zum Reihern!" "Ja, das wird sicher sehr westlich."

Nach kurzer Zeit hat Matreus mehr Tische und Stühle in der Zentrale, als er eigentlich braucht. Zanreloten sind eben eifrige Wesen und erledigen jeden Auftrag sehr gründlich. Zufrieden betrachten Zlatko und Zdenko ihr Werk und beobachten, wie Matreus die Möbel für die vermeintliche Party arrangiert. Voller Vorfreude meint Zlatko zu Zdenko: "Oh, wie wird Zanrelot reihern, wenn er das sieht!"

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1009 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mi Jul 08, 2009 11:14 am

Matreus hat gerade erst die Stühle fertig aufgestellt, da kommen die Zanreloten auch schon mit den Tischen zurück. Matreus atmet tief durch und kratzt sich am Kopf. „Uff, vielleicht sind das doch ein wenig zu viele Stühle und Tische.“ Was die Zanreloten sagen, bekommt er gar nicht recht mit. Würde er es hören, müsste er aber zugeben, wie recht sie wohl haben, auch wenn sie etwas anderes meinen, als sie eigentlich gesagt haben. Matreus wendet sich nur kurz an die Zanreloten-Schar. „Ihr seid hier fertig. Ihr könnt wieder an eure Arbeit gehen.“

Dann beschäftigt er sich mit den Tischen. Liebevoll richtet er die Zentrale ein. So entstehen an der Wand entlang einzelne Sitzgruppen. Am Computerterminal gibt es nun zwei Stühle, Zanrelots Grünen und daneben einen kleineren, einfachen, schwarzen Holzstuhl. Ein kleines Stück vom Computer entfernt, hat Matreus einen schönen, schwarzen Schreibtisch platziert. Dort kann er von nun an sitzen und arbeiten, wenn der Meister ihn anweist, Informationen aus irgendwelchen Büchern zu sammeln.

Matreus sieht sich noch einmal prüfend um. Die Zentrale gefällt ihm so schon ganz gut. Die Tische und Stühle lassen etwas Gemütlichkeit einkehren. Doch irgendetwas fehlt Matreus noch. Die einfachen Holzstühle sind auf Dauer nicht sehr bequem, auch wenn er sich eigentlich schon vor Jahrhunderten daran gewöhnt hat. Er lächelt, als ihm eine Idee kommt. Kurz denkt er darüber nach, ob dem Meister das auch wirklich gefallen wird, doch dann beschließt er, dass er als dessen Vertretung durchaus Berechtigung besitzt, solche Neuerungen einzuführen. Kurzerhand transferiert sich Matreus an die Oberfläche. Er landet direkt in der Toilette eines schwedischen Möbelhauses. Da er es eilig hat, führt ihn sein Weg direkt zu den Sofas. Sofort sticht ihm eine giftgrüne Eckcouch ins Auge. „Die ist einfach perfekt“, sagt er vor sich hin. Matreus sieht sich kurz um. Ihn scheint keiner zu beachten. Unauffällig richtet er seinen Zauberstab auf das Möbelstück, schießt einen Strahl ab und findet sich im nächsten Moment in der Zentrale wieder. Das Sofa rückt er an die Seitenwand, stellt einen kleineren Tisch davor und lässt sich zufrieden auf seiner neuen Errungenschaft nieder. Stolz betrachtet er sein Werk.

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1010 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mi Jul 08, 2009 5:15 pm

Jona erwidert nichts, als sein Vater bestätigt, er wäre kein guter Märchenerzähler. Er moniert, dass Jona die magische Formel ‚und wenn sie nicht gestorben sind, dann tun sie noch heute Böses’ vergessen habe. Auf die Idee, dass er die mit Absicht weggelassen hat, kommt sein Vater anscheinend gar nicht. Stattdessen will er Jona selbst noch ein Märchen erzählen, damit er lernt, wie das geht.

Jona hört sich das Märchen schweigend an und kann nur mit Mühe verhindern, dass man ihm seine geringe Zustimmung zu dessen Inhalt ansieht. Als er schließlich sicher ist, ruhig genug reden zu können, sagt er: „Der kleine Magier hatte bestimmt kein leichtes Leben, aber das teilte er zur damaligen Zeit mit sehr viel anderen jungen Menschen. Es waren harte Zeiten und es gab viele Waisen, die auch hart arbeiten mussten, statt spielen zu können. Und viele von ihnen fanden einen frühen Tod, da sich keiner ihrer annahm.“

Jona merkt, dass er drauf und dran ist, seinem Vater Vorwürfe zu machen, weil er um seine verlorene Kindheit trauert, die durch nichts und niemanden zurückzubringen ist. Und mit der Welt spielen zu dürfen, weil er in ihr nicht spielen durfte, ist in seinen Augen kindisch und unreif. Aber wenn Jona seinem Vater das um die Ohren schlägt, wird der höchstens mit Trotz reagieren und sicher keine Einsicht zeigen. Also sagt er nur etwas gepresst, nachdem sein Vater meint, das Kind müsse am Ende doch sein Happy End bekommen: „Dein Märchen gefällt mir auch nicht besonders. Lass mich es noch einmal weiterführen.“

Jona sammelt sich und fängt dann an: „Nachdem der Sohn zurückgekehrt war, freute dieser sich, dass der jahrhundertelange Krieg zu Ende war. Aber das änderte nichts an der Tatsache, dass er der Meinung war, die Menschen davor schützen zu müssen, alles zu verlieren, was ihnen das Leben lebenswert macht. Alles neu gewonnene Verständnis für seinen Vater ließ ihn nicht vergessen, dass die Menschen, die in der damaligen Zeit lebten, schon lange tot waren und die Menschen, die heute leben, ein Recht darauf hatten, ihr Leben zu leben, ohne für die Taten ihrer Vorfahren verantwortlich gemacht zu werden. Schließlich vertraute der zurückgekehrte Sohn auch darauf, nicht für die Taten seiner Vorfahren zur Verantwortung gezogen zu werden. Der Sohn hoffte darauf, dass sein Vater eines Tages einsehen würde, dass er längst kein Kind mehr war, sondern ein Erwachsener, der sich entsprechend verhalten sollte, um auch als Erwachsener respektiert zu werden. Dass er erkennen würde, dass es ihm keine echte Genugtuung verschaffen würde, wenn er mit der Welt spielen würde, in der er nicht spielen durfte. Dass er realisieren würde, dass seine Pläne unrecht waren. So lebte der Sohn an der Seite seines Vaters und hoffte auf ein friedvolles Leben. Denn für ihn stand fest, dass Böses tun für ihn nicht infrage kam. Und wenn er nicht gestorben ist, so lebt er noch immer in dieser Hoffnung an der Seite seines Vaters.“

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1011 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Sa Jul 11, 2009 11:10 pm

Sehr nachdenklich hört sich Zonk alles an, was Sandy über die sterblichen Menschen erzählt. Rein organisches Leben ist offenbar störungsanfälliger als halb-technisches, bzw. leichter einmal irreparabel. Allein das Vergehen von Zeit scheint dafür zu genügen, wenn nichts anderes passiert. Dann endet also jeder von denen zwangsläufig früher oder später in diesem Ding, diesem.... Sarg? Wie schrecklich sinnlos! Diese völlig hoffnungslosen Geschöpfe können einem leidtun. Sie können ja nichts dafür, dass sie so instabil sind.

Doch halt! Es gibt eine andere Möglichkeit und wer die nicht ergreift, ist selber schuld! Aufgeregt sagt Zonk zu Sandy: "Aber sterbliche Menschen können unsterbliche Dämonen werden! Durch Magie! Wer die Mühe nicht auf sich nimmt, die zu erlernen, ist selber schuld. Sandy geht den richtigen Weg. Zonk ist sehr froh, dass Sandy nicht sterben wird! Außer wenn ihr jemand etwas antut, aber das wird Zonk verhindern. Immer, immer!"

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1012 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mo Jul 13, 2009 11:36 pm

Amon ertappt sich selbst dabei, dass er schon wieder abgelenkt war und nimmt die Arbeit erneut auf. Er will ja schließlich irgendwann mal fertig werden. Wenn es sich bloß nicht so fürchterlich ziehen würde!

Um sich das Gefühl zu verschaffen, er hätte doch schon ziemlich viel erledigt, stapelt er die bereits katalogisierten Bücher etwas abseits zu einem - na ja, nicht allzu beachtlichen - Turm. Da er auch dabei nicht besonders sorgfältig vorgeht, gerät sein Bauwerk aber ins Wanken, und er hat nun das zusätzliche Vergnügen, die Bücher einzeln vom Boden aufzusammeln. Eins davon hat sich beim Sturz selbst aufgeschlagen: "Pentagramm versus Hexagramm: Elementare und planetare Kräfte bannen und invozieren".

Natürlich fällt Amons Blick auf die Seiten, statt dass er den Wälzer einfach zuklappt und wegräumt. Und selbstverständlich liest er das, was da grad steht, nicht etwa die Grundlagenübungen oder das Vorwort, welches eindringlich davor warnt, magische Rituale in der falschen Reihenfolge erlernen zu wollen. Das, was da steht, klingt ja so einfach! Das kriegt ja ein Baby hin! Ein paar Bewegungen in einem bestimmten Ablauf, fast wie ein Tanz, dazu die passenden Zauberworte, die stehen ja da, und an gewissen Stellen mit dem Finger Hexagramme und ähnliche Figuren in die Luft ziehen. Na, wenn das alles ist! Mit dem Finger! Nicht mal einen Zauberstab braucht man dafür! Das Allerbeste aber ist die Überschrift: "Das Chaos bannen". He, genau das, was er braucht! Warum sich so viel unnötige Arbeit machen? Wofür ist man ein Magier?

Amon liest die Seite noch ein paarmal durch, bis er sich den kompletten Ablauf des Rituals eingeprägt hat. Dann schreitet er sofort zur Tat. Ja, er macht seine Sache gar nicht schlecht! Man sollte nicht kleinlich sein, sondern über den winzigen Fehler hinwegsehen, dass er die Dreiecke falsch herum zieht. Was macht es schon, dass er das Chaos nicht bannt, sondern invoziert?

Wenige Sekunden später hockt Amon mitten in einem Raum voll wahllos verstreuter Bücher. Die, welche er bearbeiten sollte, sind ihm ebenso zugeflogen, wie all die anderen aus den Regalen. Völlig erschlagen sitzt der Junge in Zanrelots verwüsteter Bibliothek, erschlagen im übertragenen Sinne und auch so gut wie erschlagen im wörtlichen Sinne, von all den Wälzern, die ihm eben um die Ohren geflogen sind.

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1013 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mo Jul 13, 2009 11:42 pm

Matreus hat die Augen geschlossen und genießt die Ruhe auf dem neuen Sofa. Doch plötzlich wird er durch ein großes Gepolter aufgeschreckt. Er springt auf und eilt zum Bildschirm. Dort sieht er Amon, der inmitten der völlig verwüsteten Bibliothek sitzt. Sein Gesicht verfinstert sich augenblicklich. Wütend schlägt er mit der Faust auf den Tisch. „Das gibt’s doch nicht!“, ruft er entrüstet aus. Er dreht sich um und begibt sich eiligen Schrittes zur Bibliothek.

Matreus reißt wutentbrannt die Türe auf. Er sieht den Jungen mit hochrotem Kopf an. Amon kann froh sein, dass die vielen Bücher Matreus den Weg zu ihm versperren, denn er könnte sich sicher nicht beherrschen und würde etwas tun, das er später nur bereuen würde. Matreus beschränkt sich vorerst darauf, den Jungen anzubrüllen. „Was zum Teufel hast du angestellt?“ Matreus schnauft wütend. Er hebt ein Buch auf, blättert darin und wirft es Amon kurzerhand entgegen. Wo er den Jungen trifft, ist ihm in diesem Moment völlig egal. Bedrohlich ruhig und mit funkelnden Augen spricht er weiter. „Du hast mir soeben bewiesen, dass du mit keiner Art von Verantwortung umgehen kannst. Sieh zu, dass du hier raus kommst und wage es nicht, etwas anzufassen! Ich werde dem Meister vorschlagen, dir die Magie wieder zu nehmen. Und dieses Flausen werde ich dir auch noch austreiben. Warte nur, bis ich dich in die Finger kriege!“

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1014 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Mo Jul 13, 2009 11:48 pm

Sandy lächelt leicht, als Zonk ganz aufgeregt verkündet, sterbliche Menschen könnten unsterbliche Dämonen werden, und wer die Mühe, Magie zu lernen, nicht auf sich nimmt, sei selbst schuld. „Nun, Zonk, ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Nicht jeder hat diese Möglichkeit. Wie viele Magier gibt es wohl, die Menschen unterrichten könnten? Und nicht jeder Mensch, der die Möglichkeit hat, würde sie auch nutzen. Es kann auch eine Erlösung sein, nach einem langen Leben einfach die Augen schließen und für immer schlafen zu können.“ Sie lächelt etwas stärker. „Aber ich freue mich, dass du mich immer beschützen willst. Nur vertraue mir bitte, wenn ich dir sage, wenn mir keine Gefahr droht. Von Otti droht mir niemals Gefahr, darauf kannst du dich voll und ganz verlassen.“

Bei den Gedanken an Otti wirft Sandy einen Blick auf ihren Computer und stellt zu ihrer großen Freude fest, dass die Internetverbindung wieder steht. „Oh, es geht wieder“, ruft sie begeistert aus und ruft sofort Ottis Nachricht auf. Sie lässt Zonk mitlesen, was er geschrieben hat:

„Liebste Sandy, ich habe eben mit den anderen gesprochen. Sie können zwar nicht so recht verstehen, warum wir dermaßen aneinanderhängen und meinen, das hätte keine Zukunft, aber was wissen die denn schon? Sie sind noch Kinder. Sie haben keine Ahnung von der Liebe. Ich habe ihnen auch gesagt, dass du gesagt hast, du würdest deine Magie niemals gegen uns verwenden. Karo und Pinkas sind skeptisch, ob sich das nicht doch irgendwann mal ändern könnte. Also, eigentlich ja eher Karo, Pinkas hat sich ihrer Meinung angeschlossen. Er ist ja, wie du weißt, in sie verknallt. Das würde er aber niemals zugeben. Der meint wirklich, das merkt keiner. Und Leo ist ganz toll. Sie glaubt zwar nicht daran, dass unsere Beziehung auf Dauer funktionieren kann, aber sie versteht, warum wir es versuchen müssen. Die Kleine ist echt sehr reif für ihr Alter. Ich glaube, sie versteht das besser als mein Bruder. Aber, naja, der ist halt auch nur ein Junge.
Diese Prüfung hört sich ja wirklich hart an. In einem Sarkophag möchte ich nicht liegen müssen. Aber eine Seelenreise klingt aufregend. Wahrscheinlich war es aber ein wenig sehr aufregend. Wie du das schilderst, war das wirklich sehr gruselig. Und natürlich hast auch du dunkle Seiten, wie jeder von uns. Es gibt nicht nur gut oder böse, das weiß ich, es liegt so vieles dazwischen, in der Grauzone, die wir uns oft nicht eingestehen wollen. Das in der Wüste hört sich sehr qualvoll an. Es tut mir richtig weh, das zu lesen. Du musst schrecklichen Durst durchlitten haben. Und du hast gesehen, wie jemand zerstückelt wurde? Sandy, wie hast du das nur ausgehalten? Woher hattest du die Kraft, das durchzustehen? Du bist ein so starkes Mädchen und ich bewundere, was du alles so tapfer erduldet und durchgestanden hast. Ich denke nicht, dass ich das geschafft hätte. Weißt du, was geschehen wäre, wenn du es nicht geschafft hättest? Und musste jeder da unten diese Prüfung mal machen? Es wundert mich jedenfalls nicht mehr, dass Z und Matreus so hart sind. Umso erleichterter bin ich, dass es dir trotz dieser grausamen Prüfung recht gut zu gehen scheint. Sie hat dich anscheinend gestärkt.
Leider muss ich jetzt off gehen, du kennst ja Julia. Die regt sich immer schrecklich auf, wenn man zu spät zum Essen kommt. Ich komme später nochmal on, vielleicht bist du dann ja auch wieder da. Mein Herz ist immer bei dir. Ich liebe dich, Otti.“

Sandy lächelt selig, als sie fertig gelesen hat, und sieht zu Zonk rüber. „Wie kann jemand, der so schreibt, mir schaden wollen? Ich muss ihm unbedingt gleich antworten.“ Schon fängt sie an zu schreiben:

„Liebster Otti, tut mir leid, dass ich so lange off war, aber leider hat Amon, der Vollidiot, es geschafft, hier alles lahmzulegen. Man sollte einem solchen Kindskopf besser keine Magie schenken, geschweige denn einen Zauberstab! Aber genug davon, ich bin froh, dass Matreus es wieder hinbekommen hat. Ich hätte es doch niemals ohne ein liebes Wort von dir ausgehalten!
Ich bin sehr erleichtert, dass die anderen Wächter jetzt über uns Bescheid wissen. Damit ist mir eine große Sorge von der Seele genommen. Und sie werden dann schon merken, dass ich meine Magie nicht gegen euch einsetzen werde. Mit der Zeit werden sie dann ihr Misstrauen schon verlieren. Dass Leo so viel Reife zeigt, finde ich beachtlich. Aber vermutlich liegt es daran, dass sie mit der Liebe noch keine Erfahrungen hat und das Ganze daher viel objektiver betrachten kann. Anders als Karo und Pinkas. Klar weiß ich, dass die beiden ineinander verliebt sind. Und sie machen sich selbst das Leben schwer, weil sie es einander nicht so richtig eingestehen. Sie könnten diesbezüglich viel von dir lernen, wenn sie es denn zulassen würden.
Meine Seelenreise war tatsächlich sehr aufregend, teilweise auch beängstigend. Gruselig trifft es ganz gut. Und ich bin wirklich froh, dass ich das hinter mir habe. Woher ich die Kraft hatte, das alles durchzustehen und mit anzusehen, wie jemand zerstückelt wurde? Das kann ich dir sagen. Ich hatte ein Ziel vor Augen. Nicht einmal unbedingt, die Magie zu erhalten, aber mir war wichtig, zurückzukehren in diese Welt, damit ich wieder Kontakt zu dir haben kann.
Was passiert wäre, wenn ich die Prüfung nicht geschafft hätte? Schlimmstenfalls hätte ich wirklich sterben können. Aber das hätte Zanrelot nicht zugelassen. Er hätte eingegriffen und die Strafe für mein Versagen auf sich genommen. Aber das wusste ich nicht, als ich in der Prüfung steckte. Ich dachte, ich würde wirklich sterben. Und ja, diese Prüfung musste jeder durchmachen, außer Amon, der eine einfachere Version durchmachen musste. Meine Prüfung hätte der auch niemals bestanden, da bin ich sicher.
Es geht mir tatsächlich recht gut und ich fühle mich auch wirklich irgendwie gestärkt. Oder soll ich sagen, erwachsener? Die Magie in mir fühlt sich auch ziemlich unbeschreiblich an. Ich fühle mich, als könnte ich alles erreichen, gleichzeitig aber auch eine Ernsthaftigkeit, die mich zur Vorsicht mahnt und auf die ich auch höre. Ich kann es schlecht in Worte fassen.
Ich hoffe, du bist rechtzeitig zum Essen gekommen und hast dir keinen Ärger mit Julia eingehandelt. Ich freue mich schon darauf, bald wieder von dir zu lesen. Ich liebe dich auch, Sandy.“

Sandy wartet ab, bis Zonk alles entziffert hat, und schickt die Nachricht dann ab. Dann sieht sie Zonk fragend an. „Soll ich dir noch etwas beibringen? Oder meinst du, wir sollten mal nachsehen, was die anderen so treiben?“

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1015 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Di Jul 14, 2009 12:49 am

Zanrelot sagt nichts, guckt aber etwas beleidigt, als Jona meint, sein Märchen habe ihm auch nicht gefallen. Da hat er nun so viel Mühe und Gefühl in diese Geschichte investiert! Und als er dann Jonas Version hört, wird sein Gesicht auch nicht gerade fröhlicher. In was für hintergründige Dinge haben sie sich hier nur verrannt!

Entschlossen richtet Zanrelot sich auf und beendet das Thema: "Genug davon! Wir taugen wohl beide nicht zu Dichtern. Es wird höchste Zeit, ins reale Leben zurückzukehren." Mühsam, aber mit eisernem Willen stellt er sich auf die Füße und verlässt das Bett und das Zimmer. Er wankt den Gang entlang, Richtung Zentrale. Jona wird ihn hoffentlich begleiten, denn es könnte durchaus sein, dass er noch einmal umkippt. Schwindlig genug ist ihm, seit er aufgestanden ist. Aber er möchte nicht mehr jammern und möglichst wenig Schwäche zeigen.

Es dauert ziemlich lange, bis er sich zur Zentrale geschleppt hat, aber endlich steht er doch vor der Tür. "Matreus!" ruft er, doch entweder ist seine Stimme noch nicht laut genug oder sein Neffe ist gar nicht hier. Zanrelot öffnet sich selbst die Tür und tritt ein.

Wie vom Donner gerührt, steht er da und starrt in diesen völlig fremden Raum. Das hier ist nicht seine Zentrale, obwohl da hinten sein Computerterminal steht. Es ist überhaupt kein realer Ort in der Unterwelt. Dies ist ein Alptraum! Liegt er womöglich immer noch in seinem Bett? Hat er Fieberträume? Zanrelot taumelt benommen ein paar Schritte in den Raum hinein und stößt sich heftig das Knie an einem Stuhl. Der Schmerz belehrt ihn, dass dies kein Traum ist. Dann kann es nur eine Vision sein. Als Magier hat er natürlich oft Visionen, sehr real erscheinende, doch für gewöhnlich führt er diese Zustände selbst herbei und kontrolliert sie. Er ist ja schließlich kein Anfänger mehr! Diese Szene hier kann ihm nur ein höherstehendes Wesen geschickt haben, doch zu welchem Zweck? Was will ihm der "Autor" damit sagen?

"Jona!" haucht Zanrelot, "wenn du wüsstest, was ich sehe! Und wenn ich nur wüsste, was diese Vision mir ankündigen soll! Es kann nichts Gutes sein. Ein böses Omen!" Er schaudert und stolpert weiter durch diese surreale Szenerie voller Möbel, bis er vor dem Sofa steht. Dieses ist nicht weniger beängstigend als der Rest, aber doch wenigstens von sehr angenehmer Farbe. Er dreht sich halb um und lässt seinen entsetzten Blick über den ganzen Raum schweifen. "Jona!" stöhnt er, "oh, was ich sehe, ist so... grauenvoll!" Mit einem Seufzen sinkt er auf die Couch und wird ohnmächtig. Sein letzter bewusster Gedanke ist die Sorge, ob das imaginäre Möbel ihn auch auffangen wird.

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1016 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Di Aug 25, 2009 1:55 pm

Jona ist nicht böse darum, als sein Vater die Märchenstunde für beendet erklärt. Wer weiß, wohin das alles sonst noch geführt hätte, der beleidigte Gesichtsausdruck seines Vaters sprach bereits Bände. Jona beobachtet ein wenig besorgt, wie sein Vater aufsteht, und ist jederzeit darauf gefasst, ihn aufzufangen, falls seine Kraft nicht reichen sollte. Ihn gleich zu stützen kommt ihm allerdings nicht in den Sinn, er möchte ihn auf keinen Fall bevormunden oder ihm das Gefühl geben, er sei nicht in der Lage, selbst zu laufen. Es dauert zwar eine ganze Weile, bis sie die Zentrale erreichen, aber er hat es am Ende tatsächlich geschafft, den Weg allein zurückzulegen.

Zanrelot ruft nach Matreus, aber es kommt keine Antwort. Jona betritt die Zentrale direkt nach seinem Vater und schaut sich verwundert um. Der Raum ist nicht wiederzuerkennen, überall stehen Stühle und Tische herum, es gibt einen Schreibtisch und sogar ein grünes Sofa. Jona betrachtet alles wohlwollend, die Zentrale wirkt jetzt viel wohnlicher und gemütlicher. Sein Vater sieht das allerdings offenbar ganz anders, denn er taumelt in den Raum hinein und hält alles für eine Vision, ein böses Omen. Schließlich sinkt er ohnmächtig zusammen und landet genau auf der grünen Couch.

Jona eilt seinem Vater zu Hilfe und legt seine Füße hoch. Dann eilt er davon, um ein Glas Elixier zu holen, zieht sich einen Stuhl heran und stellt das Elixier griffbereit auf den Tisch daneben. Er rüttelt sanft an den Schultern seines Vaters, um ihn wieder zu Bewusstsein zu bringen und redet beruhigend auf ihn ein: „Das ist kein böses Omen, das sind nur Möbel. Und ich finde, sie machen sich gut in der Zentrale. Es tut doch gut, sich zwischendurch einmal gemütlich hinsetzen zu können oder sogar kurz zu ruhen.“ Jona hilft seinem Vater, sich aufzusetzen und hält ihm das Glas mit dem Elixier an die Lippen. „Hier, trink, das wird dir gut tun. Und du solltest dir die Zentrale noch einmal in Ruhe ansehen, dann kommst du bestimmt zu dem Ergebnis, dass die neue Einrichtung eine Verbesserung darstellt.“

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1017 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Do Aug 27, 2009 1:17 pm

Zanrelot kommt langsam wieder zu sich, nachdem Jona seine Beine hochgelagert, ihn gerüttelt und auf ihn eingeredet hat. Dies sei kein böses Omen, vernimmt er aus dem Mund seines Sohnes, dies seien nur Möbel. Wer hätte gedacht, dass das wahre Wort für das absolute Grauen "Möbel" lautet? Zanrelot hätte glatt darauf gewettet, dass es etwas Ehrfurchtgebietenderes wäre. Er wird sich aber anscheinend mit dieser grausigen Banalität abfinden müssen, ebenso wie mit der Tatsache, dass sein geliebter Sohn diese Grässlichkeiten gut findet und vermutlich seine Ururur...-Enkel diese Ansicht teilen werden. Dieser verweichlichten Generation ist das durchaus zuzutrauen. Also gut, also gut, er wird ihnen dieses Zugeständnis machen. "Ich kann nur hoffen, dass der Abt nie überraschend zu Besuch kommt", stöhnt er, "aber wenn er sich ankündigt, schafft ihr dieses Zeug vorher raus! Klar?"

Er richtet sich zum Sitzen auf, leert sein Glas Elixier und wippt kurz probeweise auf dem ekelhaft weichen Sofapolster auf und ab. Angewidert steht er auf und setzt sich auf seinen alten, harten Stuhl. Gleich fühlt er sich etwas besser. Zeit, sich wieder den dringenden Geschäften der Unterwelt zu widmen. "Jona, wo waren wir stehengeblieben?" fragt er so sachlich wie möglich und versucht sowohl das Mobiliar, als auch den Rest von Schwäche zu ignorieren. "Wo steckt der Rest der Unterwelt? Wollen die nicht diese wundervollen... Möbel... ausprobieren?" Er bemüht sich, dass das Wort nicht allzu ausgespuckt klingt.

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1018 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Do Aug 27, 2009 1:21 pm

Zonk mustert Sandy aufmerksam, während sie Ottis Worte liest. Sie lässt ihn mitlesen, doch es ist viel zu viel für ihn und er beschränkt sich auf einige Bruchstücke des langen Textes. Was wirklich zählt, ist ja nur, dass er es lesen DARF. Sandys Vertrauen, das ist wichtig, und ihre Reaktion auf Ottis Nachricht. Wie glücklich sie lächelt! Zonk freut sich für sie, und doch liegen Zweifel und Kummer in seinem Blick, als sie fragt, wie jemand, der so schreibt, ihr schaden können. "Zanreloten lügen nicht", murmelt er so leise, dass sie es vielleicht gar nicht hört, "und Dämonen halten ihr Wort. Aber Zonk hat gehört, dass Menschen lügen können." Er hofft für Sandy, dass die schönen Worte kein Betrug sind, doch verlassen kann er sich darauf nicht. Er muss nicht Otti vertrauen, nur weil er Sandy vertraut und Sandy Otti vertraut. Doch mehr sagt er lieber nicht dazu, denn er möchte nicht, dass das Lächeln von ihrem Gesicht verschwindet. Still sieht er ihr zu, wie sie ihre Antwort verfasst.

Als sie dann fragt, ob sie ihm noch etwas beibringen solle oder ob sie nach den anderen sehen sollten, wiegt er unschlüssig den Kopf hin und her. "Sandy soll Zonk bitte noch sehr viel beibringen", meint er schließlich, "Zonk will jeden Tag lernen. Aber Unsterbliche haben viele Tage. Zonk und seine Meisterin müssen zuerst sehen, ob es den anderen an nichts fehlt."

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1019 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Do Aug 27, 2009 1:52 pm

Jona schmunzelt leicht, als sein Vater hofft, dass der Abt nie überraschend zu Besuch kommt und verlangt, dass die Möbel rausgeschafft werden, sollte er sich ankündigen. Jona legt beruhigend seine Hand auf die seines Vaters. „Selbstverständlich“, verspricht er. „Aber ich denke, du machst dir umsonst Sorgen wegen des Abts. Er hat dich, so weit ich weiß, in all den Jahrhunderten nie besucht, es ist unwahrscheinlich, dass sich daran zukünftig etwas ändern wird.“

Jona beobachtet mit heimlichem Amüsement, wie sein Vater auf dem Sofa auf und ab wippt und ein ziemlich angewidertes Gesicht dabei macht. Schließlich zieht er seinen harten Stuhl dem weichen Sofa vor und versucht, zur Normalität zurückzukehren. Doch ganz gelingt es ihm nicht, denn auch wenn er nach dem Rest der Unterwelt fragt, kommt er doch wieder auf die Möbel zu sprechen, wobei er das Wort mit so viel Verachtung ausspricht, dass seine wahre Meinung darüber nicht zu überhören ist, auch wenn er sie als wundervoll bezeichnet. Jona muss nun doch leise lachen, reißt sich aber rasch wieder zusammen. „Ich bin sicher, dass es nicht lange dauern kann, bis sie herkommen“, vermutet er.

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1020 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Do Aug 27, 2009 1:53 pm

Sandy schaut in Zonks Gesicht, der sich offenbar für sie freut, dass die Nachricht von Otti sie so glücklich macht, aber sie kann auch deutlich den Zweifel und den Kummer darin lesen. Zanreloten lügen nicht, sagt er ganz leise, kaum hörbar, und Dämonen halten Wort. Ja, diese Erfahrung hat sie inzwischen auch gemacht. Auch ihr ist bewusst, dass Menschen lügen können, da hat Zonk schon recht. Sie versucht ihn auch nicht weiter zu überzeugen, dass Otti sein Vertrauen verdient. Das wird er ohnehin erst glauben, wenn er mit der Zeit die entsprechende Erfahrung gemacht hat. Sie wird sich jedenfalls ihr Vertrauen in Otti nicht nehmen lassen.

Auf Sandys Frage, ob sie ihm noch etwas beibringen soll oder ob sie nach den anderen sehen sollen, überlegt Zonk einen Moment, bevor er darum bittet, noch viel lernen zu dürfen, am besten jeden Tag, aber dass sie dafür als Unsterbliche noch viel Zeit haben. Er findet, es sei im Moment wichtiger nachzusehen, ob es den anderen an nichts fehlt. Sandy nickt. „Das ist eine kluge Entscheidung, Zonk. Dann lass uns am besten gleich in die Zentrale gehen.“

Sandy fährt den Computer wieder runter und verlässt ihr Zimmer zusammen mit Zonk. Als sie die Zentrale betritt, sieht sie Zanrelot auf seinem Stuhl sitzen mit einem Gesicht, als hätte er gerade in eine Zitrone gebissen. Jona hingegen wirkt ziemlich belustigt. Ein Blick genügt und sie weiß die Ursache, die Zentrale hat sich sehr verändert. Überall stehen Tische und Stühle und sogar ein gemütliches Sofa gibt es. Begeistert stürmt sie darauf zu und fährt entzückt mit den Händen über das weiche Polster. „Oh, wie schön“, jubelt sie. „Was für eine tolle Idee. Jetzt kann man sich hier richtig wohlfühlen.“ Sie kann sich einfach nicht zurückhalten, das Sofa sofort auszuprobieren und lässt sich darauf nieder. Wohlig seufzt sie auf und legt sich sogar hin. Doch dann wird ihr bewusst, was sie da tut und setzt sich rasch wieder auf. Etwas verlegen blickt sie zu Zanrelot hinüber und murmelt: „Es tut mir leid, Meister. Ich hätte erst um Erlaubnis fragen sollen.“ Sie steht auf und mustert Zanrelots Gesicht. „Ihr seid ein wenig bleich, ist euch nicht wohl? Vielleicht solltet Ihr noch eine Weile ruhen. Legt euch doch auf das Sofa, es ist wirklich sehr gemütlich.“

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1021 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Do Aug 27, 2009 1:57 pm

Zanrelot verzieht leicht den Mund, als Jona ihn damit "tröstet", der Abt habe ihn in all den Jahrhunderten ohnehin nie besucht. Muss er den Finger nun auch noch in diese alte Wunde bohren? Heute bleibt dem Herrscher der Finsternis aber auch wirklich nichts erspart!

Viel Zeit bleibt nicht, um über Vergangenes zu grübeln, denn die Jugend, in Form von Sandy, erobert schwungvoll das Feld - und das Sofa. Dass sie das neue Mobiliar gut finden würde, hatte Zanrelot ja bereits befürchtet, war also seelisch darauf vorbereitet. Dass sie sich auf dem Sofa ausstreckt, sei ihr großmütig verziehen. Aber dass sie es IHM anbietet, ist wirklich zuviel! Zanrelots Gesicht verzerrt sich vor Ekel und unterdrückter Wut zu einer wenig attraktiven Fratze. "Nein danke", presst er zähneknirschend hervor, "ich hatte bereits das Vergnügen." Er wendet den Blick von dem grässlichen Ding ab. (Grün allein reicht eben nicht!) Eine kurze Welle von genüsslichem Selbstmitleid und Todessehnsucht durchflutet ihn. "Übrigens, sollte ich wider Erwarten jemals sterben", bemerkt er, den Blick weiter starr auf seine Tastatur gerichtet, "dann wünsche ich in einem steinharten Sarg zu ruhen, OHNE Polster!"

Genug Gedanken an den Tod verschwendet, Zanrelot hängt ja doch viel zu sehr an seinem unsterblichen Leben. Außerdem gibt es Schlimmeres als den Tod. Zum Beispiel den Gedanken daran, wer, außer dem Abt, die verschandelte Zentrale eines Tages sehen könnte! "Ach ja, nur mal so", fragt er sarkastisch, "wenn die Wächter das nächste Mal zu Besuch kommen, was sage ich dann? Sowas wie 'Herzlich willkommen im Café Central, ehemals als Zentrale bekannt'?"



Zuletzt von Zanrelot am Sa Aug 29, 2009 2:00 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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1022 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Fr Aug 28, 2009 12:25 pm

Amon schrickt heftig zusammen, als die Tür jäh aufgerissen wird und ein wutschnaubender Matreus hereinstürmt. Sein Kopf ist so rot, wie bei Pavian das entgegengesetzte Körperende, und sein Gebrüll würde selbst dem Meister zur Ehre gereichen. Amon zieht unwillkürlich den Kopf ein, wie eine Schildkröte. Nur die überall verstreuten Bücher scheinen ihn daran zu hindern, Amon sofort "in die Finger zu kriegen", wie er androht. Der Befehl lautete: "Sieh zu, dass du hier rauskommst", und das erscheint Amon momentan auch das Klügste. Er wieselt durch das Chaos zur Tür und schlängelt sich hastig an Matreus vorbei, bevor der ihn erwischen kann. Ziemlich kopflos rennt er drauflos und reißt schließlich irgendeine Tür auf, um sich dahinter in Sicherheit zu bringen. Schnell wieder zumachen und hoffen, dass sein Verfolger dran vorbei rennt!

In der Eile und Panik ist ihm gar nicht aufgefallen, dass er direkt in die Zentrale gerannt ist, und auch, als er schon drinnen ist, erkennt er sie nicht auf den ersten Blick wieder. Stattdessen stolpert er in seiner Hast über einen Stuhl, fliegt in hohem Bogen darüber hinweg und durch den halben Raum und landet ziemlich schmerzhaft vor den Füßen seines Meisters. Zu dem blickt er reichlich überrascht auf, nachdem er mit Autschen und Fluchen fertig ist. Was macht Zanrelot hier in diesem Raum, den Amon noch nie gesehen hat? Bei näherem Hinsehen sind auch Jona, Sandy und Zonk hier. Amon blickt sich ratlos nach allen Seiten um und hat für einen Augenblick den tobenden Matreus ganz vergessen.

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1023 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Sa Aug 29, 2009 1:54 am

Matreus atmet schwer. Sein Blick verfolgt Amon, der sich durch die Bücher zwängt und schließlich an ihm vorbei schlängelt. Etwas befriedigt sieht Matreus, wie Amon die Flucht ergreift. Anscheinend zeigen seine Worte ein wenig Wirkung. Jedenfalls ist der Junge jetzt wohl ein wenig eingeschüchtert und weiß, welch großen Mist er angestellt hat.

Kaum ist Amon durch die Tür, atmet Matreus erst einmal tief durch. Ob er wohl zu heftig reagiert hat? Doch dann besieht er sich das Chaos und schüttelt den Kopf. Nein, er hat nicht überreagiert. Aber vielleicht hätte er ein wenig besonnener mit Amon sprechen sollen. Matreus weiß es nicht. Er fühlt sich ziemlich überfordert mit dem Jungen. Doch er hat vom Meister die Verantwortung für ihn bekommen und dieses ihm entgegengebrachte Vertrauen möchte er auf keinen Fall enttäuschen.

Noch einmal lässt Matreus seinen Blick über die Bescherung in der Bibliothek schweifen. Er seufzt leise. „Was soll ich nur mit diesem Jungen anfangen“, fragt er sich selbst. Kopfschüttelnd verlässt er den Raum und schließt die Tür hinter sich. „Darum kümmere ich mich später.“

Zielstrebig begibt sich Matreus in die Zentrale. Zu seiner Überraschung sind dort bereits auch alle anderen versammelt. Er sieht sich um und kann in den Gesichtern verschiedene Reaktionen auf die neue Zentrale lesen. Der Meister scheint nicht gerade sehr erfreut zu sein, Jona gefällt das alles so wohl recht gut und Sandy strahlt regelrecht. Sie sitzt auch bereits auf dem neuen Sofa. Nur Amon wirkt ziemlich verstört. Aber das hat ja auch seinen Grund. Matreus würdigt den Jungen keines Blickes und wendet sich an Zanrelot. „Meister, ich hoffe, euch gefallen die Veränderungen hier. Ich dachte, wir könnten es ein wenig gemütlicher haben. Und jetzt, wo wir so viele hier unten sind, benötigt doch wenigstens jeder einen Sitzplatz, um vernünftig arbeiten und lernen zu können.“ Gespannt wartet er auf Zanrelots Antwort.

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1024 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Sa Aug 29, 2009 1:57 am

Bevor Jona oder Sandy eine Antwort auf Zanrelots sarkastische Frage geben konnten (wenn sie das überhaupt wollten), platzt Amon mitten in das Geschehen hinein. Er reißt die Tür auf, ohne anzuklopfen, schließt sie ebenso rabiat ohne nachzufragen und hastet so kopflos in die Zentrale, dass er schließlich eine höchst unsanfte Landung vor Zanrelot hinlegt. "Was zum Teufel...", beginnt der Herrscher der Finsternis, eher gleich verwirrt wie Amon, als richtig wütend. Doch da geht die Tür schon wieder auf und Matreus kommt herein.

Gerade will Zanrelot zu einem neuen Spruch über das rege Treiben im "Café Central" ansetzen, da reizen ihn Matreus' Worte zu etwas, das viel mehr blanker Wut als halbherzigem Sarkasmus ähnelt. "Ob es mir GEFÄLLT?? Dass es hier so GEMÜTLICH ist???" Die erste Frage war noch eher zwischen zusammengebissenen Zähnen hervorgepresst, die zweite schon ordentlich laut. "Merk dir eins!" brüllt er schließlich in voller Lautstärke, "GEMÜTLICH kommt gleich hinter LIEBE!"

Etwas leiser, dafür umso giftiger, legt er nach: "Das war also DEIN Werk, Matreus. Hätte ich mir ja denken können!" Okay, das war unfair, aber erstens ist das eine liebe, alte Gewohnheit zwischen ihnen beiden, und zweitens war es ja auch nicht fair, seine Zentrale in eine niedliche Puppenstube zu verwandeln!

Zanrelot atmet ein paar Mal tief durch, um sich etwas zu beruhigen. Sein letzter Satz klingt nur noch resigniert: "So weit ich mich erinnere, konntest DU jahrhundertelang auch lernen und arbeiten, ohne zu sitzen."

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1025 Re: RS der 4 gegen Z-Community am Sa Aug 29, 2009 1:57 am

Matreus entgeht nicht, wie wütend sein Meister angesichts der neuen Zentrale ist. Beschämt lässt er den Blick sinken, als Zanrelot ihn anbrüllt und ihm seine Sicht der Dinge erklärt. Als der Meister verächtlich feststellt, er hätte sich ja denken können, dass das Matreus‘ Werk ist, wird Matreus unendlich traurig. Er hatte seinem Meister eine Freude machen wollen und nun hat er genau das Gegenteil erreicht. Wieder einmal hat er versagt.

Dann stellt Zanrelot auch noch fest, dass Matreus sehr wohl jahrhundertelang ohne zu sitzen arbeiten und lernen konnte. Das ist wahr, das konnte er. Nein, er musste es. Es war ihm nicht gestattet, sich ohne Erlaubnis in der Zentrale irgendwo hinzusetzen. Oft taten ihm als Kind und Jugendlicher, ja sogar noch als Erwachsener, vom stundenlangen Stehen die Füße weh und sein Rücken schmerze sehr, wenn er sich abends hinlegte. Doch das hatte den Meister nie interessiert. Wahrscheinlich war auch das ein Grund dafür, die Möbel in die Zentrale zu bringen. Damit Sandy und Amon es leichter haben, als er selbst es hatte. Doch Matreus würde niemals wagen, Zanrelot das zu sagen. Er hat ihn eben schon genug verärgert. Deshalb bleibt er einfach mit gesenktem Blick vor ihm stehen. „Bitte verzeiht, Meister. Ich hatte nicht vor, euch zu erzürnen. Wenn ihr es wünscht, werde ich selbstverständlich alles wieder so herrichten, wie es war“, sagt er leise und sehr niedergeschlagen.

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